Spritpreise: 2,10 Euro an der Zapfsäule - was jetzt hilft
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Wer dieser Tage tankt, zahlt so viel wie seit 2022 nicht mehr. Super E10 hat am Donnerstag im bundesweiten Tagesdurchschnitt die Zwei-Euro-Marke überschritten, Diesel lag bereits am Mittwoch darüber.
Der unmittelbare Auslöser ist bekannt: Der US-israelische Angriff auf den Iran hat die Straße von Hormus lahmgelegt – eine der wichtigsten Wasserstraßen für Öl- und Gaslieferungen weltweit. Einige Schiffe, die es dennoch versuchten, wurden beschossen.
Am 2. März erklärte der Kommandeur der Republikanischen Garde die Meerenge offiziell für geschlossen(öffnet im neuen Fenster) . Der Schiffsverkehr brach von durchschnittlich 138 Schiffen pro Tag auf nahezu null ein(öffnet im neuen Fenster) .
Am 6. März registrierte das Joint Maritime Information Center nur noch zwei kommerzielle Transite in 24 Stunden(öffnet im neuen Fenster) – keinen einzigen Tanker.
Öl wird durch die Straße von Hormus nicht mehr transportiert
Internationale Versicherer zogen ihre Kriegsrisiko-Deckung zurück, was die Durchfahrt auch wirtschaftlich unmöglich machte(öffnet im neuen Fenster) . Maersk, MSC, Hapag-Lloyd und CMA CGM stellten den Betrieb durch die Meerenge ein und leiten Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung um. 147 Containerschiffe sitzen im Persischen Golf fest(öffnet im neuen Fenster) .
Allein in wenigen Tagen verteuerte sich Brent-Rohöl um rund zwölf Prozent ( auf über 81 US-Dollar pro Barrel(öffnet im neuen Fenster) ). Mittlerweile ist er noch viel höher – bei über 100 US-Dollar pro Barrel, zeitweise sogar bei rund 120 US-Dollar.
Der Irak drosselte die Produktion um 70 Prozent auf 1,3 Millionen Barrel/Tag, Kuwait und die VAE kürzten ebenfalls(öffnet im neuen Fenster) . Rystad Energy schätzt den effektiven Versorgungsverlust auf 8 bis 10 Millionen Barrel pro Tag(öffnet im neuen Fenster) . Qatars Energieminister warnte, die Preise könnten 150 US-Dollar/Barrel erreichen, falls der Schiffsverkehr nicht wiederhergestellt wird(öffnet im neuen Fenster) .
Das Institut der deutschen Wirtschaft(öffnet im neuen Fenster) hat durchgerechnet, was passiert, wenn der Ölpreis dauerhaft auf 100 Dollar steigt: Das deutsche BIP schrumpft 2026 um 0,3 Prozent, 2027 um weitere 0,6 Prozent – zusammen rund 40 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung.
Bei 150 Dollar pro Barrel wären es über 80 Milliarden in zwei Jahren, die Verbraucherpreise lägen 2027 fast zwei Prozent höher als heute. Mehr als höhere Tankrechnungen also: Energie, Transport, Lebensmittel – alles wird teurer, wenn Öl teurer wird.
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