Preise steigen massiv
Bemerkenswert: Diesel ist aktuell teurer als Benzin – eine seltene Umkehrung der normalen Preisrelation. Grund ist Deutschlands hohe Abhängigkeit von importiertem Fertigdiesel und die breite Verwendung von Diesel in Industrie, Landwirtschaft und Gebäudeheizung. Der ADAC kritisiert zudem(öffnet im neuen Fenster) , dass die Preise an der Zapfsäule stärker gestiegen seien als durch den Rohölpreis gerechtfertigt. Im Extremfall könnten laut ADAC-Prognose(öffnet im neuen Fenster) 2,30 Euro/Liter für Benzin erreicht werden, sollte der Ölpreis auf 120 US-Dollar klettern.
Was hilft sofort? – Sieben nüchterne Spartipps
Der Reflex, einfach die nächstgelegene Tankstelle anzusteuern, kann teuer werden. Anbieter wie clever-tanken.de(öffnet im neuen Fenster) oder die ADAC-Drive-App(öffnet im neuen Fenster) zeigen die günstigsten Anbieter in Echtzeit – die Preisunterschiede zwischen benachbarten Tankstellen können mehrere Cent pro Liter betragen, bei 50 Litern macht das schnell drei bis fünf Euro. Wer zudem den richtigen Zeitpunkt wählt, spart ebenfalls: Morgens sind die Preise am höchsten, abends zwischen 18 und 22 Uhr am niedrigsten. Die Bundesnetzagentur(öffnet im neuen Fenster) verpflichtet Tankstellen, Preisänderungen binnen fünf Minuten zu melden – diese Daten nutzen die Apps in Echtzeit.
Beim Fahren selbst gilt: Wer 130 statt 160 km/h fährt, verbraucht deutlich weniger – der Luftwiderstand wächst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit. Frühzeitiges Ausrollen, gleichmäßiges Beschleunigen und Klimaanlage aus bei niedriger Geschwindigkeit reduzieren den Verbrauch messbar ( ADAC: Sprit sparen(öffnet im neuen Fenster) ). Reifendruck prüfen lohnt sich ebenfalls: Zu wenig Druck erhöht den Rollwiderstand und damit den Verbrauch.
Pendler können die Kosten durch Fahrgemeinschaften halbieren oder vierteln – Plattformen wie Blablacar(öffnet im neuen Fenster) vermitteln. Und wer einen größeren Aktionsradius hat, kombiniert Einkauf und Tanken: Rewe, Aral und Shell bieten wiederkehrende Rabattaktionen auf Tankkarten-Buchungen.
Was taugen die politischen Versprechen? – Wenig
Die politische Reaktion ist vorhersehbar. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche kündigt eine Preisprüfung an, Bundesfinanzminister Lars Klingbeil droht den Mineralölkonzernen mit Konsequenzen(öffnet im neuen Fenster) .
Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte fordert eine Übergewinnsteuer – ähnlich der Solidaritätsabgabe von 2022(öffnet im neuen Fenster) .
Zur Wahrheit gehört: Der Tankrabatt von 2022(öffnet im neuen Fenster) hat nur begrenzt funktioniert. Studien zeigten, dass ein erheblicher Teil der Steuererleichterung in den Margen der Konzerne versickerte.
Eine Wiederholung hätte denselben Webfehler – außer die Politik kontrolliert die Weitergabe diesmal ernsthaft. Eine Übergewinnsteuer ist konzeptionell sauberer, aber schwer und langsam umzusetzen. Die Preise steigen heute, das Steuerrecht wirkt mit Verzögerung.
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