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Sprint: Telekom bangt um Milliardenübernahme in den USA

Eine Gruppe von zehn Generalstaatsanwälten plant, T-Mobile US und Sprint zu verklagen, um deren Zusammenschluss zu blockieren. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James plant dazu eine Bekanntgabe. Für die Deutsche Telekom ist der US-amerikanische Markt von größter Bedeutung.
/ Achim Sawall
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New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James (Bild: Generalstaatsanwaltschaft New York)
New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James Bild: Generalstaatsanwaltschaft New York

Die Deutsche Telekom fürchtet, dass die in den USA geplante Übernahme von Sprint scheitern könnte. Das erfuhr das Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster) aus Konzernkreisen. Die Telekom plant die Übernahme von Sprint durch T-Mobile US. Doch mindestens zehn Generalstaatsanwälte bereiten eine Klage gegen den 26-Milliarden-Dollar-Vertrag vor. Für Dienstag habe die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James zu einer Pressekonferenz geladen, berichtete das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) aus informierten Kreisen.

Im November 2020 steht in den USA die nächste Präsidentschaftswahl an. Die von den Republikanern dominierte US-Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) hat sich für den Zusammenschluss von T-Mobile und Sprint ausgesprochen . Gewerkschaften und Verbraucherschützer warnten hingegen vor steigenden Preisen und dem Verlust von bis zu 30.000 Jobs.

Die USA sind der wichtigste Einzelmarkt für die Telekom. Mehr als die Hälfte seines Umsatzes erwirtschaftet der Netzbetreiber in den Vereinigten Staaten. Durch die Übernahme will das Unternehmen seinen Fokus auf den Wachstumsmarkt verstärken.

Die japanische Telekom Softbank Group besitzt fast 85 Prozent der Sprint-Anteile. Die Telekom kontrolliert T-Mobile. Das kombinierte Unternehmen würde fast 100 Millionen Kunden haben und knapp vor AT&T mit 93 Millionen und hinter Verizon Communications mit 116 Millionen liegen.

Sprint und T-Mobile hatten bereits 2014 einen Fusionsversuch unternommen, der an Einwänden der US-Kartellbehörden gescheitert war. Damals hätte Sprint die Kontrollmehrheit bei der fusionierten Gesellschaft haben sollen. Seitdem haben sich die Kräfteverhältnisse jedoch stark verschoben. Die Telekom hatte ihre heutige US-Tochter einst für 28,5 Milliarden US-Dollar gekauft. Später wurde die Fusion mit dem Konkurrenten MetroPCS vollzogen.


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