Sprengboot: Ukraine zeigt Details zu ihrer Seedrohne
Die Seedrohnen der Ukraine ähneln großen Kajaks, sind mit einem Wasserstrahlantrieb(öffnet im neuen Fenster) ausgerüstet und können bis zu 80 km/h erreichen. Sie werden ferngesteuert und sollen einen Aktionsradius von 400 km aufweisen. Die Ukraine hat eine Crowdfundingkampagne eröffnet, um weitere Drohnen des Typs zu finanzieren, und nennt auf der Plattform United24(öffnet im neuen Fenster) technische Details. Sie sollen ausschließlich zur Verteidigung dienen.
Auf der Plattform werden auch technische Details zu den Sprengbooten genannt. Sie sind 5,5 m lang und wiegen bis zu einer Tonne. Die Nutzlast beträgt bis zu 200 kg. Die Drohnen sind auf eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ausgelegt, die normale Fahrtgeschwindigkeit liegt aber wesentlich darunter, da der Aktionsradius der Sprengschiffe mit 400 Kilometern angegeben und die Operationsdauer 60 Stunden beträgt. Am Bug befinden sich Aufschlagzünder.
Die Boote sind mit Kameras und einer Flachantenne ausgerüstet. Über diese dürfte die Drohne ihre Steuerbefehle erhalten. Nach Angaben der Website werden bis zu drei Videostreams in HD übertragen. Die Kommunikation erfolgt nach offiziellen Angaben verschlüsselt, doch weitere Details zur Art der Übertragung liegen nicht vor.
Der Schritt an die Öffentlichkeit war zu erwarten, da bereits im September eine der Drohnen an der Küste der Krim angespült wurde und russische Medien Fotos davon veröffentlichten. Auf United24 wird der Stückpreis der Seedrohnen mit 250.000 US-Dollar angegeben. Es handelt sich um ein ukrainisches Erzeugnis. Auch andere Seestreitkräfte besitzen Seedrohnen, unter anderem erprobt die Türkei derartige Kleinkampfmittel.
Beim ersten bekannt gewordenen Einsatz gegen Schiffe der Schwarzmeerflotte Ende Oktober 2022 wurden von der Ukraine On-Board-Videos veröffentlicht, die auch zeigten, wie eine der Sprengboote von einem russischen Hubschrauber mit einem Bord-MG bekämpft wurde. Wie erfolgreich der Angriff war, ist nicht bekannt. Russische Stellen vermeldeten lediglich geringere Schäden.

Vizeadmiral Oleksiy Neizhpapa, Befehlshaber der Seestreitkräfte der ukrainischen Marine, sagte über die Drohnen: "Sie können an der weiträumigen Seeaufklärung und Küstenüberwachung, der Eskortierung und Unterstützung der traditionellen Flotte, dem Konvoi von Handelsschiffen, dem Artilleriebeschuss, der Verteidigung unserer Stützpunkte und der Abwehr von amphibischen Operationen teilnehmen. Solche Marinedrohnen haben ihre Wirksamkeit bereits unter Beweis gestellt und können die Lage im Schwarzen Meer erheblich verändern."
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Sprengschiffe seit dem Mittelalter genutzt
Sprengschiffe haben eine lange Geschichte. In der Antike wurden Brander eingesetzt, seit Erfindung von Sprengstoffen als Höllenbrander(öffnet im neuen Fenster) auch mit Explosivmitteln. Steuern ließen sich diese Boote aber nicht, die Besatzung verließ die Boote vor dem Ziel.
Schon 1915 übernahm die kaiserliche Marine auf dem Berliner Müggelsee Versuche mit einem ferngelenkten Boot(öffnet im neuen Fenster), das mit Sprengstoff gefüllt war und über eine Drahtleitung oder per Funk gesteuert wurde. Das Fernlenkboot wurde später auch eingesetzt, allerdings mit geringem Erfolg. Im Zweiten Weltkrieg setzte die deutsche Kriegsmarine unter anderem das Sprengboot Linse(öffnet im neuen Fenster) ein, mit ebenfalls geringem Gewinn. Die italienischen und japanischen Marinestreitkräfte nutzten die Technik ebenfalls, hatten jedoch größere militärische Fortschritte damit erzielen können.
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