Sprachsteuerungssystem: Siri und Co. sind im Auto gefährlich

Die Sprachsteuerung des Navigations- und Unterhaltungssystems steigert die Sicherheit beim Autofahren nicht. Zu diesem Schluss kommen zwei Studien der gemeinnützigen AAA Foundation for Traffic Safety(öffnet im neuen Fenster) und der Uni Utah(öffnet im neuen Fenster) . Durch die Sprachsteuerung wird die Aufmerksamkeit des Fahrers ebenfalls voll gefordert, so dass er sich nicht mehr dem Verkehrsgeschehen widmen kann. Schuld sind die Komplexität und Fehleranfälligkeit der Systeme.
Die Studienautoren untersuchten die sprachgesteuerten Navigations- und Unterhaltungssysteme in den Fahrzeugen großer Hersteller wie Mercedes, Hyundai, Toyota, Chevrolet, Chrysler und Ford. Dabei bekam das System Toyota Entune die besten Werte. Im Mittelfeld liegen die Systeme von Hyundai (Blue Link) und Chrysler (UConnect). Dahinter kommen Ford Sync mitsamt MyFord Touch und die Sprachsteuerung Command von Mercedes sowie Chevrolet MyLink.
Besonders die mangelnde Spracherkennung macht es dem Fahrer nicht leicht, sich auf den Verkehr zu konzentrieren. Er muss oft genau die richtige Kommandoreihenfolge einhalten, damit er verstanden und der Befehl ausgeführt wird.
Im Rahmen der zweiten Studie wurde Siri von Apple bei iOS 7 unter die Lupe genommen. Dabei wurden die Fähigkeiten, SMS zu diktieren und sich vorlesen zu lassen, getestet, Postings zu Facebook und Twitter geschickt, und der Kalender per Sprachbefehl bedient. Das System bekam extrem schlechte Noten. Allerdings wurde bei Siri nicht die Version Siri Eyes Free beziehungsweise CarPlay probiert. Im Test verwendete der Fahrer nur ein Mikro, während ein Forscher auf dem Rücksitz das Telefon selbst bediente. Im Rahmen der Untersuchung sollte nur der mentale Aufwand gemessen werden und nicht etwa die Ablenkung, wenn der Fahrer zudem auf das Display schaut.
Der Untersuchungsleiter David Strayer betonte, dass der Fahrer unbedingt vor dem Kauf des Autos die Sprachsteuerung ausprobieren solle. Viele Tester hätten geradezu über die Systeme geflucht, weil sie mit der Bedienung nicht zurecht gekommen seien. Strayer fügte hinzu, dass man die Technik nicht einfach nutzen sollte, weil sie da sei. Manchmal lenke ihr Gebrauch so stark ab, dass die Verkehrssicherheit leide.



