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Sprachsteuerung: "Die Fernbedienung wird verschwinden"

Wenn sie nicht gerade in der Sofaritze verschwunden ist, hat die Fernbedienung auf vielen Couchtischen noch einen festen Platz. Doch Experten sagen dem Gerät das Ende voraus. Ob sich damit jedoch der Streit um die Fernbedienung erledigt hat, bleibt abzuwarten.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Heimelektronik auf der IFA 2018
Heimelektronik auf der IFA 2018 (Bild: Michele Tantussi/Getty Images)

Egal ob Alexa, Cortana oder Siri - Immer häufiger sind unsere Gesprächspartner keine Menschen mehr. Sprachassistenten werden laut dem Digitalverband Bitkom bereits von 8,7 Millionen Menschen in Deutschland genutzt. Und das obwohl vor gut zwei Jahren nur zwei Prozent der Bevölkerung gewusst haben, was das überhaupt ist. Durch die Vernetzung und neue Steuerungsmethoden der Geräte geraten treue technische Begleiter immer mehr ins Abseits.

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"Die Fernbedienung wird langsam aber sicher vom deutschen Couchtisch verschwinden", sagt Christopher Meinecke vom Bitkom voraus. Zwar gehe dies bei jüngeren Fernsehzuschauern schneller als bei älteren, doch früher oder später seien die Vorteile einer einfachen Bedienung durch Sprache entscheidend. Es gebe schlicht keinen Grund mehr, eine Fernbedienung zu besitzen. "Ich glaube, in einigen Jahren werden wir zurückschauen und darüber lachen, dass Geräte ohne Sprachsteuerung verkauft wurden und der Couchtisch voll mit Fernbedienungen lag", erwartet Meinecke.

"Vor zehn Jahren gab es noch für jedes Gerät eine Fernbedienung", sagt Michael Langbehn vom Elektronikhersteller Panasonic. Zwar werde auch heute noch eine Fernbedienung beim Kauf eines neuen Gerätes mitgeliefert, gebraucht werde sie jedoch immer seltener. So könnten mittlerweile Fernseher oder Stereoanlagen des Herstellers mit einer einzigen App gesteuert werden. Bei der Technik-Messe Ifa wird nun auch stolz die Sprachsteuerung des gesamten Wohnzimmers präsentiert. So können neben dem Fernseher auch die Klimaanlage und das Licht vom Sofa aus mit der eigenen Stimme bedient werden.

Auch andere Hersteller nehmen einen schwindenden Gebrauch von Fernbedienungen wahr: Logitech aus der Schweiz verkauft etwa immer weniger Infrarot-Universalfernbedienungen. Umsatzeinbußen befürchtet der Konzern jedoch nicht. Zwar hat der Verkauf von Infrarot-Fernbedienungen laut CEO Bracken Darrell in der Vergangenheit abgenommen, dafür steigt aber die Zahl der verkauften Hub-Steuerungen, mit deren Hilfe man auch ältere Geräte per Sprache steuern kann.

Ein Blick auf Statistiken unterstützt die These, dass die Fernbedienung immer unbedeutender wird: Wer ein Smart-Home-Gerät (etwa einen Smart TV, intelligente Beleuchtung oder eine vernetzte Heizung) besitzt, steuert dieses laut Bitkom in mehr als drei Viertel der Fälle mit dem Smartphone oder dem Tablet. Erst danach folgen Fernbedienung (38 Prozent) und Sprachassistenten (37).

Wirklich aussterben wird die Fernbedienung nach Ansicht der Elektronik-Hersteller vorerst jedoch nicht. Zwar glaubt etwa Langbehn, dass sich die Sprachsteuerung durchsetzen werde, es gebe jedoch sicherlich Gruppen, die deren Einsatz etwa aus Datenschutzgründen verweigern würden.

Dabei könnte sich durch Sprachsteuerung ein lange währendes Problem heimischer Wohnzimmer ein für alle Mal klären lassen: Der Streit um die Fernbedienung. So besteht etwa die Möglichkeit, dass der Sprachassistent Stimmen bestimmter Personen ignoriert. Je nachdem, wer sich besser mit der Konfiguration des Sprachassistenten auskennt, kann dementsprechend in Zukunft über das heimische Fernsehprogramm entscheiden.

Kritik an der zunehmenden Vernetzung von Haushaltsgeräten kommt vom Chaos Computer Club (CCC). "Bei den Geräten haben wir es mit Computern zu tun, die oftmals auf billige Weise produziert wurden", sagte CCC-Sprecher Linus Neumann. Leider mangele es bei vielen Herstellern an der Nachsorge. So gebe es oft etwa keine Garantie dafür, dass notwendige Sicherheitsupdates auch fünf bis zehn Jahre nach dem Kauf verfügbar seien.

Konsequenz sei, dass die Nutzer entweder die Produkte ohne Updates weiterbetrieben oder diese gegen neue Geräte austauschten. "Das geht dann entweder zu Lasten der Sicherheit oder zu Lasten der Umwelt und Nachhaltigkeit."

Auf das Nutzerverhalten wird der Wegfall der Fernbedienungen laut Fernsehsendern wohl wenig Einfluss haben. Zwar kann man nicht mehr mit einem Knopfdruck auf den Videotext oder dessen Nachfolger HbbTV zugreifen, doch dies führt wahrscheinlich nicht dazu, dass weniger Menschen die Angebote nutzen. "Betrachtet man die Möglichkeiten von Sprachsteuerungen, so können diese im umgekehrten Fall den Zugriff auf unsere Angebote gegebenenfalls noch vereinfachen", erklärte etwa die ARD.



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Froggernaut 03. Sep 2018

Da bleibe ich doch lieber bei kurzen Tastendrücken, gerade bei Filmen mit stark...

non_sense 03. Sep 2018

Weil sie oft nicht funktionieren. Ich verstehe sowieso nicht, wieso man nicht eine...

non_sense 03. Sep 2018

Das Opera-Video auch und das war hier allen klar...

ranug 03. Sep 2018

Eine Sprachsteuerung ist für Licht oder Rollläden/Markisen durchaus sinnvoll, man muss...

Akaruso 03. Sep 2018

sehe ich ähnlich. dass alles über die Cloud gehen muss liegt sicherlich nicht an der...


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