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Der Moto Smart Speaker von Lenovo mit Amazons Alexa
Der Moto Smart Speaker von Lenovo mit Amazons Alexa (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Wie viel Persönlichkeit darf ein Bot haben?

Nun sollte man Menschen im Internet, die Dinge wie Gleichstellung, Bürgerrechtsbewegungen und Gender als Bedrohung und Verschwörung eines Unternehmens ansehen, nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Doch angesichts der Tatsache, dass digitale Assistenten in den vergangenen beiden Jahren eine der vielleicht erfolgreichsten technologischen Entwicklungen im Consumerbereich waren und sich mittlerweile in zig Millionen Haushalten und Hosentaschen befinden, darf man zumindest fragen: Wie viel Persönlichkeit darf - oder soll - ein solcher Assistent eigentlich haben?

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Für Alexa gebe es dafür unter den fast 5.000 Mitarbeitern ein eigenes "Persönlichkeitsteam", sagte die Amazon-Managerin Heather Zorn im Gespräch mit Refinery29. Die Mitarbeiter sähen Alexa selbst als eine "Sie" und diese Tatsache beeinflusse auch ihre Antworten. Das bedeutet, dass einzelne Mitarbeiter die Antworten verändern und damit jederzeit auf gesellschaftliche und politische Ereignisse eingehen können, wie etwa die Unterstützung von Black Lives Matter und der Disengage Mode zeigen.

Die mutmaßliche Persönlichkeit des Bots ist also letztlich auch der Persönlichkeit und Lebenswirklichkeit seiner Entwickler geschuldet. Zwar vermeidet Amazon, seine Assistentin als politisches Sprachrohr zu verwenden (auf die Frage, für wen Alexa während der US-Wahl gestimmt hatte, antwortete sie, dass es leider keine Wahlkabinen in der Cloud gebe). Doch dass dies prinzipiell möglich wäre, ist unbestritten.

Sprachassistenten sind für Vorurteile gemacht

Alexa befindet sich deshalb wie andere Software und KI-Anwendungen in einem Spannungsfeld: Einerseits sollen sie möglichst neutral sein. Andererseits werden die Rufe nach der Kontrolle von Algorithmen lauter. "Wir haben über die Jahre Richtlinien entwickelt, wann es richtig ist, eine Persönlichkeit zu haben und wann nicht", sagt Farah Houston, die ebenfalls Teil des Persönlichkeit-Teams ist. Und man wisse, dass nicht jedem gefalle, was Alexa antwortet.

Die Entwickler von Alexa, aber auch von Siri und dem Google Assistant, haben inzwischen erkannt, dass sich ein virtueller Helfer zwar in der Cloud, aber deshalb nicht im gesellschaftlichen Vakuum befindet. Sondern dass, im Gegenteil, strukturelle Probleme wie Rassismus und Sexismus nicht vor Bots und künstlichen Intelligenzen haltmachen.

Schon seit die ersten Assistenten herauskamen, hieß es, sie würden sexistische Stereotype nur verstärken. Das fängt schon bei den Namen an: Siri bedeutet aus dem Norwegischen übersetzt etwas wie "eine schöne Frau, die dich zum Sieg führt". Cortana entstammt dem Videospiel Halo als aufreizendes Hologramm. Alexa ist eine Anlehnung an die Bibliothek von Alexandria, aus der Stadt von Alexander des Großen.

Alexa - ein Vorbild für Mädchen und Frauen?

Die vernetzten Lautsprecher und virtuellen Assistenten bekamen runde Formen und sanfte weibliche Stimmen, weil Umfragen ergaben, dass sowohl Frauen als auch Männer diese als angenehmer empfanden. Sie sind gemacht, um ihren Besitzern zu dienen; sie antworten nur, wenn sie gefragt werden; sie geben keine Widerworte und wenn sie Befehle erhalten, dann folgen sie. Und auf zweideutige Fragen und Annäherungen reagieren sie so, wie es mutmaßlich "brave" Frauen eben tun: kichernd, flirtend und devot.

Das soll sich nun also ändern, jedenfalls ein bisschen. "Wir wollen in erster Linie unseren Kunden helfen", sagt Heather Zorn, "aber gleichzeitig haben wir die Chance und Verpflichtung, Alexa positiv für alle Menschen darzustellen - und gerade für Mädchen und Frauen." Nicht alle Drittentwickler haben das erkannt, wie etwa Alexas Datingtipps der Plattform match.com zeigen. Aber dass sie die Bezeichnung als Schlampe nicht mehr einfach hinnimmt, ist zumindest ein Anfang für ein freundlicheres Miteinander. Der nächste und konsequente Schritt wäre, den Fragestellern dann zu sagen, weshalb die Aussage nicht okay ist. Vielleicht lernen manche Nutzer ja tatsächlich noch etwas.

 Sprachassistenten: Alexa ist Feministin

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Strassenflirt 29. Jan 2018

Seien wir froh, dass Gedanken noch nicht kontrolliert werden können. Die SJW würden als...

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Nikolai 29. Jan 2018

Hoffentlich alle! Am Anfang war es mir echt egal was Alexa für Antworten gibt. Nach...

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stuempel 28. Jan 2018

Natürlich kann und darf sich der Einzelne sein eigenes Urteil bilden. Ein Gericht...

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Clown 24. Jan 2018

Ja, und es wär auch noch verkehrt, weil es auf einer substanzlosen Vermutung (a la Rock...

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Füchslein 24. Jan 2018

Kids is kürzer ;-)

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