Sportuhren im Hands-on: Garmin bringt Fenix 7 Pro mit optimiertem MIP-Display

Rund eineinhalb Jahre nach dem Start der Fenix 7 ( Test auf Golem.de ) bringt Garmin mit der Fenix 7 Pro einen Nachfolger mit Verbesserungen bei Hardware und Software auf den Markt.
Genau genommen handelt es sich um drei Modelle: Die Fenix 7S Pro mit einem Durchmesser von 42 Millimetern, die Fenix 7 Pro mit 47 Millimetern und die 7X Pro mit 51 Millimetern. Golem.de konnte alle drei vorab im Hands-on begutachten.
Parallel hat Garmin(öffnet im neuen Fenster) drei gleich große Epix 2 Pro angekündigt und veröffentlicht, die wir bei Golem.de ebenfalls vorab im Hands-on hatten. Wichtigster Unterschied: Die Epix 2 Pro verfügen über ein AMOLED-Panel .
Auch bei den Bildschirmchen der Fenix-7-Pro-Modelle gibt es erstmals seit Jahren sichtbare Änderungen. Garmin hat die Memory-in-Pixel-Technologie (MIP) optimiert - Details über die konkreten Umbauten teilt der Hersteller nicht mit.
Das Ergebnis ist eine etwas kontrastreichere Darstellung vor allem in dunklen Umgebungen. Hier wird es aber etwas schwierig, ein korrektes Bild der Verbesserung zu vermitteln: Je nach Einfall des Restlichts am Abend oder in Innenräumen ist der Unterschied mal ganz gut, mal kaum zu sehen.
Der Autor dieser Zeilen war nicht sicher, ob der Unterschied signifikant ist. Probanden im Familienkreis, denen eine Sportuhr mit altem und neuem Display ohne weitere Erklärung vorgelegt wurde, haben dagegen erstaunlich treffsicher das optimierte Modell erkannt und auch die Verbesserungen als gut sichtbar empfunden.

Auf unserem Vergleichsbild ist der Unterschied zu einer Enduro 2 (baugleich Fenix 7X) sehr deutlich zu sehen - für unser Gefühl sogar etwas zu deutlich. Dieses Bild ist vollständig unbearbeitet (bei den anderen Fotos haben wir teils Staubpartikel entfernt, das Aufmacherbild ist etwas weitergehend bearbeitet).
Auch das neue MIP-Display ist Always-on und im Sonnenlicht sehr gut ablesbar - je mehr, desto besser. An den Optionen im Hinblick auf aktivierbare Hintergrundbeleuchtung, sowohl manuell auf Knopfdruck wie durch Gesten, wurde nichts geändert.
Die zweite Neuerung betrifft primär die kleine Fenix 7S Pro und die mittlere Fenix 7 Pro: Auch diese Modelle verfügen nun über die Taschenlampe, die es bei der Fenix 7X seit Markteinführung gibt. Die Lampen können mit einem schnellen Doppeldruck auf die Taste links oben aktiviert werden.
Es gibt mehrere Lichtstärken sowie eine alternativ einschaltbare rote LED. Mit dem weißen Licht kann man im unbekannten Hotelzimmer das Bad suchen, in Höhlen den Ausgang und nachts beim Hundegang das Häufchen zum Einsammeln. Wir haben die Lampe auf der Enduro 2 fast täglich im Einsatz und möchten sie auf keinen Fall mehr missen.








Sie ist außerdem beim Laufen bei unerwarteter Dunkelheit zum Ausleuchten des Weges geeignet, allerdings nicht grundsätzlich als Ersatz für eine Stirnlampe. Das rote Licht kann unter anderem in einem Stroboskopmodus als Warnung für Autofahrer verwendet werden - aber auch das ist eher eine Notlösung.
Dritte Neuerung bei der Hardware: Garmin hat einen neuen Herzfrequenzsensor im Einsatz, Elevate Gen 5 heißt das dann. Details gibt es von Garmin nicht; in einer Präsentation wurde vor allem gesagt, dass mit dem Mehr an Licht der Puls auch unter sonst schwierigen Bedingungen zuverlässiger gemessen werden kann.
Das könnte Einsätze beim Radfahren meinen, bei denen sich die Sensoren der meisten Sportuhren wegen des Gewackels etwas schwertun.
Neuer Ausdauerwert und rotes Licht
Abgesehen von diesen Änderungen an der Hardware gibt es keine sicht- oder spürbaren Änderungen gegenüber den am besten ausgestatteten Fenix-7-Versionen. Gewicht und Größe sind ebenso gleich geblieben wie die offiziellen Akkulaufzeiten, das GPS-Modul, die Bildschirmgrößen und die -auflösungen.
Allerdings sind nun alle Modelle mit den gleichen Komponenten bestückt, auch mit 32 GByte Speicher. Nur beim Displayglas findet sich noch ein Unterschied - dazu später. Es gibt keine Unterstützung für EKG und keine Version etwa mit Datenübertragung per LTE.
Die Fenix 7 Pro gibt es nur noch mit Solarladung - erkennbar am Ring rund um das Display. Die kleine S Pro kommt damit im Smartwatch-Modus auf 11 Tage (mit Sonne: 14 Tage) und mit GPS-only auf 37 Stunden (mit Sonne: 46 Stunden).
Die 7 Pro schafft als Smartwatch laut Garmin 18 Tage (mit Sonne: 22 Tage) und mit GPS-only bei Aktivitäten bis zu 57 Stunden (mit Sonne: 73 Stunden). Bei der großen 7X sind es als Smartwatch rund 28 Tage (mit Sonne: 37 Tage) und bei GPS-Trainings rund 89 Stunden (mit Sonne: 122 Stunden).
Garmin hat bei den neuen Pro-Modellen außerdem weitere Apps und Widgets verbaut. Bis auf sehr wenige Details (etwa die Zifferblätter) sollen die Neuerungen alle früher oder später auch als Update auf die bisher verfügbaren Fenix 7 kommen.
Golem.de hatte beim Hands-on voll funktionsfähige Prototypen. Die konnten aber nicht mit Garmin Connect gekoppelt werden, so dass wir die Sportuhren zwar bedienen und durch die Menüs scrollen, sie aber nicht aktiv ausprobieren konnten.
Eine neue Funktion heißt Ausdauerwert, sie soll allen Ausdauersportlern im Zusammenspiel mit VO2max eine langfristige Kurve zeigen, anhand der man die Zunahme oder Abnahme der Ausdauer erkennen kann.








Nur an Läufer (insbesondere Trailrunner) richtet sich ein neuer Hill Score, mit dem man seine Ausdauer und die Stärke bei Bergläufen besser einschätzen können soll.
Dazu kommen weitere Detailverbesserungen, etwa Overlays mit Temperatur und Niederschlag auf den Karten sowie einblendbare Hinweise auf Abzweigungen beim Navigieren. Und: Es gibt mehr als 30 zusätzliche Aktivitäten, darunter Tischtennis, Bogenschießen und Ultimate Frisbee.
Garmin Fenix 7 Pro: Verfügbarkeit und Preise
Die Garmin Fenix 7 Pro ist in den drei genannten Größen ab sofort erhältlich. Es gibt mehrere Farbversionen sowie einen Unterschied in Sachen Hardware: Der Hersteller bietet Modell mit Power Glas (Kunststoff) sowie mit Saphirglas an.
Die Preise reichen von 850 Euro bis 1.250 Euro (mit Titanband). Die Fenix 7S Pro und die Fenix 7 Pro mit Saphirglas kosten ab 950 Euro, die größere 7X Pro ist 100 Euro teurer.
Zum Thema Smartwatches informieren wir auch in unserem Technik-Ratgeber mit einem Smartwatch-Vergleich .



