Fitnessanalysen und Food-Logging
Nur bei Garmin lassen sich Trainingseinheiten mit Fotos ergänzen (maximal 10 MByte pro Bild) und relativ komfortabel teilen. Auch die Suche nach älteren Aktivitäten funktioniert deutlich besser – praktisch, wenn man etwa Details zu einer Wanderung vor einigen Jahren benötigt.
Ein weiterer klarer Pluspunkt ist die integrierte Ausrüstungsverwaltung: Garmin Connect kann hinterlegen, mit welchen Schuhen, Fahrrädern oder Komponenten trainiert wurde, und die jeweilige Laufleistung automatisch mitführen. So lässt sich Verschleiß nachvollziehen, etwa bei Laufschuhen oder Fahrradketten – eine Funktion, die Amazfit Zepp vollständig fehlt.
Fitnessanalysen: Stress und Herzfrequenz
Sowohl Garmin als auch Amazfit setzen bei ihren Fitnessanalysen auf einen zentralen Energiewert: Body Battery bei Garmin, Biocharge bei Zepp. Funktional sind sich die Konzepte ähnlich. Grundlage sind Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität, die sich vor allem nachts regenerieren und im Tagesverlauf durch Aktivität, Stress und Training abbauen. Beide Werte sollen die aktuelle Belastbarkeit des Körpers auf einen Blick zeigen.
Garmin fokussiert stärker auf Stress und nutzt die Herzfrequenzvariabilität, um Belastung und Erholung differenziert zu trennen. Biocharge gewichtet Schlafdaten stärker, die nächtliche Erholung hat dadurch einen größeren Einfluss auf den morgendlichen Wert.
Ein relevanter Unterschied liegt in der Datenbasis: Biocharge berücksichtigt auch importierte Trainingsdaten. Body Battery bezieht hingegen nur Aktivitäten ein, die mit einem getragenen Garmin-Wearable aufgezeichnet wurden – nicht einmal Daten von Fitnessgeräten über die offizielle API fließen ein. Das kann den Wert in gemischten Trainingsumgebungen deutlich verfälschen.
Abseits von Body Battery und Biocharge bieten beide Plattformen alle relevanten Grundlagen wie Herzfrequenz, HRV, Stress, Schritte und Schlaf inklusive Langfristübersichten – an der Datenabdeckung fehlt es keinem der Systeme.
Schlafanalyse: gute Regeneration?
Bei der Schlafanalyse liefern Garmin Connect und Amazfit Zepp eine sehr ähnliche Basis. Beide erfassen Schlafdauer, Schlafphasen, Herzfrequenz und Atemfrequenz und bereiten die Daten übersichtlich mit Zeitachsen und Scores auf. Schlafbeginn und -ende lassen sich bei beiden Apps morgens komfortabel korrigieren, falls die automatische Erkennung danebenliegt.
In der Auswertung setzen die Plattformen unterschiedliche Schwerpunkte. Garmin betrachtet Schlaf stärker als Teil des Gesamtsystems aus Stress, HRV und Body Battery. Amazfit Zepp rückt den Schlaf etwas mehr in den Vordergrund und verknüpft ihn direkter mit Biocharge.
Ernährung: Kalorien und Protein
Garmin Connect geht beim neuen Food-Logging, das ein Abo voraussetzt, sinnvoll ins Detail. Die App greift auf eine umfangreiche Lebensmitteldatenbank zu, deren Nährwerte nach unserer Erfahrung sehr genau sind. Lebensmittel lassen sich per Texteingabe suchen, per Barcode scannen oder auch fotografieren, wobei die Erkennung in vielen Fällen erstaunlich gut funktioniert. Ziel ist es, möglichst das konkrete Produkt oder Lebensmittel zu identifizieren und nicht nur eine grobe Kategorie.
















Amazfit Zepp verfolgt einen anderen Ansatz. Eine Barcode-Suche gibt es nicht, sowohl bei Text- als auch bei Fotoeingaben wird meist nur ein generisches Lebensmittel erkannt, dessen Nährwerte jedes Mal neu geschätzt werden.
Das funktioniert grundsätzlich ordentlich, ist aber weniger exakt: Dasselbe Produkt kann bei mehrfacher Erfassung leicht unterschiedliche Ergebnisse liefern. Beide Plattformen erfassen Kalorien sowie Protein, Fett und Kohlenhydrate, verzichten jedoch auf Ballaststoffe. Zepp ergänzt das Protokoll um eher allgemeine KI-Ernährungstipps in Textform.
Trainingsdaten: Import und Export
Beim Datenimport und -export sind beide Plattformen ähnlich aufgestellt. Trainingsdaten lassen sich importieren und exportieren, und auch die Anbindung externer Dienste ist grundsätzlich möglich.
Garmin Connect wird jedoch von deutlich mehr Drittplattformen und Synchronisationstools direkt unterstützt, was vor allem an der größeren Verbreitung liegt. Ein populäres Beispiel ist Rungap, das zahlreiche Sportportale anbinden kann – Amazfit Zepp jedoch nicht.