Sportuhr: Huawei Watch GT 7 Pro wird fast zum Fahrradcomputer
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Wer im Spätsommer eine neue Smartwatch mit umfangreichen Skifunktionen ankündigt, muss damit rechnen, dass Tester bei der praktischen Überprüfung an gewisse Grenzen stoßen. Das gilt zumindest für die neue Huawei Watch GT 7 Pro: Selbst mit viel gutem Willen haben wir Ende August in München keine brauchbare Skipiste gefunden. Und Golf spielen wir nicht.
Immerhin bleibt das Fahrrad. Und gerade dort hat Huawei die Watch GT 7 Pro um Funktionen erweitert, die wir nach mehreren Tagen mit der Uhr für ziemlich gelungen halten. Dazu kommen ein sehr helles AMOLED-Display, lange Akkulaufzeiten und neue Auswertungen für Gesundheit und Erholung.
Die Watch GT 7 Pro ist das Spitzenmodell der neuen GT-7-Familie und ausschließlich mit 46-mm-Gehäuse erhältlich. Huawei verwendet eine Lünette aus nanokristalliner Keramik, einen Mittelrahmen aus Titanlegierung und Saphirglas.
Die Uhr wiegt ohne Armband rund 55,5 Gramm und trägt sich trotz ihrer Größe sehr angenehm. Dazu trägt auch das neue Easycross-Armband bei. Das Ende wird so geführt, dass es flach am Handgelenk anliegt und weder absteht noch leicht an Kleidung hängenbleibt.
Technisch ähnelt die Watch GT 7 Pro ihrem Vorgänger ungewöhnlich stark. Abmessungen, Displaygröße und -auflösung, maximale Helligkeit und selbst die Akkukapazität haben sich gegenüber der GT 6 Pro praktisch nicht verändert.
Die wichtigsten Neuerungen stecken diesmal in den Sport- und Softwarefunktionen: Dazu gehören die Anstiegsplanung fürs Radfahren, umfangreichere Ski- und Golffunktionen sowie der neue Leistungsfähigkeits-Score. Beim Gewicht legt die neue Uhr minimal von 54,7 auf 55,5 Gramm zu.
| Huawei Watch GT 7 Pro | |
|---|---|
| Größe / Gewicht | 45,6 × 45,6 × 11,25 mm / 55,5 g (Gehäuse) |
| Display | 1,47 Zoll AMOLED / 466 × 466 Pixel |
| Maximale Helligkeit | 3.000 Nits |
| Akku | 867 mAh |
| Akku Alltag | bis 21 Tage / 12 Tage typisch |
| Akku GPS-Sport | bis 51 Stunden |
| Wasserschutz | 5 ATM / IP68 / IP69 |
Ob Huawei die neuen Funktionen teilweise auch für die technisch sehr ähnliche Watch GT 6 Pro nachreicht, ist noch offen. Einige Funktionen sind beim Vorgänger allerdings bereits per Software hinzugekommen. So beherrscht die GT 6 Pro inzwischen beispielsweise die ohne zusätzlichen Sensor ermittelte Trittfrequenz beim Radfahren.
Zum verwendeten Prozessor macht Huawei weiterhin keine Angaben. Ob sich die Rechenhardware gegenüber der GT 6 Pro geändert hat, ist daher nicht bekannt.
Eines der Highlights ist für uns das Display. Die 3.000 Nits gab es zwar schon beim Vorgänger, im Alltag zeigt sich aber, wozu diese Reserve gut ist. Auch andere hochwertige Smartwatches sind im Freien inzwischen sehr gut ablesbar.
Bei ungünstigen Bedingungen mit praller Sonne, Spiegelungen und einem nicht mehr ganz sauberen Display schafft es die GT 7 Pro aber, noch einmal so viel Licht dagegenzusetzen, dass Inhalte sehr gut erkennbar bleiben. Gerade bei Outdoor-Aktivitäten ist das wichtiger als ein theoretischer Rekordwert.
Bergfahrten mit Climb Pro
Das interessanteste neue Feature konnten wir auf dem Fahrrad ausprobieren. GPX-Strecken lassen sich über Huawei Health importieren und auf die Uhr übertragen. Vor der Tour analysiert die GT 7 Pro nun die Route und erstellt eine Liste der enthaltenen Anstiege. Angezeigt werden unter anderem deren Zahl, Länge und durchschnittliche Steigung.
Das erinnert stark an Climbpro von Garmin und funktioniert während der Fahrt ähnlich. Erreichen wir einen zuvor erkannten Anstieg, bekommen wir eine eigene Darstellung mit Informationen darüber, wie viel bereits geschafft ist und was noch vor uns liegt.
Huawei zeigt unter anderem die durchschnittliche Steigung, bereits bewältigte Höhenmeter, die verbleibende Kletterdistanz und den Fortschritt des jeweiligen Abschnitts an. Nach einem Anstieg folgt die Entfernung bis zum nächsten.
Ganz so elegant wie beim Vorbild ist die Umsetzung noch nicht. In unserem Versuch wechselte die GT 7 Pro beispielsweise nicht automatisch auf die entsprechende Anstiegsseite. Inhaltlich ist die Funktion aber schon ziemlich nah an Garmins Lösung. Sind alle Anstiege geschafft, geht es wieder zurück zur normalen Kartendarstellung.
Nur eine Kleinigkeit fehlt uns: Garmin belohnte erfolgreiche Bergbezwinger zumindest früher mit einem gepiepsten Liedchen. Huawei bleibt nach getaner Arbeit deutlich nüchterner.
Praktisch ist außerdem, dass man sich die Liste der Anstiege bereits vor dem Start ansehen kann. Wer eine längere Tour plant, weiß damit vorher, wie viele unangenehme Überraschungen noch zwischen Start und Ziel liegen.
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