Huawei Watch GT 7 Pro: Verfügbarkeit und Preis
Huawei baute zusätzlich eine Warnung vor scharfen Kurven ein. Bei einer importierten Route kann die Uhr daher vor entsprechend kritischen Stellen warnen. Berücksichtigt werden dabei laut Huawei unter anderem Streckenverlauf und Geschwindigkeit: Konkret geht es ab 35 km/h und einer 90-Grad-Kurve los. Eine ähnliche Funktion bei Garmin springt sehr viel früher und damit öfter an; wir bevorzugen klar die Lösung von Huawei.
Auch abseits dieser neuen Bergfunktionen ist die GT 7 Pro für Radfahrer ungewöhnlich komplett. Virtuelle Leistungswerte ohne Powermeter gab es bereits bei der Watch GT 6. Die GT 7 Pro kombiniert diese mit einer ebenfalls ohne zusätzlichen Sensor ermittelten Trittfrequenz. Vor allem deren Werte machten bei unseren Fahrten einen relativ plausiblen Eindruck.
Natürlich ersetzt die errechnete Leistung keinen echten Powermeter. Für ambitionierte Radsportler mit Leistungsmesspedalen ist das kaum ein Grund, die vorhandene Hardware abzubauen. Für die deutlich größere Gruppe, die einfach mit Fahrrad und Uhr losfährt, ist das Paket dagegen sehr interessant.
Zusammen mit Navigation, Höhenprofil, virtueller Leistung, Trittfrequenz und den neuen Anstiegsfunktionen bekommt man bemerkenswert viele Daten, ohne Sensoren, Fahrradcomputer oder Leistungsmesspedale kaufen zu müssen. Gerade für Gelegenheitsfahrer ist die GT 7 Pro damit eine der interessanteren Sportuhren fürs Radfahren.
Noch umfangreicher baute Huawei offenbar den Skimodus aus. Ausprobieren konnten wir ihn aus naheliegenden meteorologischen Gründen nicht. Auf dem Papier ist das Angebot aber umfangreich.
Die GT-7-Serie unterstützt alpines Skifahren und Snowboarden. Die Uhr erfasst nicht nur Geschwindigkeit, Distanz und Höhenunterschiede, sondern analysiert einzelne Schwünge. Dazu gehören Anzahl und Frequenz der Kurven, die Verteilung auf Links- und Rechtskurven sowie auftretende G-Kräfte. Huawei zufolge kann die Uhr außerdem unterschiedliche Arten von Schwüngen erkennen und Liftfahrten von Abfahrten unterscheiden.
Dazu kommen Karten von mehr als 3.000 Skigebieten weltweit. Darauf sind unter anderem Pisten samt Schwierigkeitsgrad, Namen und Liftanlagen verzeichnet. Außerdem können Mitglieder einer Skigruppe ihre Position über Huawei Health miteinander teilen.
Wir können nicht beurteilen, wie zuverlässig die automatische Unterscheidung zwischen Liftfahrt und Abfahrt oder die Klassifizierung der Schwünge in der Praxis funktioniert. Die von uns konsultierten Skifahrer fanden insbesondere die Kombination aus Pistenkarten, Schwunganalyse und G-Kräften aber zumindest auf dem Papier interessant.
Beim Golf sieht es ähnlich aus – mit dem Unterschied, dass hier nicht das Wetter unser Problem ist, sondern der Tester. Die entsprechenden Neuerungen gibt es zudem ausschließlich bei der GT 7 Pro.
Huawei nennt fünf größere Erweiterungen. Die Uhr kann die Distanz zum Ziel unter Berücksichtigung des Gefälles beziehungsweise der Steigung berechnen, automatisch die Länge des vorherigen Schlags erfassen und die Position der Fahne auf dem Green manuell korrigieren. Die Green-Ansicht dreht sich automatisch entsprechend der eigenen Position und Blickrichtung. Dazu kommt eine farbige Scorecard für den kompletten Platz.
Auch hier gilt deshalb: Das klingt nach Rücksprache mit Leuten, die tatsächlich Golf spielen, durchaus sinnvoll. Ob die Funktionen auf dem Platz genauso gut funktionieren, können wir nicht beurteilen.
Huawei erweitert außerdem seine Gesundheits- und Erholungsfunktionen. Neu ist der Leistungsfähigkeits-Score beziehungsweise Physical Readiness Score. Er soll morgens auf einen Blick zeigen, wie gut sich der Körper erholt hat.
Dafür werden verschiedene Gesundheits- und Erholungsdaten zusammengeführt. Huawei nennt unter anderem Schlafdaten, Herzfrequenzvariabilität und Stress. Der Wert reicht über fünf Stufen bis maximal 100 Punkte. Die Uhr übersetzt das Ergebnis in eine Einschätzung, ob eher Erholung oder auch intensivere Aktivitäten angebracht sind.
Dazu gibt es morgens ein kurzes Briefing mit einer Zusammenfassung der Gesundheits- und Sportdaten. Das Konzept erinnert an Funktionen, die wir beispielsweise von Garmin kennen.
Umfassende Diagnose am Handgelenk
Die Pro bietet darüber hinaus EKG, kontinuierliche Herzfrequenzmessung, automatische SpO2-Messungen, Schlaf- und Stressanalyse sowie Hauttemperaturmessung. Die Gesundheitsfunktionen sind ausdrücklich nicht für medizinische Diagnosen gedacht.
Beim Akku bleibt Huawei seiner bisherigen Linie treu. In der GT 7 Pro steckt wie im Vorgänger ein 867 mAh großer Akku. Der Hersteller nennt bis zu 21 Tage bei leichter und zwölf Tage bei typischer Nutzung. Mit dauerhaft aktiviertem Always-on-Display sollen noch bis zu sieben Tage möglich sein. Für den Trailrunning-Modus nennt Huawei bei der GT 7 Pro bis zu 51 Stunden.
Damit fällt auch beim Akku der Generationssprung eher klein aus. Schon die GT 6 Pro kam laut Huawei auf bis zu 21 Tage bei leichter beziehungsweise zwölf Tage bei typischer Nutzung. Im Outdoor-Sportmodus waren es beim Vorgänger bis zu 40 Stunden.
Aufgeladen wird kabellos – leider mit einem Puck am USB-A-Kabel. Die GT 7 Pro ist nach 5 ATM sowie IP69 geschützt und kann bis zu einer Tiefe von 40 Metern zum Freitauchen verwendet werden.
NFC, Mikrofon und Lautsprecher sind ebenfalls vorhanden. Bezahlen ist über Curve Pay möglich. Die Uhr funktioniert sowohl mit Android-Smartphones als auch mit dem iPhone. Unter iOS lassen sich Nachrichten zwar anzeigen, aber nicht direkt von der Uhr beantworten.
Die Watch GT 7 Pro ist laut Huawei(öffnet im neuen Fenster) ab dem 2. September 2026 in verschiedenen Farbversionen für rund 430 Euro erhältlich. Die normale Watch GT 7 gibt es mit 46 und 41 mm für rund 300 Euro.
Sie verwendet einfachere Materialien statt Titan, Keramik und Saphirglas und verzichtet unter anderem auf EKG, Tiefensensor und Freitauchen bis 40 Meter. Die 46-mm-Version hat aber ebenfalls ein 1,47-Zoll-AMOLED mit 3.000 Nits und erreicht laut Huawei wie die Pro bis zu 21 Tage Akkulaufzeit.
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