Sports Mode: Mediatek schummelt bei Smartphone-Benchmarks

Per Whitelist übertaktet Mediatek seine Chips für Smartphones - sportlich ist das nicht.

Artikel veröffentlicht am ,
Anhand des Helio P95 wurde die Schummelei festgestellt.
Anhand des Helio P95 wurde die Schummelei festgestellt. (Bild: Mediatek)

Der SoC-Hersteller Mediatek beliefert offenbar bereits seit Jahren seine Partner mit einer Firmware, die darauf ausgelegt ist, in Smartphone-Benchmarks sehr viel höhere Resultate zu erreichen. Das berichtet Anandtech mit Verweis auf neun Geräte von sechs Herstellern, bei denen sieben Chips verwendet werden.

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Besonders fies ist dabei, dass nicht nur öffentliche Benchmarks in einer Whitelist verzeichnet sind, sondern teils auch Corporate-Versionen, wie sie auch von Golem für Tests eingesetzt werden. Anandtech kam Mediatek auf die Spur, weil das europäische Oppo Reno3 Pro mit Mediateks Helio P95 im PCMark10 drastisch bessere Werte verzeichnete als das chinesische Oppo Reno3 Pro mit Qualcomms Snapdragon 765G und selbst das Oppo Reno3 mit Mediateks eigentlich klar schnellerem Dimensity 1000L schlägt. Mit einer modifizierten Installation des PCMark10 schneidet das Oppo Reno3 Pro mit Helio P95 hingegen wie erwartet ab.

Neben Smartphones von Oppo zeigen auch Geräte von iVoomi, Realme, Sony, Vivo und Xiaomi ein ähnliches Verhalten - sie alle sind mit SoCs von Mediatek ausgestattet. In der Firmware ist eine Whitelist hinterlegt, welche für bestimmte Anwendungen einen sogenannten Sports Mode aktiviert. Der agiert durchaus sportlich, zumindest was die Performance anbelangt, denn der Sports Mode zieht die Spannungs/Takt-Kurve (DVFS) nach oben und sorgt für ein weitaus aggressiveres Scheduling. Das hat allerdings auch zur Folge, dass die SoCs deutlich mehr Leistung aufnehmen und im schlimmsten Fall überhitzen.

In einem Statement spricht Mediatek von akzeptierten Industriestandards und dass der Markt diese nachfrage, zudem sei der Sports Mode in enger Abstimmung mit den Partnern entstanden. Der Fokus liege auf Benchmarks, im Alltag hingegen würden die eigenen Chips mit optimierten Einstellungen für Geschwindigkeit und Effizienz laufen. Bisher war Benchmark-Cheating primär vonseiten der Partner bekannt - Huawei schummelte 2018 im 3DMark. Vor einigen Jahren trickste Samsung im GFXBenchmark, was zu einer Sammelklage und einer Ausgleichszahlung von 13,4 Millionen US-Dollar führte (PDF).

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masel99 09. Apr 2020

Die Geschichten die mehrere Kartellbehörden beschäftigt haben.

yumiko 09. Apr 2020

Nvidia?

ubuntu_user 09. Apr 2020

1. kostet das nicht Performance eine Whitelist im Treiber zu pflegen? 2. Wird bei...

JouMxyzptlk 09. Apr 2020

Es ist viel einfacher Benchmarks zu Cheaten als man denkt - und die Werte fallen in...



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