Sport-Streaming: Schlag gegen milliardenfach genutzten illegalen Streamingdienst
Die Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) hat zusammen mit der Uefa und mexikanischen Strafverfolgungsbehörden 44 Domains eines illegalen Sport-Streamingdienstes namens PirloTV beschlagnahmt. Wie die ACE in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) schildert, verzeichneten die betroffenen Domains zuletzt 950 Millionen Aufrufe pro Jahr und waren Teil eines größeren Netzwerks von Piraterieseiten.
Besonders beliebt war PirloTV in Mexiko. Allein dieses eine Land steuerte den Angaben zufolge jährlich 230 Millionen Aufrufe bei. Aber auch aus anderen Ländern hatte PirloTV viele Besucher, darunter solche aus der EU. Besonders viel Traffic kam laut der ACE neben Mexiko aus Kolumbien, Spanien und den USA.
Die Übernahme der 44 Domains erfolgte laut Mitteilung im Vorfeld des Finalspiels der Uefa Champions League, welches am 30. Mai stattfand. Damit ist die Aktion schon knapp einen Monat her. Warum die ACE ihren Erfolg erst jetzt bekannt gibt, ist allerdings unklar. Zu möglichen Festnahmen oder anderen Maßnahmen gegen die Betreiber von PirloTV machte die Organisation ebenfalls keine Angaben.
PirloTV scheint weiterzulaufen
Das Ende von PirloTV scheint mit der Übernahme der 44 Domains derweil noch nicht eingeläutet zu sein. Wie das Nachrichtenportal Torrentfreak berichtet(öffnet im neuen Fenster), gibt es inzwischen neue Domains, die augenscheinlich mit dem Piraterienetzwerk in Verbindung stehen und weiterhin voll funktionsfähig sind. Auch Bleeping Computer machte nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) mehrere solcher Domains ausfindig.
Besuchern der neuen Domains wird den Berichten zufolge "das typische PirloTV-Branding" angezeigt. Angeboten werden unter anderem Spiele der laufenden Fußball-WM sowie Livestreams mehrerer Sport-TV-Sender.
Ob dahinter tatsächlich der ursprüngliche Betreiber von PirloTV steckt, bleibt jedoch unklar. Denn nach der Zerschlagung stark frequentierter illegaler Streamingdienste tauchen oftmals auch Nachahmer auf, die die betroffenen Portale nachbauen und deren Markennamen missbrauchen, um Traffic über Suchmaschinen abzugreifen. So oder so dürfte die Beschlagnahmung der 44 Domains PirloTV aber einiges an Aufrufen gekostet haben, da Nutzer nicht mehr die gewohnten Webadressen ansteuern können.
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