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E-Sport hat bei den kognitiven und mentalen Anforderungen viele Parallelen zum "richtigen" Sport.
E-Sport hat bei den kognitiven und mentalen Anforderungen viele Parallelen zum "richtigen" Sport. (Bild: Patrick Strack/ESL)

Sport oder nicht?: Was E-Sport dem Kirschkernweitspucken voraushat

E-Sport hat bei den kognitiven und mentalen Anforderungen viele Parallelen zum "richtigen" Sport.
E-Sport hat bei den kognitiven und mentalen Anforderungen viele Parallelen zum "richtigen" Sport. (Bild: Patrick Strack/ESL)

In Deutschland ist E-Sport noch kein richtiger Sport. Aber ist das nicht völlig egal?
Von Sebastian Wochnik

Ist E-Sport ein richtiger Sport? - Nein, sagt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), ja, sagt die Wissenschaft. Na was denn nun? Selbst in der Szene ist man sich nicht einig: Die ESL sieht das professionelle Spielen ganz klar als Sport, manche E-Sportler zeigen sich im Gespräch mit Golem.de gar nicht so sicher. Letztendlich wird die Antwort auf die wohl umstrittenste Frage der Szene aber irrelevant sein: Der E-Sport wird es auch ohne die Anerkennung seitens des DOSB schaffen, sich mit der Zeit in der Gesellschaft zu etablieren.

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Was macht einen Sport überhaupt zum Sport? Nur unter dem Dach des DOSB wird in Deutschland etwas zu einem Sport. Auch das Kirschkernweitspucken hat sich darum beworben - vergeblich. Wer als Sport anerkannt werden will, muss Mitglied des DOSB sein. Nur wer die Voraussetzungen der Aufnahmeordnung erfüllt, hat Zugriff auf die staatlichen Sport-Fördertöpfe und schiebt sich gleichzeitig auch ins Blickfeld der Öffentlichkeit, der Medien und Sponsoren.

Zentrale Anforderung an einen Sport ist eine "eigene, sportartbestimmende motorische Aktivität". Wenn das Kirschkernweitspucken diese schon nicht erfüllte, wie soll es dann der E-Sport schaffen? Andererseits ist auch Schach ein vom DOSB anerkannter Sport, und bei dem Denksport von einer motorischen Aktivität zu sprechen, ist gewagt.

"Argumentation an den Haaren herbeigezogen"

Die Argumentation des DOSB sei "an den Haaren herbeigezogen", sagte deshalb Ingo Frobörse, Professor an der Sporthochschule Köln, im vergangenen Jahr im Gespräch mit Golem.de. "E-Sport ist ganz klar ein Sport. Die Feinmotorik der Spieler ist herausragend. Und man kann mehr körperliche Ertüchtigung sehen als bei einem Sportschützen." Besonders bei den kognitiven und mentalen Anforderungen sehe er Parallelen zum "richtigen" Sport.

E-Sport hat dem Kirschkernweitspucken jedoch eines voraus: Er hat die Anerkennung als Sport eigentlich nicht nötig. Denn die Hauptgründe, das anzustreben, sind Aufmerksamkeit und damit Geld durch neue Sponsoren. Beides hätte das professionelle Kirschkernweitspucken nötig, der E-Sport nicht. Bereits jetzt berichten praktisch alle deutschen General-Interest-Medien über E-Sport, sei es über die ESL-One-Events in der Lanxess- und Commerzbank-Arena oder die hohen Preisgelder des The International - teils sogar ausführlicher als die deutsche Spielepresse.

Anders als bei der Berichterstattung über Videospiele ist die Grundhaltung zu E-Sport in den Medien auch nicht negativ, E-Sport wird ernst genommen und als Sport dargestellt und nicht als simples Herumgeklicke wahrgenommen. Besonders deutlich wurde das in der Debatte um Doping im E-Sport. War das beim Kirschkernweitspucken je ein ernsthaftes Thema? Und beim Radrennen, bei der Leichtathletik, im Gewichtheben? Eben.

Durch die Berichterstattung in den klassischen Medien gelangt E-Sport in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Skepsis ist dem Thema gegenüber immer noch vorhanden, denn für viele sind Videospiele immer noch kein ernstzunehmendes Medium - und das professionelle Spielen dieser erst recht kein Sport. Der Wandel ist aber deutlich: Wenn selbst die konservative FAZ von "Spielen in der Mitte der Gesellschaft" spricht und fordert, dass auch E-Sport ernst genommen wird oder der Fernsehsender ESPN über E-Sport als ernsthafte Sportart berichtet, werden mit der Zeit die Skeptiker weniger.

Bis dahin kann es noch dauern, doch auch das dürfte kein Problem sein. E-Sport ist nicht einfach ein kurzer Trend, sondern existiert schon seit Jahren. Und auch finanziell geht es der Szene sehr gut, auf Fördergelder seitens des Bundes ist sie nicht angewiesen. E-Sport profitiert anders als viele andere Nischensportarten, etwa das Kirschkernweitspucken, von der klar definierten Zielgruppe: jung, männlich und technikaffin - das trifft auf die überwiegende Zahl der E-Sport-Zuschauer zu.

Ein toller Werbemarkt

Auf kaum einem anderen Event können Firmen wie Asus, Intel oder Razer so gezielt ihre Kernzielgruppe ansprechen. E-Sport ist also das ideale Marketingwerkzeug. Das lässt sich negativ deuten, denn der E-Sport wurde in den vergangenen Jahren extrem kommerzialisiert. Sponsorings sichern aber auch die Finanzierung der Szene; ohne sie wäre der E-Sport wesentlich kleiner und Turniere wie in der Lanxess-Arena noch undenkbar. Mit dem zunehmenden Wachstum des E-Sports kommen noch weitere Sponsoren hinzu, etwa Coca-Cola oder American Express, die bereits jetzt Riots LCS unterstützen.

E-Sport gewinnt stetig an Bedeutung, auch ohne offiziell eine Sportart zu sein. Und hat er erst mal die breite Masse erreicht, wird auch in Deutschland E-Sport vom DOSB anerkannt - wie in den USA, Niederlanden, Schweden, China und Südkorea.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


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Baron Münchhausen. 30. Aug 2015

Schön für sie, und damit ändert sich an meiner Aussage nichts. Schön für sie, und damit...

jidmah 29. Aug 2015

Da stimme ich dir ja zu, du verstehst mich nur falsch. Wer unranked spielt kann trotzdem...

jidmah 29. Aug 2015

Ich gehe jede Wette ein, dass mehr als 4 Musiker an einem Konzert etwas verdienen.

Drizzt 29. Aug 2015

Man sollte schon weiterrecherchieren: http://www.schachbund.de/news/id-10-dosb...

Dwalinn 28. Aug 2015

Du hast wohl noch nie gesehen wie schwer es sein kann Teig zu kneten, in einem Wettkampf...



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