Splashdown: Die Crew 2 von SpaceX ist zurück auf der Erde

In der Nacht zum Dienstag ist die Crew 2 von SpaceX sicher gelandet. Es gab aber Probleme mit den Fallschirmen und der Toilette.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz/
Screenshot aus der Liveübertragung der Bergung der Crew 2 von SpaceX auf dem Youtube-Kanal der Nasa
Screenshot aus der Liveübertragung der Bergung der Crew 2 von SpaceX auf dem Youtube-Kanal der Nasa (Bild: Nasa, Youtube)

Die Crew-2-Besatzung vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX ist in der Nacht zum 9. November 2021 sicher durch eine Wasserung - einen Splashdown - zur Erde zurückgekehrt. Das Crew-Dragon-Endeavour-Raumschiff wurde am 8. November 2021 um 20:05 Uhr (MEZ, 2:05 p.m. EST) mitsamt der vierköpfigen Besatzung der Crew 2 von der Internationalen Raumstation abgedockt.

Ursprünglich sollte die Crew 2 noch die neue SpaceX-Besatzung auf der Raumstation empfangen. Zu der gehört unter anderem auch der Esa-Astronaut Matthias Maurer. Doch der Start der Crew 3 habe sich immer weiter verschoben - schlechte Wetterbedingungen, Krankheit eines Besatzungsmitglieds und erneutes schlechtes Wetter waren die Hauptgründe.

Fallschirmprobleme bei der Rückkehr

Der Splashdown an der Atlantikküste vor Pensacola (Florida) erfolgte knapp achteinhalb Stunden nach dem Abdocken um 4:33 Uhr (10:33 p.m. EST). An Bord des Raumschiffs befanden sich die Nasa-Astronauten Shane Kimbrough (Kommandant) und Megan McArthur (Pilotin), der japanische Jaxa-Astronaut Akihiko Hoshide (Missionsspezialist) und der europäische Esa-Astronaut Thomas Pesquet (Missionsspezialist).

Bei der Rückkehr gab es Probleme mit der Entfaltung eines der vier Hauptfallschirme, wie deutlich auf Aufnahmen der Nasa zu sehen war. Es dauerte über eine Minute, bis er sich vollständig entfaltete. Eric Berger berichtet für Arstechica, dass die Nasa ein ähnliches Verhalten schon bei Tests gesehen hat, wenn sich die Fallschirmleinen bei der Entfaltung zu stark zusammenballen und erst später durch die aerodynamischen Kräfte der Fallschirmkappe auseinandergetrieben werden.

Das zeitweise Fehlen des vierten Fallschirms hatte keine nennenswerten Auswirkungen auf das Bremsverhalten und die Fallgeschwindigkeit der Kapsel. Der vierte Fallschirm wurde im Vergleich zur alten Frachterversion des Dragon-Raumschiffs als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme für die Crew eingeführt. Das Verhalten des Fallschirms wird bis zum Start des nächsten Crew-Dragon-Raumschiffs, mit Matthias Maurer an Bord, eingehend untersucht werden, insbesondere die Belastung der Fallschirmleinen.

Das Toiletten-Problem

Ansonsten verlief die Landung erfolgreich und die SpaceX-Bergungsschiffe haben das Raumschiff und die Astronauten erfolgreich geborgen.. Außerdem soll die Besatzung zum Johnson Space Center der Nasa in Houston geflogen werden. Mit ihren 199 Tagen in der Umlaufbahn waren sie sogar länger als die Crew 1 von SpaceX im All, die Anfang des Jahres 168 Tage in der Erdumlaufbahn verbrachten. Die Crew 2 umrundete die Erde während ihrer 198 Tage, in denen sie an der ISS angedockt waren, 3.194-mal.

"Das Commercial-Crew-Programm der Nasa demonstriert weiterhin einen sicheren, zuverlässigen Transport, um wichtige wissenschaftliche Arbeiten und Wartungsarbeiten auf der Raumstation durchzuführen", beglückwünscht der Nasa-Administrator Bill Nelson die Rückkehr der Crew 2. Wobei es aber auch schon vor der Landung Probleme gab: Die Toilette an Bord des Raumschiffs war defekt.

Bei CNN heißt es, dass man vergangenen Monat erstmals das Toiletten-Problem bei einer anderen Crew-Dragon-Kapsel festgestellt hat. Ein Schlauch, der Urin in den Vorratstank leiten sollte, habe sich gelöst und eine undichte Stelle unter dem Boden der Kapsel verursacht. Alle drei Raumfahrzeuge des Unternehmens seien davon betroffen.

Während des Hinflugs scherzte Pesquet bereits auf Twitter über das geheimste aller Systeme auf dem Raumschiff: "Unsere Toilette! Es gibt einen Vorhang für die Privatsphäre, und der Rest ist eigentlich nur Technik ..." Der einzige Vorteil soll die Aussicht auf die Erde sein und die durften die drei Astronauten und die eine Astronautin nun mit saugfähiger Unterwäsche beziehungsweise Windeln für Erwachsene genießen.

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