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Spirit Aerosystems: Boeing-Whistleblower Joshua Dean ist tot

Der Mann, der Produktionsfehler beim Boeing- Zulieferer Spirit Aerosystems gemeldet hat, ist im Alter von 45 Jahren gestorben.
/ Michael Linden
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Boeing 737 Max (Bild: Boeing)
Boeing 737 Max Bild: Boeing

Ein ehemaliger Qualitätsprüfer, der bei Spirit Aerosystems in Wichita im US-Bundesstaat Kansas arbeitete und später Qualitätsprobleme bei Boeing öffentlich machte, ist tot. Joshua Dean kämpfte laut einem Bericht der Seattle Times(öffnet im neuen Fenster) zwei Wochen lang gegen eine plötzliche und aggressive Infektion, bevor er starb.

Dean war dem Bericht zufolge einer der ersten Whistleblower, die angaben, dass die Spirit-Führung Herstellungsfehler bei der Boeing 737 Max ignoriert habe.

Vorwürfe von Fehlverhalten und Vergeltung

In seiner Funktion als Qualitätsprüfer habe Dean eine Beschwerde bei der Federal Aviation Administration (FAA) eingereicht, in der er "schwerwiegendes und grobes Fehlverhalten des leitenden Qualitätsmanagers der 737-Produktionslinie" bei Spirit bemängelt habe, hieß es. Er wurde im April 2023 entlassen und reichte daraufhin eine Beschwerde ein, in der er angab, er sei entlassen worden, weil er Bedenken hinsichtlich der Flugsicherheit geäußert habe.

Deans Aussagen gewannen an Glaubwürdigkeit, als Spirit im August 2023 bekanntgab, dass im hinteren Druckschott der Max-Flugzeuge unsachgemäß gebohrte Löcher entdeckt worden seien - ein Fehler, der bereits bei den 2019 gebauten Max-Flugzeugen aufgetreten war. Diese Entdeckung führte zu einem weiteren Auslieferungsstopp im Boeing-Werk in Renton.

Der Qualitätsprüfer ist der zweite Whistleblower rund um die Qualitätskrise bei Boeing, der in kurzer Zeit verstarb: John "Mitch" Barnett, ehemaliger Qualitätsmanager im 787-Boeing-Werk, wurde am 9. März 2024 mit einer Schusswunde im rechten Schläfenbereich tot aufgefunden, wie die New York Times berichtete.(öffnet im neuen Fenster)

Barnett starb während eines laufenden Rechtsstreits mit seinem früheren Arbeitgeber Boeing, in dem er behauptete, dass die 787-Flugzeuge gravierende Qualitätsprobleme hätten. Zuvor hatte er bei US-Behörden und der New York Times mehrere Sicherheitsmängel bei den 787-Flugzeugen gemeldet, etwa defekte Sauerstoffmasken, im Flugzeug zurückgelassener Müll und unsachgemäß befestigte Elemente, die elektrische Systeme beeinträchtigen könnten.

Die Umstände von Barnetts Tod führten zu einer polizeilichen Ermittlung, um die genaue Todesursache und Art des Vorfalls festzustellen. Noch ist das Ergebnis nicht bekannt.


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