Spionagevorwurf: EU-Parlament will Kaspersky loswerden

Kommt ein Kaspersky-Verbot in EU-Institutionen? Ja, jedenfalls wenn es nach dem EU-Parlament geht. Mit breiter Wirkung hat es einen Bericht zu "Cybervorfällen" angenommen, der unter anderem ein Verbot der Kaspersky-Software fordert.

Artikel veröffentlicht am ,
Urheber der Resolution ist Urmas Paet aus Estland.
Urheber der Resolution ist Urmas Paet aus Estland. (Bild: European Union/Mathieu Cugnot)

Das EU-Parlament will den russischen Antivirenhersteller Kaspersky Labs aus den Institutionen der Europäischen Union verdrängen. Das haben die Parlamentarier in einer für die Kommission und den Rat nicht bindenden Erklärung entschieden, die zahlreiche weitere Punkte zur Verbesserung der IT-Sicherheit aufführt.

Stellenmarkt
  1. Projektplaner/CAD-Systembetr- euer (m/w/d)
    EMS PreCab GmbH, Papenburg
  2. Software Architect (f/m/d)
    NEXPLORE Technology GmbH, Darmstadt, Essen, München
Detailsuche

Die Resolution wurde von dem konservativen estnischen Politiker Urmas Paet eingebracht. Er sagte zur Begründung der Resolution: "Wir müssen bereit sein, in die Offensive zu gehen. Es ist nicht genug, uns einfach zu verteidigen - manchmal ist es wichtig, aktiv zu werden, zum Beispiel, wenn bekannt ist, wo ein Angriff herkommt." Unklar ist, ob Paet damit auch umstrittene Hackback-Maßnahmen meint. Alle Mitgliedsstaaten der EU sollten "Cyberkapazitäten" entwickeln und in die gemeinsame Verteidigungspolitik einbringen. Außerdem sollte die Kooperation zwischen zivilen und militärischen Akteuren in diesem Bereich verstärkt werden.

Unter den zahlreichen Forderungen befindet sich auch ein Punkt, der sich ausschließlich mit Kaspersky befasst. Die Software sei "als bösartig bestätigt". Es solle daher geprüft werden, die Software von allen Rechnern der EU-Institutionen zu entfernen. Unklar ist, ob und in welchem Umfang Kaspersky-Produkte in der EU eingesetzt werden. Auch weitere "potentiell gefährliche" Software solle entfernt werden, weitere Beispiele werden im Bericht allerdings nicht genannt.

Kaspersky beendet Zusammenarbeit mit EU-Behörden

Kaspersky reagierte enttäuscht auf den Vorfall. Firmengründer Eugene Kaspersky sagte: "Die Entscheidung des EU-Parlaments ist gut für Cybercrime in Europa. Ich will nichts unternehmen, um die Balkanisierung des Internets weiter voranzutreiben, aber ich glaube dass die Entscheidung des EU-Parlaments mir keine Wahl lässt, als selbst aktiv zu werden." Schweren Herzens werde man daher zahlreiche bestehende Kooperationen mit EU-Polizeibehörden einstellen, etwa im Rahmen des Portals No More Ransom und mit der Polizeibehörde Europol.

Golem Karrierewelt
  1. DP-203 Data Engineering on Microsoft Azure: virtueller Vier-Tage-Workshop
    24.-27.01.2023, virtuell
  2. Data Engineering mit Python und Spark: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    18./19.01.2023, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Kaspersky wird seit Jahren immer wieder verdächtigt, mit russischen Behörden zusammenzuarbeiten. Konkrete öffentliche Beweise oder gar eine "Bestätigung" wie sie im Parlamentsbericht genannt wird, gibt es aber bislang nicht.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


bombinho 17. Jun 2018

Immerhin muss man "Mutti" zugute halten, dass nicht jede andere Partei automatisch eine...

ArcherV 16. Jun 2018

IBM Domino + Lotus Notes. Du brauchst aber eine verdammt hohe frusttolleranz + viel...

ArcherV 15. Jun 2018

Diesen Spezialdeal für die Schulen haben wir auch. Für die Verwaltung haben wir ein...

bombinho 15. Jun 2018

Das stimmt. Das wiederum ist deine Meinung, solltest du zufaelligerweise Zugriff auf...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Oliver Blume
VW verwirft Trinity-Modell und plant nochmal neu

VWs Ingenieure müssen den Trinity neu planen, weil das Design bei der Konzernspitze durchgefallen ist. Zudem gibt es eine neue Softwarestrategie.

Oliver Blume: VW verwirft Trinity-Modell und plant nochmal neu
Artikel
  1. Bedenken zu Microsoft 365: Datenschützer will mit Wirtschaft über Office-Software reden
    Bedenken zu Microsoft 365
    Datenschützer will mit Wirtschaft über Office-Software reden

    Bei den Gesprächen könnte herauskommen, dass Microsoft 365 nicht mehr verwendet werden darf.

  2. Smart-TV: Google veröffentlicht Android TV 13
    Smart-TV
    Google veröffentlicht Android TV 13

    Bisher haben die meisten Smart-TVs und Streaminggeräte mit Googles TV-Betriebssystem noch nicht einmal ein Update auf Android TV 12 erhalten.

  3. Soziale Netzwerke: Liken bei Hasspostings kann strafbar sein
    Soziale Netzwerke
    Liken bei Hasspostings kann strafbar sein

    Facebook-Nutzer, die nicht davor zurückschrecken, diskriminierende oder beleidigende oder Postings zu liken, sollten sich das gut überlegen. Denn das Drücken des Gefällt-mir-Buttons kann hier erhebliche rechtliche Folgen haben.
    Von Harald Büring

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5-Bundle vorbestellbar • SanDisk Extreme PRO 1TB 141,86€ • Amazon-Geräte bis -53% • Mindstar: Alphacool Eiswolf 2 AiO 360 199€, AMD-Ryzen-CPUs zu Bestpreisen • Alternate: WD_BLACK P10 2TB 76,89€ • Advent-Tagesdeals bei MediaMarkt/Saturn • Thrustmaster Ferrari GTE Wheel 87,60€ [Werbung]
    •  /