Spionagevorwurf: Auch die Niederlande verbannen Kaspersky-Software

In den Niederlanden dürfen Behörden keine Kaspersky-Software mehr einsetzen. Das Unternehmen wehrt sich gegen die Spionagevorwürfe und gibt Details zu einem Rechenzentrum in der Schweiz bekannt.

Artikel veröffentlicht am ,
Windmühlen in den Niederlanden
Windmühlen in den Niederlanden (Bild: Yannick Heinrich)

Nach US-Regierungsbehörden sollen künftig auch Regierungsstellen in den Niederlanden auf den Gebrauch von Kaspersky-Antivirenprodukten verzichten. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, mit den russischen Behörden zu kooperieren und Spionage zu betreiben, was der Unternehmensgründer Eugene Kaspersky stets zurückweist.

Der niederländische Justizminister Ferdinand Grapperhaus kündigte das neue Vorgehen in einem Brief an und begründete dies mit "Risiken für die nationale Sicherheit". Er verwies auf eine gründliche Prüfung der Software, die Hinweise auf digitale Spionage und Sabotage gebe. Nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur ANP sagte Kaspersky: "Es hat den Anschein, dass unser Unternehmen Opfer von geopolitischen Entwicklungen ist."

Kaspersky will mit einer im Oktober vergangenen Jahres angekündigten Transparenzinitiative kontern. Das Unternehmen teilte in dieser Woche mit, wichtige Teile der eigenen Forschungsinfrastruktur von Russland in die Schweiz zu verlegen. So solle dem Verdacht entgegengewirkt werden, russische Behörden hätten direkten Zugriff auf die Server und Virensignaturen. Das Rechenzentrum soll in Zürich stehen und die Daten aller Kunden aus Europa, Nordamerika, Singapur, Australien, Japan und Südkorea verarbeiten. Das Unternehmen will außerdem den Quellcode der Software offenlegen.

Darüber hinaus soll der gesamte Build-Prozess der Kaspersky-Software nach Zürich verlagert werden. Die Software soll dann dort mit einem Zertifikat signiert werden. Der Prozess soll von Dritten unabhängig überwacht werden können. Auch andere Teile der Software sollen unabhängig überprüft werden. Zuvor hatten mehrere Antivirenhersteller Regierungen den Zugang zu Sourcecode verweigert.

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Anonymer Nutzer 17. Mai 2018

Aus sicht des Anwenders ist es aber keine sabotage sondern eine gewollte Veränderung...

Youssarian 16. Mai 2018

Ja, Deathler, das ist der Brudler von Recip Erdler.

DeathMD 16. Mai 2018

Du weißt, dass die CIA Zertifikate erstellen kann, die angeblich von den Kaspersky...

FreiGeistler 16. Mai 2018

Postfaktisches Zeitalter und so?



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