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Das Kryptohandy des NSA-Ausschuss-Vorsitzenden Patrick Sensburg (2. v. l.) ist womöglich ausgespäht worden.
Das Kryptohandy des NSA-Ausschuss-Vorsitzenden Patrick Sensburg (2. v. l.) ist womöglich ausgespäht worden. (Bild: Urban/Deutscher Bundestag)

Spionageverdacht: Kryptohandy von NSA-Ausschuss-Chef womöglich gehackt

Das Kryptohandy des NSA-Ausschuss-Vorsitzenden Patrick Sensburg (2. v. l.) ist womöglich ausgespäht worden.
Das Kryptohandy des NSA-Ausschuss-Vorsitzenden Patrick Sensburg (2. v. l.) ist womöglich ausgespäht worden. (Bild: Urban/Deutscher Bundestag)

Die BSI-Kryptohandys sind bei den Abgeordneten des NSA-Ausschusses nicht sonderlich beliebt und werden kaum genutzt. Nach dem verplombten Transport eines Gerätes zum BSI erlebten die Behörden aber eine Überraschung.

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Das BSI-zertifizierte Kryptohandy des NSA-Ausschuss-Vorsitzenden Patrick Sensburg ist möglicherweise ausspioniert worden. Wie die Tageszeitung Die Welt berichtete, war Sensburgs Blackberry Z30 wegen einer Funktionsstörung in einem verplombten DHL-Behälter zur Überprüfung an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) nach Bonn geschickt worden. Der vom Bundestag in Berlin abgeschickte Behälter sei beim Empfänger dann geöffnet eingetroffen. Bei der Ankunft wurde nach Angaben der Welt zudem festgestellt, dass das Handy offensichtlich zwischenzeitlich herausgenommen worden war.

Der Bundestag bestätigte auf Anfrage von Golem.de den Bericht. Es sei Anzeige bei der Polizei des Deutschen Bundestags erstattet worden. Ein solcher Transport sei erstmalig erfolgt. Das BSI will nach Angaben der Welt nun herausfinden, ob das Gerät möglicherweise ausgelesen wurde. Nach Informationen von Golem.de dauert die destruktive Analyse eines Handys durch das BSI mehrere Wochen. Die Hintergründe des Vorfalls sind laut Welt bislang ungeklärt. Das Transportunternehmen DHL teilte auf Anfrage von Golem.de mit, dass das Thema bislang nicht bekannt gewesen sei und nun untersucht werde.

Erster Spionageverdacht im Juli 2014

Die Sicherheitsvorkehrungen für die Mitglieder des NSA-Untersuchungsausschusses waren im Sommer 2014 stark erhöht worden. Damals war bekanntgeworden, dass der Ausschuss ins Visier eines Doppelagenten geraten war. Sensburg hatte anschließend angekündigt, die Infrastruktur des Ausschusses so spionagesicher wie möglich zu machen. So wurden für die Ausschussmitglieder BSI-zertifizierte Kryptohandys angeschafft. Sensburgs Überlegung, aus Sicherheitsgründen auf den Einsatz mechanischer Schreibmaschinen umzusteigen, wurde von den Ausschusskollegen eher spöttisch kommentiert.

Unklar ist allerdings, wie intensiv Sensburg das Kryptohandy überhaupt genutzt hat. Mit der Linke-Ausschuss-Obfrau Martina Renner und dem früheren Unions-Ausschuss-Obmann Roderich Kiesewetter (CDU) hat er sicher nicht telefoniert. Beide räumten öffentlich ein, die Geräte nie zu benutzen. Auch der Grünen-Ausschuss-Obmann Konstantin von Notz sagte Golem.de, das Kryptohandy kaum zu verwenden, weil fast niemand aus dem Umfeld des Ausschusses und der Fraktion ein Gerät besitze, das er damit verschlüsselt anrufen könne. Zudem sei die Bedienung "nicht ganz unkompliziert" und es gebe immer wieder technische Probleme wie Serverabstürze.

Keine geheimen Daten erlaubt

Sollte das Handy tatsächlich ausspioniert worden sein, dürften sich den Vorschriften zufolge darauf keine geheimen Daten und Unterlagen finden. Die BSI-Geräte sind lediglich für die niedrigste Geheimhaltungsstufe (Verschlusssache - Nur für den Dienstgebrauch [VS-NfD]) zugelassen. Der Ausschuss arbeitet in der Regel jedoch mit geheimen und streng geheimen Unterlagen. Zudem müssen die Ausschussmitglieder ihr Smartphone vor der Lektüre solcher Unterlagen in der Geheimschutzstelle des Bundestages abgeben.

Sensburg hatte im April 2014 das Amt des Ausschussvorsitzenden übernommen, weil sein Vorgänger Clemens Binninger (CDU) nach wenigen Tagen zurückgetreten war. Zu Beginn dieses Jahres galt er als politisch angeschlagen. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen ihn, weil er im Dezember 2014 seine Freundin verprügelt haben sollte. Dem Tagesspiegel sagte Sensburg jedoch am Dienstag, dass die Ermittlungen gegen ihn "mangels hinreichendem Tatverdacht" eingestellt worden seien. Damit dürfte er für die Union an der Spitze des Ausschusses tragbar bleiben.

Nachtrag vom 4. März 2015, 14:45 Uhr

Die Linke-Obfrau im NSA-Ausschuss, Martina Renner, forderte die unabhängige Aufklärung des Falls. "Wenn tatsächlich ein Geheimdienst beteiligt war, warum hat man dann so offensichtliche Spuren hinterlassen? Um eine seriöse Bewertung abzugeben, sind noch viel zu viele Fragen offen", sagte Renner. Zudem könne sie nicht verstehen, dass ein derartig sensibles Gerät wie das Kryptohandy des Vorsitzenden des NSA-Untersuchungsausschusses mit der Post verschickt werde. "Es liegt auf der Hand, dass das Begehrlichkeiten auslöst", sagte sie weiter. Sie betonte erneut, die Kryptohandys von Blackberry/Secusmart nicht zu benutzen. "Denn niemand weiß genau, was darin verbaut ist und wer tatsächlich darauf Zugriff hat", sagte Renner.

Nachtrag vom 4. März 2015, 17:00 Uhr

DHL bestätigte auf Anfrage von Golem.de, "dass die betreffende Sendung tatsächlich als Paket bei DHL eingeliefert und durch uns befördert wurde". Allerdings ermittele inzwischen die Polizei in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen, so dass derzeit keine weiteren Details bekanntgegeben werden könnten. Im Produktangebot von DHL gibt es demnach keine spezielle Sendungsform als "verplombte Sendung". Man könne lediglich ein Standardpaket unter bestimmten Bedingungen zusätzlich mit einer Transportversicherung versehen, wenn die 500 Euro Standardhaftung im nationalen Versand innerhalb Deutschlands nicht ausreichten. Ob und wie der einzelne Versender sein Paket noch zusätzlich verpacke, beklebe oder in anderer Weise absichere, spiele dafür keine Rolle. Die Sendung müsse nur entsprechend verpackt sein, um reibungslos befördert zu werden und Transportschäden dabei auszuschließen.


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Das Original 07. Mär 2015

ihr macht es euch beide komplizierter als es ist. was ich eher im kopf hatte, ist...

Lemo 06. Mär 2015

... Kredibilität ein. Mehrfach gingen Sendungen verloren oder deren Inhalt, man kann doch...

narfomat 06. Mär 2015

kleiner tip: die diffamierungstaktik funktioniert leider nicht immer...

Husten 05. Mär 2015

eben, das ist so ein kackjob, da kann man einfach nicht sauer sein. ich habs mal erlebt...

Anonymer Nutzer 05. Mär 2015

Hut ab, wusste nicht dass der das kann.



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