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Spionageverdacht: Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Signal-Angriff

Nach der Phishing-Kampagne auch gegen deutsche Politiker über Signal gehen Deutschlands oberste Strafverfolger einem Spionageverdacht nach.
/ Tobias Költzsch und dpa
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Julia Klöckner mit Smartphone auf dem CDU-Parteitag im Februar 2026 in Stuttgart. (Bild: Thomas Niedermueller/Getty Images))
Julia Klöckner mit Smartphone auf dem CDU-Parteitag im Februar 2026 in Stuttgart. Bild: Thomas Niedermueller/Getty Images)

Im Zusammenhang mit einer Phishing-Kampagne unter anderem gegen deutsche Politiker über den Messengerdienst Signal ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen Spionageverdachts. Das hat eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa bestätigt.

Demnach übernahm die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde die Ermittlungen schon Mitte Februar dieses Jahres. Zunächst hatte Der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) berichtet.

Vor der andauernden Cyberattacke über Signal hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits im Februar öffentlich gewarnt. Vergangene Woche veröffentlichten sie einen weiteren Sicherheitshinweis mit konkreten Handlungsanweisungen. Zuvor hatte sich herausgestellt, dass in Deutschland etliche Journalisten, aber auch Militärs sowie Politikerinnen und Politiker betroffen sind.

Kampagne durch "staatlich gesteuerten Cyberakteur"

In dem Hinweis hieß es, die Kampagne werde "wahrscheinlich durch einen staatlich gesteuerten Cyberakteur durchgeführt". Aktuelle Erkenntnisse zeigten, dass die Kampagne weiterhin aktiv sei und an Dynamik gewinne.

Nach Informationen des Spiegel sollen Abgeordnete in praktisch allen Fraktionen des Bundestags von den Phishing-Angriffen betroffen sein. Auch Angehörige der Nato seien Ziel der großangelegten Kampagne gewesen.

Um Zugriff auf die Adressbücher und Daten bestimmter Nutzer zu erhalten, schicken die Angreifer zunächst eine Nachricht, in der sie den Nutzer auffordern, eine PIN einzugeben beziehungsweise Links oder einen QR-Code anzusteuern. Den Hackern ermöglicht dies dann unter anderem, sich unter falscher Identität in internen Chatgruppen zu bewegen.

Auch in Großbritannien und den Niederlanden sind seit Winter 2025 entsprechende Angriffe via Signal festgestellt worden. Die Regierung der Niederlande sieht Russland hinter der Kampagne. Zu einem möglichen Auftraggeber äußerte sich die Bundesanwaltschaft bisher nicht.


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