• IT-Karriere:
  • Services:

Spionagesoftware: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Anzeige gegen Finfisher

Hat der Münchner Hersteller von Überwachungssoftware, Finfisher, illegal ein Spähprogramm an die Türkei verkauft? Nach einer Anzeige von vier Organisationen ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Artikel veröffentlicht am ,
Türkische Oppositionelle fordern "Adalet" (Gerechtigkeit).
Türkische Oppositionelle fordern "Adalet" (Gerechtigkeit). (Bild: Chris McGrath/Getty Images)

Der deutsche Spionagesoftwarehersteller Finfisher ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Die Staatsanwaltschaft München I prüfe, ob sich verantwortliche Geschäftsführer der Firma strafbar gemacht hätten, sagte eine Sprecherin am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa. Es gehe um mögliche Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Die Ermittlungen gehen auf eine Anzeige von vier Nichtregierungsorganisationen zurück: die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF), Reporter ohne Grenzen (ROG), das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und Netzpolitik.org.

Stellenmarkt
  1. Stadtverwaltung Eisenach, Eisenach
  2. Allianz Lebensversicherungs - AG, München

Die Anzeige (PDF) richtet sich laut Reporter ohne Grenzen gegen mehrere Geschäftsführer der Unternehmen Finfisher GmbH, Finfisher Labs GmbH und Elaman GmbH. Das Münchner Firmenkonglomerat solle die Spionagesoftware Finspy ohne Genehmigung der Bundesregierung an die türkische Regierung verkauft haben.

Malware über getarnte Website verbreitet

Die Überwachungssoftware Finspy könne Sicherheitsbehörden wie Polizei und Geheimdiensten "absolute Kontrolle" über ein Smartphone verschaffen. Finspy tauchte demnach im Sommer 2017 auf einer türkischen Webseite auf, die als Mobilisierungswebseite der türkischen Oppositionsbewegung getarnt gewesen war. Die Webseite forderte Android-Nutzer auf, eine nicht näher benannte Datei herunterzuladen, die dann die Malware auf dem Smartphone installierte. Finfisher wirbt damit, dass zahlreiche private Informationen wie Chatverläufe, Telefonate und der Standort des Smartphones ausgelesen werden können.

Überwachungssoftware gehört zu den sogenannten Dual-Use-Gütern, deren Verkauf in der EU seit 2015 nach den Maßstäben des Wassenaar-Exportkontrollabkommens reguliert ist. Finfisher hätte demnach eine Ausfuhrgenehmigung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragen müssen. Das war aber Medienberichten vom Mai 2018 zufolge nicht passiert. Denn das zuständige Bundeswirtschaftsministerium habe angegeben, seit 2014 keinerlei Exportgenehmigungen für sogenannte Intrusion-Software erteilt zu haben.

Bundesregierung hat keine Exportgenehmigung vergeben

Staatssekretärin Claudia Dörr-Voß bestätigte die Angaben am 19. Juni 2019 im Bundestag (PDF). Möglicherweise nutzte das Unternehmen ausländische Tochtergesellschaften oder Händler in Ländern, die nicht unter das Abkommen fallen.

Finfisher gehört zur britischen Gamma Group und wurde schon in der Vergangenheit kritisiert, eigene Software in Länder mit kritischer Menschenrechtssituation exportiert zu haben. Die britische OECD-Kontaktstelle hatte das Unternehmen im Jahr 2015 nach einer Beschwerde von Menschenrechtsorganisationen für Exporte nach Bahrain gerügt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-10%) 35,99€
  2. 9,49€
  3. 2,79
  4. 14,99€

wgvdl 08. Sep 2019

"Nichtregierungsorganisationen" sollte man besser als das benennen, was sie sind. Es sind...

TmoWizard 06. Sep 2019

Das sagt doch wohl alles, weitere Nachforschungen verlaufen damit im Sand!

jones1024 05. Sep 2019

Wenn die Software über Tochterfirmen in Drittstaaten an die Türkei verkauft wurde, können...


Folgen Sie uns
       


Motorola Razr (2019) - Hands on

Das neue Motorola Razr lässt sich wie das alte Razr V3 zusammenklappen - das Display ist allerdings faltbar und geht über die gesamte Innenfläche des Smartphones.

Motorola Razr (2019) - Hands on Video aufrufen
Support-Ende von Windows 7: Für wen Linux eine Alternative zu Windows 10 ist
Support-Ende von Windows 7
Für wen Linux eine Alternative zu Windows 10 ist

Windows 7 erreicht sein Lebensende (End of Life) und wird von Microsoft künftig nicht mehr mit Updates versorgt. Lohnt sich ein Umstieg auf Linux statt auf Windows 10? Wir finden: in den meisten Fällen schon.
Von Martin Loschwitz

  1. Lutris EA verbannt offenbar Linux-Gamer aus Battlefield 5
  2. Linux-Rechner System 76 will eigene Laptops bauen
  3. Grafiktreiber Nvidia will weiter einheitliches Speicher-API für Linux

IT-Gehälter: Je nach Branche bis zu 1.000 Euro mehr
IT-Gehälter
Je nach Branche bis zu 1.000 Euro mehr

Wechselt ein ITler in eine andere Branche, sind auf dem gleichen Posten bis zu 1.000 Euro pro Monat mehr drin. Welche Industrien die höchsten und welche die niedrigsten Gehälter zahlen: Wir haben die Antworten auf diese Fragen - auch darauf, wie sich die Einkommen 2020 entwickeln werden.
Von Peter Ilg

  1. Softwareentwickler Der Fachkräftemangel zeigt sich nicht an den Gehältern

Radeon RX 5600 XT im Test: AMDs Schneller als erwartet-Grafikkarte
Radeon RX 5600 XT im Test
AMDs "Schneller als erwartet"-Grafikkarte

Für 300 Euro ist die Radeon RX 5600 XT interessant - trotz Konkurrenz durch Nvidia und AMD selbst. Wie sehr die Navi-Grafikkarte empfehlenswert ist, hängt davon ab, ob Nutzer sich einen Flash-Vorgang zutrauen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Grafikkarte AMD bringt RX 5600 XT im Januar
  2. Grafikkarte Radeon RX 5600 XT hat 2.304 Shader und 6 GByte Speicher
  3. Radeon RX 5500 XT (8GB) im Test Selbst mehr Speicher hilft AMD nicht

    •  /