Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Spionagesoftware: Neuer Vorsitzender der NSO Group ist Trump-Vertrauter

Der frühere US-Botschafter und Insolvenzanwalt möchte seine Kontakte nutzen, um mit der Spyware Pegasus wieder Geschäfte in den USA zu machen.
/ Mike Faust
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
David Friedman war US-Botschafter in Israel und ist jetzt Vorstandsvorsitzender der NSO Group. (Bild: Reuters)
David Friedman war US-Botschafter in Israel und ist jetzt Vorstandsvorsitzender der NSO Group. Bild: Reuters

Der Vorstandsvorsitzende der NSO Group ist der ehemalige US-Botschafter in Israel und frühere Insolvenzrechtsanwalt von US-Präsident Donald Trump, David Friedman. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet(öffnet im neuen Fenster) , möchte Friedman seine Verbindungen zur US-Politik nutzen, um die Reputation des Spyware-Unternehmens in den USA wiederherzustellen.

Das Unternehmen ist mit Klagen und Sanktionen der US-Regierung konfrontiert, seit bekannt wurde, dass die Spionagesoftware Pegasus von NSO für das Ausspähen von Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, politischen Dissidenten und US-Beamten eingesetzt wurde.

"Wenn die (US-)Regierung offen dafür ist, jede Möglichkeit zu nutzen, die die Sicherheit der Amerikaner erhöhen könnte, wird sie auch uns in Betracht ziehen" , sagte Friedman dem WSJ. Solange Bidens Verordnung nicht aufgehoben werde, sei es aber unwahrscheinlich, dass NSO in den USA wieder Geschäfte macht, heißt es weiter.

Parteiübergreifende Ablehnung von Pegasus

In den Jahren 2020 bis 2024 gab die NSO Group 7,6 Millionen US-Dollar für Lobbyarbeit aus. Diese Bemühungen hätten sich aber nicht rentiert, da die Überwachung von US-Beamten mit der Pegasus-Software zu einer parteiübergreifendem Ablehnung des Unternehmens in den USA geführt habe, schreibt das WSJ.

Auch eine Klage von Whatsapp, wegen des unberechtigten Eindringens in Server und der Überwachung von Nachrichten der Nutzer der Messaging-App, ist noch nicht beigelegt. Zwar verurteilte ein Gericht NSO zur Zahlung einer Geldstrafe , das Unternehmen legte aber Berufung ein.

David Friedman war 1994 als Insolvenzrechtsanwalt erstmals auf Trump getroffen. Während Trumps erstem Präsidentschaftswahlkampf war Friedman als dessen Berater tätig; in Donald Trumps erster Amtszeit war er US-Botschafter in Israel und begleitet die Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt sowie die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem.


Relevante Themen