Abo
  • IT-Karriere:

Spionagesoftware: Der Handel des Hacking Teams mit Zero-Days

Zero-Day-Exploits sind nicht nur ein lukratives Geschäft, sondern werden auch fernab des Deep Webs äußerst professionell gehandelt. Das Hacking Team musste gegen seine Konkurrenten aufholen - und tätigte dabei auch Fehlkäufe. Das zeigt eine jetzt veröffentlichte Analyse.

Artikel veröffentlicht am ,
Eine Analyse des Handels mit Zero-Days
Eine Analyse des Handels mit Zero-Days (Bild: Hacking Team)

Das Hacking Team hinkte jahrelang seiner Konkurrenz in Sachen Exploits hinterher. Nur mühsam konnte sich das Unternehmen im Geschäft um Zero-Days etablieren. Und dieses Geschäft findet nicht nur im Deep Web statt, sondern wird äußerst professionell gehandhabt. Zu diesem Schluss kommt der IT-Sicherheitsexperte Vlad Tsyrklevich, der die geleakten E-Mails des Hacking Teams analysiert hat.

Inhalt:
  1. Spionagesoftware: Der Handel des Hacking Teams mit Zero-Days
  2. Hinweise vom Fuzzing, fertige Exploits von Zwischenhändlern

Ein geradezu mondänes Geschäft nennt Tsyrklevich den Handel mit Zero-Day-Exploits. Es unterliegt nach seiner Analyse den gleichen Mechanismen wie jeder andere Handel auch: Es gibt Qualitätsunterschiede, Kundenwünsche und Garantien. Allerdings muss das Vertrauen zwischen Kunden und Verkäufern äußerst hoch sein. Sie müssen sich etwa darauf verlassen, dass beide Seiten die Details zu den Schwachstellen nicht veröffentlichen, besonders dann, wenn der Verkäufer Exklusivität verspricht. Meist werden beispielsweise Ratenzahlungen vereinbart, die eingestellt werden, sollte eine Zero-Day-Lücke an die Öffentlichkeit gelangen.

Anbieter meist im Vorteil

Jenseits des professionellen Umgangs von Verkäufern und Kunden fluktuieren Qualität und Preise aber enorm. Und die verlangten Preise sagen nicht immer etwas über die Qualität der Schwachstellen aus. Hier haben Kunden meist das Nachsehen, wenn sie einen zu hohen Preis aushandeln oder einen schwachen Exploit kaufen. Besonders Zwischenhändler bieten laut Tsyrklevich meist auch minderwertige Schwachstellen an, bleiben aber meist auf den von ihnen angebotenen Zero-Day-Lücken sitzen.

Tsyrklevichs Analyse zufolge begann das Hacking Team bereits 2009, Kontakte zu zahlreichen Händlern herzustellen, die Zero-Day-Lücken anbieten. In dieser Zeit wechselte das Hacking Team vom Sicherheitsdienstleister zu einem Anbieter von Überwachungslösungen und sah sich starker Konkurrenz durch die etablierten Unternehmen wie Gamma oder der NSO Gruppe ausgesetzt.

Probleme mit der Konkurrenz

Stellenmarkt
  1. Dürr Systems AG, Bietigheim-Bissingen
  2. Evangelischer Presseverband für Bayern e.V. (EPV), München

Die zunächst von Dsquare Security und Vupen eingekauften Exploits erwiesen sich als unzureichend, und das Verhältnis zwischen Vupen und dem Hacking Team wurde im Laufe der Zeit nicht besser. Das Hacking Team vermutete, das Vupen seine Exploits lieber an den Konkurrenten Gamma verkaufte. 2013 beklagte der Hacking-Team-Chef in einer E-Mail das Problem mangelnder Zero-Days. Sie würden sich nach alternativen Anbietern umsehen und gleichzeitig eine interne Abteilung aufbauen, die selbst nach Exploits suchen solle. Vor allem Flash erschien ihnen als geeignete Plattform.

Hinweise vom Fuzzing, fertige Exploits von Zwischenhändlern 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 349,00€
  2. 529,00€

Nebucatnetzer 29. Jul 2015

Wäre es nicht am einfachsten wenn Microsoft etc. die Bug Bounties erhöhen würde...

Karmageddon 28. Jul 2015

Manchmal denke ich, es ist schade, dass ich vielleicht den ersten Menschen auf dem Mars...

Shadow27374 28. Jul 2015

So sehe ich das auch. Wenn sich zwei meiner Feinde bekriegen ist das für mich nur...

Hu5eL 28. Jul 2015

Weil der Jahrzente alte Code niemals angepasst wird und vermutlich nur wenige 100 Zeilen...

WasntMe 28. Jul 2015

Die Mitteilung von Netragard zeigt, mit was für verdrehten oder flexiblen...


Folgen Sie uns
       


Bose Frames im Test

Die Sonnenbrille Frames von Bose hat integrierte Lautsprecher, die den Träger mit Musik beschallen können. Besonders im Straßenverkehr ist das offene Konzept praktisch.

Bose Frames im Test Video aufrufen
Ryzen 3900X/3700X im Test: AMDs 7-nm-CPUs lassen Intel hinter sich
Ryzen 3900X/3700X im Test
AMDs 7-nm-CPUs lassen Intel hinter sich

Das beste Prozessor-Design seit dem Athlon 64: Mit den Ryzen 3000 alias Matisse bringt AMD sehr leistungsstarke und Energie-effiziente CPUs zu niedrigen Preisen in den Handel. Obendrein laufen die auch auf zwei Jahre alten sowie günstigen Platinen mit schnellem DDR4-Speicher.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Ryzen 3000 BIOS-Updates schalten PCIe Gen4 für ältere Boards frei
  2. Mehr Performance Windows 10 v1903 hat besseren Ryzen-Scheduler
  3. Picasso für Sockel AM4 AMD verlötet Ryzen 3400G für flottere iGPU

Dr. Mario World im Test: Spielspaß für Privatpatienten
Dr. Mario World im Test
Spielspaß für Privatpatienten

Schlimm süchtig machendes Gameplay, zuckersüße Grafik im typischen Nintendo-Stil und wunderbare Dudelmusik: Der Kampf von Dr. Mario World gegen böse Viren ist ein Mobile Game vom Feinsten - allerdings nur für Spieler mit gesunden Nerven oder tiefen Taschen.
Von Peter Steinlechner

  1. Mobile-Games-Auslese Ein Wunderjunge und dreimal kostenloser Mobilspaß
  2. Mobile-Games-Auslese Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor
  3. Hyper Casual Games 30 Sekunden spielen, 30 Sekunden Werbung

FPM-Sicherheitslücke: Daten exfiltrieren mit Facebooks HHVM
FPM-Sicherheitslücke
Daten exfiltrieren mit Facebooks HHVM

Server für den sogenannten FastCGI Process Manager (FPM) können, wenn sie übers Internet erreichbar sind, unbefugten Zugriff auf Dateien eines Systems geben. Das betrifft vor allem HHVM von Facebook, bei PHP sind die Risiken geringer.
Eine Exklusivmeldung von Hanno Böck

  1. HHVM Facebooks PHP-Alternative erscheint ohne PHP

    •  /