Spionagepanik: Großbritannien will 5G-Ausrüstung eher aus Europa und Korea

Geheimdienste in Großbritannien wollen die Netzbetreiber eventuell daran hindern, chinesische Ausrüstung einzusetzen. Dies würde die Errichtung der 5G-Netzwerke erheblich verzögern. Deutschland geht hier einen anderen Weg.

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Das R&D-Center auf dem Campus von Huawei in Shenzhen
Das R&D-Center auf dem Campus von Huawei in Shenzhen (Bild: Huawei)

Großbritannien hat seine Telekommunikationsunternehmen aufgefordert, die Ausrüster beim Aufbau von 5G-Netzwerken sorgfältig zu prüfen. Laut einem Bericht der britischen Financial Times schrieben Matthew Gould, Leiter digitale Politik beim britischen Digital- und Kulturministerium (DCMS - Department for Digital, Culture, Media and Sport), und Ciaran Martin, der Leiter des britischen Cybersicherheitszentrums bei dem IT-Geheimdienst GCHQ (Government Communications Headquarters) an mehrere Telekommunikationsunternehmen. Sie warnten, dass ihre 5G-Lieferkette von einer Überprüfung der britischen Telekommunikationsinfrastruktur betroffen sein könnte, die im Juli gestartet sei.

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In dem Schreiben heißt es, die Überprüfung ziele darauf ab, sicherzustellen, dass Großbritanniens "kritische nationale Infrastrukturen widerstandsfähig und sicher sind".

Das "Ergebnis der Überprüfung kann jedoch zu Änderungen der geltenden Regeln führen" und die Unternehmen "müssen die Überprüfung bei allen Beschaffungsentscheidungen berücksichtigen".

Führungskräfte der Telekommunikationbranche sagten der Financial Times, dass die Regierung die Betreiber dazu drängen könnte, sicherzustellen, dass Huawei nur einer von mehreren Anbietern ist. Sie sagten aber auch, es sei möglich, dass das chinesische Unternehmen von der Einführung von 5G in Großbritannien ausgeschlossen werden könne. Dies würde die Errichtung der Netzwerke verzögern, die im Jahr 2019 und 2020 online gehen sollten.

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Sowohl die USA als auch Australien hindern ihre Netzwerkbetreiber direkt oder indirekt daran, chinesische Ausrüster, darunter auch Huawei, einzusetzen, um die nächste Generation des Mobilfunknetzes aufzubauen und zu testen.

Ein Regierungssprecher sagte der Financial Times: "Dies ist keine binäre Überprüfung des Ursprungslandes der Telekommunikationsanbieter. Es geht darum sicherzustellen, dass wir über die richtigen Rahmenbedingungen für sichere und belastbare Telekommunikationsnetze verfügen."

Nationale Behörden sind seit langem über Huawei-Produkte informiert

BT hat über seinen Mobilfunkbereich EE in Canary Wharf im Osten Londons ein 5G-Testnetz mit Huawei-Ausrüstung gestartet. 3 hat mit dem chinesischen Unternehmen einen Vertrag über die Lieferung von 5G-Funkzugangsgeräten unterzeichnet. 3 benötigte 18 Monate, um Huawei auszuwählen und hielt das NCSC (National Cyber Security Centre) während des gesamten Prozesses mit seinen Plänen auf dem Laufenden.

Ein Embargo gegen Huawei würde bedeuten, dass britische Netzwerke nur 5G-Ausrüstung von Nokia, Ericsson oder Samsung verwenden könnten. Huawei gelte jedoch "als günstiger und technisch weiterentwickelt als einige seiner Konkurrenten", sagten zwei Personen mit direkten Kenntnissen über Beschaffungspläne für Netzwerkausrüstung der Financial Times.

Huawei ist seit dem Abschluss eines Vertrags mit BT im Jahr 2005 ein zentraler Bestandteil der britischen Telekommunikations-Lieferkette und hat seine Präsenz in ganz Europa ausgebaut.

Die deutsche Bundesregierung will beim Aufbau der neuen 5G-Technologie nicht dem Beispiel der USA und Australien folgen und chinesische Ausrüster ausschließen. "Eine konkrete gesetzliche Grundlage mit der Rechtsfolge des kompletten oder teilweisen Ausschlusses eines bestimmten Anbieters vom 5G-Ausbau in Deutschland existiert nicht und ist nicht geplant", hieß es.

Huawei - ein Privatunternehmen und genossenschaftlich organisiert - ist Partner von allen drei in Deutschland aktiven Mobilfunkbetreibern und rüstet auch das Festnetz aus. "In besonders sensiblem Umfeld testen wir stichpunktartig mit aufwendigen Verfahren verbaute Komponenten bis auf ihre Bestandteile", sagte ein Telekom-Sprecher dem Handelsblatt. Um völlig sicherzugehen, würden zudem abgehende Datenströme konstant überwacht.

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