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Spionage: US-Geheimdienste lassen lautlose Drohne entwickeln

Die Entwicklung einer Kleindrohne, die möglichst lautlos fliegt, hat die Iarpa, die Forschungsagentur der US-Geheimdienste, in Auftrag gegeben. Die Drohne soll so leise sein, dass die Ausspionierten nicht merken, dass sie ausspioniert werden.
/ Werner Pluta
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Mindrohne RQ-26 T-Hawk: Das Konzept stimmt, die Lautstärke nicht (Bild: Kenneth Takada/US Navy)
Mindrohne RQ-26 T-Hawk: Das Konzept stimmt, die Lautstärke nicht Bild: Kenneth Takada/US Navy

Sie sollen klein sein, autonom fliegen, senkrecht starten und landen – und sie sollen lautlos sein: Die Intelligence Advanced Research Projects Agency(öffnet im neuen Fenster) (Iarpa) sucht nach der perfekten Spionagedrohne. Das US-Unternehmen D-Star Engineering(öffnet im neuen Fenster) aus Shelton im US-Bundesstaat Connecticut hat von der Forschungsagentur der US-Geheimdienste den Auftrag erhalten, ein solches unbemanntes Kleinfluggerät (Micro Aerial Vehicle, MAV) zu entwickeln.

2011 hatte das Iarpa dafür das Programm Great Horned Owl(öffnet im neuen Fenster) (GHO) initiiert. Benannt ist es nach dem Virginia-Uhu(öffnet im neuen Fenster), weil dieser sehr leise fliegt. Geräusch sei das "Merkmal Nummer 1", an dem die Anwesenheit und die Position einer Drohne zu erkennen seien, heißt es in der Projektbeschreibung der Iarpa(öffnet im neuen Fenster). Sie wolle aber eine Drohne, die über die Fähigkeit verfüge, "ein Areal von Interesse zu betreten, ohne dass jemand weiß, dass man dort ist."

Nutzlast, Dauer oder Lautstärke

Wichtig seien Einsatzdauer und Nutzlast, erklärt die Iarpa. Doch beides lässt sich nur schwer mit der Geräuschlosigkeit vereinbaren: Drohnen mit Elektromotoren, die von einem Akku gespeist werden, seien zwar leise, könnten aber nur wenig Nutzlast tragen, und ihre Einsatzdauer sei eingeschränkt. UAVs hingegen, die den Anforderungen bei Dauer und Zulast entsprächen, seien zu laut.

Die Drohne soll laut den Iarpa-Vorgaben mit einem herkömmlichen Kraftstoff – Benzin oder Diesel – betrieben werden. Diese sollen aber nicht den Motor der Drohne antreiben, sondern einen Generator, der Strom für einen Elektromotor erzeugt. Dieser soll die Drohne antreiben. Das System soll als Hybridantrieb ausgelegt sein. Die Drohne wird also auch über einen Akku verfügen. Das Konzept: Im Anflug auf ein Ziel produziert der Verbrennungsmotor Strom, mit dem die Drohne betrieben und der Akku geladen wird. Am Zielort angekommen, soll dann auf leisen Akkubetrieb umgeschaltet werden. Dieser muss laut Iarpa nicht mehr als eine halbe Stunde dauern.

Auftrag für Spionagedrohne

Die Iarpa habe jetzt den ersten Auftrag des GHO-Programms vergeben, berichtet das US-Luftfahrtmagazin Aviation Week(öffnet im neuen Fenster). D-Star soll eine Drohne, die diesen Anforderungen entspricht, entwickeln und erhält dafür von der Iarpa 4,8 Millionen US-Dollar.

Vorbild für die Spionagedrohne könnte Honeywells Minidrohne RQ-16 T-Hawk(öffnet im neuen Fenster) sein, die auch im zerstörten japanischen Atomkraftwerk Fukushima zum Einsatz gekommen ist. Die Drohne hat einen Durchmesser von etwa 50 Zentimetern, wiegt rund 8 Kilogramm, und sie kann senkrecht starten und landen – nur ist sie nicht leise. Sam Wilson, der das GHO-Programm leitet, war früher bei der Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) als Leiter des Programms Micro Air Vehicle and Organic Air Vehicle. Im Rahmen dieses Programms ist RQ-16 T-Hawk entstanden.


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