Spionage: Merkel droht Russland wegen Bundestagshack

Bundeskanzlerin Angela Merkel findet den Hack des Bundestags "ungeheuerlich". Maßnahmen gegen Russland könnten noch folgen.

Artikel veröffentlicht am ,
Merkel zeigt sich betroffen vom Hack des Bundestagsservers.
Merkel zeigt sich betroffen vom Hack des Bundestagsservers. (Bild: Bundestag.de/Screenshot: Golem.de)

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Russland im Zusammenhang mit dem Hackerangriff auf den Bundestag 2015 mit Konsequenzen gedroht. Die Bundesregierung behalte sich Maßnahmen gegen Russland vor, sagte Merkel am 13. Mai in einer Fragestunde des Bundestags in Berlin (Video ab 21:10). Dabei bestätigte sie, dass der Generalbundesanwalt einen Haftbefehl gegen einen verdächtigen Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU erwirkt habe. Den Angriff auf den Bundestag bezeichnete sie zunächst als "unangenehm", auf Nachfrage als "ungeheuerlich".

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler (m/w/d) Bildverarbeitung / Industrie 4.0
    STEMMER IMAGING AG, Puchheim
  2. Entwicklungsingenieur (m/w/d) für Stellwerke
    Thales Deutschland GmbH, Ditzingen
Detailsuche

Der Haftbefehl gegen einen russischen Geheimdienstmitarbeiter war Anfang Mai bekannt geworden."Ich bin sehr froh, dass die Untersuchungen jetzt doch dazu geführt haben, dass der Generalbundesanwalt eine konkrete Person auch auf die Fahndungsliste gesetzt hat", sagte Merkel und fügte hinzu: "Ich nehme diese Dinge sehr ernst, weil ich glaube, dass da sehr ordentlich recherchiert wurde."

Hybride Kriegsführung

"Ich darf sehr ehrlich sagen: Mich schmerzt das", ergänzte die Kanzlerin. Denn auf der einen Seite bemühe sie sich tagtäglich um ein besseres Verhältnis zu Russland, auf der anderen Seite gebe es "harte Evidenzen" für ein solches Vorgehen.

Eine neue Einschätzung der Situation habe sich durch den Haftbefehl jedoch nicht ergeben. "Es gibt eine Strategie Russlands, die müssen wir beachten und die können wir nicht verdrängen, der hybriden Kriegsführung, die auch Kriegsführung im Zusammenhang mit Cyber, Desorientierung, Faktenverdrehung beinhaltet", sagte Merkel.

Golem Karrierewelt
  1. Adobe Photoshop Aufbaukurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    02./03.06.2022, Virtuell
  2. Kubernetes – das Container Orchestration Framework: virtueller Vier-Tage-Workshop
    11.-14.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Welche konkreten Maßnahmen gegen Russland ergriffen werden könnten, erläuterte Merkel nicht. Zunächst gehe es darum, den zur Fahndung ausgeschriebenen Geheimdienstmitarbeiter Dmitrij Badin zu finden. Sie verwies auf die Ausweisung von diplomatischem Personal nach dem Mord an einem Exil-Georgier im Berliner Tiergarten.

Badin, dessen Tarnname Scaramouche lautete, wird auch von der US-Bundespolizei Federal Bureau of Investigation (FBI) gesucht. Er soll unter anderem im US-Wahlkampf 2016 die Computernetzwerke der Demokratischen Partei gehackt haben und am Hack der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) beteiligt gewesen sein.

Bei dem Bundestagshack war auch das Abgeordnetenbüro Merkels betroffen. Das hat eine Untersuchung des Angriffs durch das Bundeskriminalamt (BKA), das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und private Unternehmen ergeben. Laut Merkel wurde dabei "relativ wahllos abgegriffen, was man kriegen konnte".

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


limes 15. Mai 2020

Wer so eine Frage in einem IT-Forum stellt zeigt, wie unglaublich ahnungslos er ist.

limes 15. Mai 2020

Sinnvoll halte ich nur noch strengere Sanktionen gegen die Junta von Russland. Solang...

limes 15. Mai 2020

Typischer Whataboutism vom Putinversteher. Ob bezahlt aus Petersburg oder wirklich...

limes 15. Mai 2020

Was meinen Sie damit? Frau Merkel beschwert sich zurecht über das wiederholt unsägliche...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Ukrainekrieg
Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert

Eine Switchblade-Drohne hat offenbar einen russischen Panzer getroffen. Dessen Besatzung soll sich auf dem Turm mit Alkohol vergnügt haben.

Ukrainekrieg: Erster Einsatz einer US-Kamikazedrohne dokumentiert
Artikel
  1. Pornoplattform: Medienaufseher kämpfen weiter gegen xHamster
    Pornoplattform
    Medienaufseher kämpfen weiter gegen xHamster

    Die Medienaufseher in Deutschland wollen das Pornoportal xHamster dazu verpflichten, ihren Angeboten eine wirksame Altersverifikation vorzuschalten.

  2. Heimnetze: Die Masche mit dem Nachbarn
    Heimnetze
    Die Masche mit dem Nachbarn

    Heimnetze sind Inseln mit einer schmalen und einsamen Anbindung zum Internet. Warum eine Öffnung dieser strengen Isolation sinnvoll ist.
    Von Jochen Demmer

  3. Störungen an Zahlungsterminal: Kartenzahlungen in vielen Geschäften weiterhin nicht möglich
    Störungen an Zahlungsterminal
    Kartenzahlungen in vielen Geschäften weiterhin nicht möglich

    Die bundesweite Störung am Kartenzahlungsterminal eines Typs dauert an. Bei Aldi, Rossmann und Co. kann weder mit Girokarte noch mit Kreditkarte bezahlt werden.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Gigabyte RTX 3080 12GB günstig wie nie: 1.024€ • MSI Gaming-Monitor 32" 4K UHD günstig wie nie: 999€ • Nur noch heute: Cyber Week mit tollen Rabatten • Mindstar (u. a. AMD Ryzen 5 5600 179€, Palit RTX 3070 GamingPro 669€) • Days of Play (u. a. PS5-Controller 49,99€) [Werbung]
    •  /