Spionage: Malware kann Kopfhörer als Mikrofon nutzen

Kein Umbau erforderlich: Ein Programm kann Kopfhörer und andere Lautsprecher ohne Verstärker als Mikrofon verwenden - ohne das Wissen des Nutzers.

Artikel veröffentlicht am ,
Einfache Kopfhörer können als Mikrofon zum Abhören genutzt werden.
Einfache Kopfhörer können als Mikrofon zum Abhören genutzt werden. (Bild: Wikimedia (Adamantios)/CC-BY-SA 4.0)

Drei israelische Forscher der Ben-Gurion-Universität in Israel haben eine Malware namens SPEAKE(a)R entwickelt, die Lautsprecher per Software zum Mikrofon umfunktionieren kann. Sie funktioniert mit allen Lautsprechern, die keinen eingebauten Verstärker haben, also hauptsächlich mit Kopf- und Ohrhörern.

Das Prinzip ist nicht neu. Primitive Umbauanleitungen zur Benutzung von Lautsprechern als Mikrofon kursieren seit Jahren im Internet. Neu ist, dass keinerlei Umbau nötig ist und die Lautsprecher auch nicht mit einem Mikrofonanschluss verbunden werden müssen. Stattdessen wird ausgenutzt, dass moderne Soundkarten alle Anschlüsse per Software konfigurieren können. Somit kann jeder Anschluss sowohl für Mikrofone als auch für Lautsprecher genutzt werden. In einem ähnlichen Verfahren haben Forscher bereits im Juni den Vibrationsalarm eines Handys zum Mikrofon umfunktioniert.

Lautsprecher nutzen elektrischen Strom, um die Membranen in Schwingung zu versetzen und so Töne zu erzeugen. Mit dem umgekehrten Prinzip kann ein Mikrofon gebaut werden: Die Schwingungen der Membran induzieren einen elektrischen Strom, der als Schallaufzeichnung genutzt werden kann. Es darf nur kein Verstärker zwischengeschaltet sein, der die Signale vom Kopfhörer nicht zum Computer weiterleiten würde.

Ermöglicht wird der Hack hauptsächlich durch die fehlende Absicherung der Umkonfigurierung von Anschlüssen. Die Forscher schlagen vor, entsprechende Sicherungsmaßnahmen in die Kernels von Betriebssystemen zu integrieren, die beim Wechsel vom Lautsprecher- zum Mikrofonmodus nach einer Bestätigung des Benutzers fragen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Chantalle47 25. Nov 2016

Lesen ist nicht deine Stärke hm? ^^ Es geht OHNE basteln, OHNE vor-Ort sein zu müssen...

Chantalle47 25. Nov 2016

Lass ihn im Glauben das er das als Kind schon gemacht hat. Lesen ist eben nicht so seine...

HubertHans 25. Nov 2016

Mir ging es nur darum des es technisch gesehen moeglich ist und die DSPs/ FPGAs und...

Jesterfox 25. Nov 2016

Meines Wissens können diese freie Umbelegung der Anschlüsse nur die Realtek Audio Chips...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Whistleblower
Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
Artikel
  1. Schadstoffnorm 7: Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos
    Schadstoffnorm 7
    Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos

    Die neue Euronorm 7 legt nicht nur Grenzwerte für Bremsen- und Reifenabrieb fest, sondern auch Mindestanforderungen für Akkus.

  2. Ramjet: General Electric testet Hyperschalltriebwerk
    Ramjet
    General Electric testet Hyperschalltriebwerk

    Das Triebwerk soll Flüge mit Mach 5 ermöglichen.

  3. Elektroautos: Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie
    Elektroautos
    Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie

    Nach dem abrupten Aus der staatlichen Förderung springen erste Hersteller von Elektroautos ein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /