Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Spionage: Google-Ingenieure wegen Datendiebstahls angeklagt

Zwei Ex- Google -Mitarbeiterinnen und ein weiterer Ingenieur sollen vertrauliche Informationen an den Iran weitergegeben haben.
/ Przemyslaw Szymanski
Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Zwei der drei Angeklagten haben bei Google gearbeitet. (Symbolbild) (Bild: Michael M. Santiago/Getty Images)
Zwei der drei Angeklagten haben bei Google gearbeitet. (Symbolbild) Bild: Michael M. Santiago/Getty Images

Drei Ingenieurinnen und Ingenieure aus dem Silicon Valley müssen sich wegen mutmaßlichen Diebstahls von Betriebsgeheimnissen vor Gericht verantworten. Wie die US-Bundesstaatsanwaltschaft für den nördlichen Bezirk Kaliforniens mitteilte(öffnet im neuen Fenster) , hat eine Grand Jury Anklage gegen zwei Frauen und einen Mann erhoben.

Den Beschuldigten werden Verschwörung zum Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen, vollendeter sowie versuchter Geheimnisdiebstahl und Behinderung der Justiz vorgeworfen.

Bei den Angeklagten handelt es sich laut Anklageschrift um iranische Staatsangehörige: ein 41 und 40 Jahre altes Ehepaar sowie die 32-jährige Schwester der Frau. Die jüngere Schwester lebte mit einem Studentenvisum in den USA, die Ehefrau wurde später US-Staatsbürgerin. Ihr Mann besitzt eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung und soll früher in der iranischen Armee gedient haben.

Zwei der drei Beschuldigten waren zeitweise bei Google beschäftigt, der dritte arbeitete bei einem weiteren, nicht näher beschriebenen Halbleiterunternehmen im Silicon Valley. Nach Darstellung der Ermittler sollen sie ihre jeweiligen beruflichen Positionen genutzt haben, um gezielt interne Entwicklungsdaten und sicherheitsrelevante Informationen zu sichern, darunter Unterlagen zu Prozessorarchitekturen, Sicherheitsmechanismen und kryptografischen Verfahren.

Falsche Angaben in eidesstattlicher Erklärung

Laut den Strafverfolgungsbehörden wurden die vertraulichen Dateien nicht nur auf persönliche Geräte übertragen oder über Clouddienste und Kommunikationsplattformen geteilt, sondern gelangten mutmaßlich auch in den Iran. Um interne Sicherheitssysteme zu umgehen, sollen die Angeklagten keine kompletten Dokumente verschickt, sondern Bildschirminhalte abfotografiert haben. Zudem sollen kopierte Dateien und weitere digitale Spuren von elektronischen Geräten gelöscht worden sein.

Google erklärte gegenüber CNBC(öffnet im neuen Fenster) , der mutmaßliche Datendiebstahl sei im Zuge interner Sicherheitsprüfungen aufgefallen und anschließend den Strafverfolgungsbehörden gemeldet worden.

"Die mutmaßlichen Handlungen, die in dieser Anklageschrift dargelegt sind, spiegeln einen kalkulierten Vertrauensbruch wider [...]" , so der zuständige FBI-Ermittler Sanjay Virmani. Gemeint sind damit insbesondere eidesstattliche Erklärungen, die die Verdächtigen gegenüber den betroffenen Unternehmen abgegeben haben sollen. Darin hätten sie ihr Vorgehen und den Umgang mit den entwendeten Geschäftsgeheimnissen bewusst falsch dargestellt, hieß es.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, droht den Angeklagten eine langjährige Haftstrafe. Für jeden einzelnen Fall von Geheimnisdiebstahl sind Freiheitsstrafen von bis zu 10 Jahren und Geldstrafen von bis zu 250.000 US-Dollar möglich, für die Behinderung eines offiziellen Verfahrens sogar bis zu 20 Jahre Haft.


Relevante Themen