Spionage: FBI legt US-Unternehmen Kaspersky-Verzicht nahe

Die US-Bundespolizei FBI empfiehlt US-Unternehmen, künftig auf den Einsatz von Kaspersky-Produkten zu verzichten. Diese würden eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellen. Kaspersky bestreitet eine intensive Zusammenarbeit mit russischen Geheimdiensten vehement, man arbeite lediglich oberflächlich bei der Bekämpfung von Internetkriminalität zusammen.
Nach Angaben des Onlinemagazins Cyberscoop(öffnet im neuen Fenster) erstellt das FBI derzeit Briefings, um Unternehmen in den USA dazu zu bewegen, bestehende Verträge mit Kaspersky aufzulösen oder diese zumindest nicht zu verlängern. Der Einsatz dieser Produkte sei eine "unannehmbare Bedrohung" für die nationale Sicherheit. Das FBI informiert US-Unternehmen, das IT-Sicherheits-Softwarehaus Kaspersky Lab sei eine unannehmbare Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA. Besondere Priorität sollen dabei Unternehmen aus dem Energiesektor haben sowie Unternehmen, die automatisierte Industriesteuerungsanlagen einsetzen (Scada/ICS).
Ein "extrem enttäuschender Schritt" einer Regierungsbehörde
Kaspersky kommentiert die angeblichen Briefings – wie zu erwarten – negativ: "Wenn es diese Briefings wirklich geben sollte, wäre dies ein extrem enttäuschender Schritt einer Regierungsbehörde gegen ein ethisches Unternehmen, dass sich an alle Gesetze hält."
Kaspersky wehrt sich weiter gegen die Anschuldigungen. Zuvor hatte Bloomberg Newsweek unter Verweis auf angebliche interne E-Mails von Kaspersky berichtet, dass das Unternehmen seine Produktentwicklung mit dem russischen Geheimdienst FSB koordiniere. Angeblich habe Kaspersky die Echtheit der Mails bestätigt, eine Behauptung, die Kaspersky selbst dementiert(öffnet im neuen Fenster) .
In den E-Mails werden Szenarien für die Bekämpfung von DDoS-Angriffen diskutiert. Kaspersky bestreitet aber, dass man zu diesem Zweck mit dem Geheimdienst zusammenarbeite oder gezielt für diesen Produkte entwickle.



