• IT-Karriere:
  • Services:

Spionage: Datenweitergabe per selbstgebrannter CD

Ein 55-Jähriger soll die technischen Geräte im Bundestag überprüft und Informationen an den russischen Geheimdienst weitergegeben haben - auf CD.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Es muss nicht immer das Internet sein: Datenabfluss im Bundestag
Es muss nicht immer das Internet sein: Datenabfluss im Bundestag (Bild: BRRT/Pixabay)

Ein 55-Jähriger soll sensible Informationen über Bundestagsgebäude an den russischen Geheimdienst verraten haben. Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen Jens F. wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit erhoben. Der Mann aus dem Raum Berlin habe "aus eigenem Antrieb" gehandelt und sei nicht vom russischen Geheimdienst angeworben worden, erklärte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft.

Stellenmarkt
  1. Porsche Consulting GmbH, Berlin, Frankfurt am Main, Hamburb, München, Stuttgart
  2. AUSY Technologies Germany AG, verschiedene Standorte

Die Firma des 55-Jährigen sei wiederholt damit beauftragt worden, die Sicherheit von elektrischen Geräten wie Druckern oder Lampen zu überprüfen, teilte die Anklagebehörde am Donnerstag in Karlsruhe mit. Der Mann habe dabei Zugriff auf Dateien mit den Grundrissen der Liegenschaften des Bundestags gehabt.

Spätestens zwischen Ende Juli und Anfang September 2017 habe er sich entschlossen, die Daten an den russischen Militärgeheimdienst GRU weiterzugeben. Er schickte demnach eine selbstgebrannte CD-ROM an einen Mitarbeiter in der russischen Botschaft in Berlin, der hauptamtlich für den Militärgeheimdienst tätig ist.

FDP empört über erneuten Sicherheitsvorfall im Bundestag

Der 55-Jährige sei nicht in Untersuchungshaft, weil es keinen dringenden Tatverdacht und keine Fluchtgefahr gebe, sagte der Sprecher der Bundesanwaltschaft. Nun müsse der Staatsschutzsenat des Kammergerichts Berlin anhand der vorgelegten Indizien entscheiden, ob er die Anklage zulässt. Das Motiv des Mannes sei noch unklar, er habe jedenfalls vorher keine Kontakte nach Russland gehabt. Wodurch der mutmaßliche Spion aufgeflogen ist, wollte der Sprecher nicht sagen. Die Bundestagsverwaltung wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht dazu äußern.

Die FDP zeigte sich empört: "Sollte sich der Verdacht bewahrheiten, wäre dies ein ungeheuerlicher Vorgang. Nach dem Cyberangriff von 2015 wäre der russische Geheimdienst ein weiteres Mal in einen Sicherheitsvorfall involviert", sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer, Marco Buschmann. Der Vorfall müsse "restlos aufgeklärt werden und Konsequenzen für die Absicherung des Deutschen Bundestages haben". Es drohe eine weitere Belastung des deutsch-russischen Verhältnisses, was sehr bedauerlich wäre, sagte der FDP-Politiker.

Die Reaktion aus Russland kam prompt. "Derartige Berichte über erwischte 'russische Spione' befeuern nur eine antirussische Informationskampagne, um den Mythos der Moskauer Aggression zu unterstützen", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, Leonid Sluzki, der Agentur Interfax. Zudem stelle er sich die Frage, warum der Fall erst jetzt bekannt wurde und nicht schon 2017.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 7,49€
  2. 4,49€
  3. 5,99€

schily 27. Feb 2021 / Themenstart

Wo habe ich das behauptet? Es gibt sicherlich auch nicht-akkreditierte Spione und man...

Shanks 26. Feb 2021 / Themenstart

Den gibt es auf dem Papier bestimmt. Aber wahrscheinlich hören da die Amis, Russen und...

schily 25. Feb 2021 / Themenstart

Daß der Reichstag deutlich tiefer in den Boden ragt, als er draußen sichtbar ist, dürfte...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Purism Librem 5 - Test

Das Librem 5 ist ein Linux-Smartphone, das den Namen wirklich verdient. Das Gerät enttäuscht aber selbst hartgesottene Linuxer.

Purism Librem 5 - Test Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /