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Spionage: Chinesischer Ballon war mit US-Technik vollgestopft

Die Spionage -Aktion war mutmaßlich ein Misserfolg. Der Ballon soll keine Daten übertragen haben.
/ Werner Pluta
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FBI-Agenten untersuchen die Überreste des chinesischen Spionageballons: origineller Versuch zur Überwachung (Bild: FBI)
FBI-Agenten untersuchen die Überreste des chinesischen Spionageballons: origineller Versuch zur Überwachung Bild: FBI

Spionage mit US Technik: Der Ballon, der Anfang des Jahres über den USA abgeschossen wurde, war mit Technik aus den USA ausgerüstet. Die geborgenen Reste des Ballons werden von US-Behörden untersucht.

Die Ermittler hätten Technik aus chinesischer, aber auch aus amerikanischer Produktion gefunden, berichtet die US-Tageszeitung Wall Street Journal (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) . Die Ergebnisse zeigten, dass es nicht, wie von China behauptet, um einen Ballon zur Wetterbeobachtung gehandelt habe, sondern zur Spionage.

Der Ballon sei "mit handelsüblicher US-Ausrüstung vollgestopft" gewesen, schreibt das Wall Street Journal. Diese werde zum Teil über das Internet zum Verkauf angeboten. Daneben fanden die Experten auch spezialisierte Hardware aus China. Darunter waren Sensoren sowie Systeme, um Fotos, Videos und andere Daten zu sammeln und an China zu übermitteln. Die Mischung aus Standard- und Spezialausrüstung hätten die Ermittler als einen originellen Versuch zur Überwachung bezeichnet.

Spannungen zwischen China und USA

Der Ballon hatte Anfang des Jahres für einige Aufregung gesorgt: Er war gesichtet worden, als er sich ungewöhnlich lange in der Nähe geheimer Militäranlagen in Montana aufhielt . Die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen China und den USA verschlechterten sich dadurch weiter.

Die US-Regierung ließ den Ballon abschießen, als er keine Gefahr mehr für Menschen am Boden darstellte. Ein US-Kampfflugzeug erledigte das über dem Atlantik. Die Überreste wurden geborgen und von verschiedenen US-Behörden untersucht, darunter der Militärgeheimdienst Defense Intelligence Agency (DIA) und die US-Bundespolizei Federal Bureau of Investigation (FBI).

Ein Erfolg war der Ballon wohl nicht: Es habe während seines achttägigen Fluges über Teile Kanadas und der USA zwar Daten gesammelt, diese aber wahrscheinlich nicht nach China übertragen, sagten die Ermittler. Sie wollten sich aber nicht dazu äußern, ob die Ursache eine technische Fehlfunktion war oder ob die Übertragung gestört wurde. Das US-Verteidigungsministerium hatte jedoch mitgeteilt, es seien Maßnahmen ergriffen worden, um die Sammlung von Informationen durch den Ballon zu verhindern.

Die US-Regierung und die beteiligten Behörden wollten sich nicht äußern, weil die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind.


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