Spionage: Chinesischer Ballon soll US-Netzbetreiber genutzt haben

Anfang 2023 sorgte ein mutmaßlicher Spionageballon über den USA für Aufregung. Laut einem Insider könnte der Ballon Daten über einen US-Provider versendet haben.

Artikel veröffentlicht am , Marius Pieruschka
Der Spionageballon im Februar 2023
Der Spionageballon im Februar 2023 (Bild: Chase Doak via Reuters)

Im Februar 2023 überflog ein chinesischer Ballon die USA, bis er schließlich am 4. Februar abgeschossen wurde. Bei der späteren Untersuchung wurde klar, dass im Ballon neben chinesischer auch US-Technik verbaut war.

Nun sind weitere brisante Details ans Tageslicht gekommen. Laut einem Bericht von NBC nutzte der vermutlich der Spionage dienende Ballon einen amerikanischen Netzbetreiber zur Kommunikation mit China.

Die Verbindung soll dazu gedient haben, Burst Transmissions durchzuführen. Hierbei wird eine große Menge an Daten in kurzer Zeit übertragen. Die Informationen stammen von zwei aktuellen und einem ehemaligen US-Beamten, die in den Fall involviert waren. NBC machte keine Angaben dazu, um welchen US-Netzbetreiber es sich handelte. Ebenso ist nicht klar, ob erfolgreich Daten nach China übermittelt wurden.

Die Biden-Regierung soll im Februar über ein Gericht die Überwachung des Ballons beantragt haben. Eine solche Gerichtsanordnung hätte den US-Geheimdiensten die Kontrolle des Ballons ermöglicht. Es wäre klar gewesen, wann und ob der Ballon über den US-Provider Nachrichten nach China sendete und empfing. Wie das Gericht entschied, ist nicht bekannt.

Im Juni 2023 hieß es, dass der Ballon zwar Daten gesammelt, jedoch keine Informationen übermittelt habe. Laut Berichten von US-Medien sollen die USA elektronische Gegenmaßnahmen ergriffen und damit die Kommunikation des Ballons erfolgreich unterbunden haben.

China spricht von einem Wetterballon

China spricht weiterhin von einem verirrten Wetterballon. Laut dem Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington geriet der Ballon aufgrund von Westwinden und einer begrenzten Steuerfähigkeit unbeabsichtigt in den Luftraum der USA.

Die USA werfen China hingegen das Ausspähen von Militärbasen vor. So habe sich der Ballon zum Beispiel eine lange Zeit in der Nähe einer geheimen Militäranlage in Montana aufgehalten. In erster Linie soll der mutmaßliche Spionageballon versucht haben, elektronische Signale von Waffensystemen oder der Kommunikation des Basispersonals aufzufangen.

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drdoolittle 02. Jan 2024 / Themenstart

Ah, so wie in Polen, wo einfach russische Raketen ohne jegliche Gegenwehr reinfliegen...

StravaFan 01. Jan 2024 / Themenstart

Also wenn man zwei Grossmaechte hat, eine globale Supermacht und eine Macht, die gerne...

Huanglong 30. Dez 2023 / Themenstart

Wiederspricht sich nicht mal unbedingt, die gesendeten Daten können auch nur interne...

M.P. 30. Dez 2023 / Themenstart

Schon Mata Hari nutzte die damals verfügbare Technik des "Gastlandes". Die sah dann so...

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