Spionage: Britischer Geheimdienst manipuliert Seiten von LinkedIn

Um den belgischen Provider Belgacom zu attackieren, nutzte der britische Geheimdienst GCHG ausgefeilte Methoden. Opfer wurden Nutzer von LinkedIn.

Artikel veröffentlicht am ,
Im Visier des GCHQ: Nutzer des Businessnetzwerks LinkedIn
Im Visier des GCHQ: Nutzer des Businessnetzwerks LinkedIn (Bild: Robert Galbraith/Reuters)

Der britische Geheimdienst GCHQ hat mit manipulierten Kopien von Seiten des Businessnetzwerks LinkedIn versucht, sich Zugang zu den Rechnern von Zielpersonen zu verschaffen. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, infiltrierte der Geheimdienst auf diese Weise die Rechner von Mitarbeitern des halbstaatlichen belgischen Telekommunikationskonzerns Belgacom. Das Magazin beruft sich auf Dokumente aus dem Fundus von Whistleblower Edward Snowden. Demnach griff das GCHQ gezielt die Rechnersysteme von Unternehmen an, die im internationalen Mobilfunkgeschäft als Dienstleister für andere Anbieter fungieren. Der Spiegel hatte bereits im September über die Attacke auf Belgacom mit der Methode "Quantum Insert" berichtet. Zu den Großkunden des Unternehmens gehören unter anderem Institutionen wie die EU-Kommission, der Rat der Mitgliedstaaten und das Europaparlament.

Auch in dem neuen Fall habe das GCHQ die Rechner von Mitarbeitern über Quantum Insert attackiert, um sich dann tief in das Firmennetz vorzuarbeiten. Betroffen seien Abrechnungsunternehmen wie Mach gewesen, über die viele Mobilfunkanbieter ihre Roaminggeschäfte abwickelten. Der Geheimdienst habe sich so Detailwissen über das Unternehmen Mach, seine Kommunikationsinfrastruktur, sein Geschäft und diverse Schlüsselpersonen verschafft, heiße es in einem als "streng geheim" eingestuften GCHQ-Papier. Auf Anfrage des Spiegel erklärte LinkedIn, das Unternehmen billige es nicht, wenn seine "Plattform oder falsche LinkedIn-Profile wie beschrieben eingesetzt werden". "Um es klar zu sagen: Wir würden eine derartige Aktivität niemals gutheißen, unabhängig davon, welchem Zeck sie dient, und wurden über die angebliche Aktivität auch nicht unterrichtet". Ein Sprecher von Starhome Mach, einem Mach-Nachfolgeunternehmen, sagte, man werde "mit sofortiger Wirkung eine umfassende Sicherheitsüberprüfung starten".

Auch Opec attackiet

Die Organisation erdölexportierender Länder Opec mit Hauptsitz in Wien ist den Unterlagen aus dem Fundus von Snowden zufolge gleich doppelt im Visier der Geheimdienste: Laut Spiegel führten sowohl das GCHQ als auch der US-Militärgeheimdienst NSA die Organisation als Aufklärungsziel. Einem Geheimpapier des GCHQ zufolge sei es 2010 mittels der "Quantum Insert"-Methode gelungen, die Computer von neun Opec-Angestellten zu infiltrieren. Der NSA sei es laut amerikanischen Dokumenten sogar gelungen, bis in den Arbeitsbereich des Opec-Generalsekretärs vorzudringen, zudem hätten NSA-Mitarbeiter den saudi-arabischen Opec-Gouverneur ausgespäht.

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Anonymer Nutzer 11. Nov 2013

Seit nigel farage wissen wir doch, dass belgien eigentlich gar kein land ist.

teleborian 11. Nov 2013

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Die-Spione-ueberlisteten-ihre-Opfer-mit...

Moe479 11. Nov 2013

Seit 4000 Jahren ist gut dokumentiert, dass die Mächtigen ihre Macht auch dazu nutzen um...

ruamzuzler 11. Nov 2013

Wieso pro Barrel, wenn die Gebühr in Prozent ist?



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