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Spionage aus China: T-Mobile US soll Cyberangriff mit Schere bekämpft haben

Chinesische Hacker hatten sich 2024 tief in die Infrastruktur von US-Providern eingenistet. T-Mobile hat für die Cyberabwehr wohl sogar ein Kabel durchgeschnitten.
/ Marc Stöckel
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T-Mobile US soll zur Cyberabwehr ein Netzwerkkabel einfach durchgeschnitten haben. (Bild: pixabay.com / Hans)
T-Mobile US soll zur Cyberabwehr ein Netzwerkkabel einfach durchgeschnitten haben. Bild: pixabay.com / Hans

Die chinesische Hackergruppe Salt Typhoon war vor einigen Jahren in die Netzwerke mehrerer Provider eingedrungen und spionierte Ende 2024 Mobiltelefone hochrangiger US-Politiker aus. Bei T-Mobile US griff das Personal wohl zu einer eher ungewöhnlichen Methode, um diesen Angriff einzudämmen. Wie Bloomberg berichtet(öffnet im neuen Fenster), hat das zuständige Security-Team ein mutmaßlich infiltriertes System einfach mit einer Schere vom Netz getrennt.

Das abgeschnittene Kabelende ist den Angaben zufolge heute in einem Bilderrahmen zusammen mit dem Schriftzug "Vigilant by design, secure by action" am Hauptsitz von T-Mobile US in Bellevue (Washington) ausgestellt. "Es ist eine kleine Trophäe und ein Andenken", erklärt Jeff Simon(öffnet im neuen Fenster), Chief Information Officer bei T-Mobile.

Wie Simon in einem Interview schilderte, fiel der Verdacht damals zuerst auf einen Router von T-Mobile in einem Rechenzentrum in Kalifornien. Dieser soll ein merkwürdiges Verhalten gezeigt haben. Ein Mitarbeiter vor Ort stellte jedoch fest, dass das Gerät gar nicht eingeschaltet war. Simon wies den Kollegen daraufhin an, den Router "herauszureißen" und zum Hauptsitz in Bellevue zu bringen.

Schere als "Low-Tech-Sicherheitslösung"

Bei weiteren Untersuchungen stellte T-Mobile später fest, dass die verdächtigen Aktivitäten tatsächlich von einem Router kamen, der einem anderen, namentlich nicht genannten Telko-Unternehmen gehörte. Dieses Gerät sei im Netzwerk als jener Router getarnt gewesen, den der T-Mobile-Mitarbeiter zuvor in Kalifornien untersucht hatte, heißt es. Dadurch hätten die Angreifer leichter mit anderen Geräten innerhalb der Infrastruktur von T-Mobile kommunizieren können.

Simon soll daraufhin zusammen mit drei Kollegen zu dem Rechenzentrum mit dem verdächtigen Router gefahren sein, um das Gerät für weitere Untersuchungen abzuholen. "Dort verschaffte sich ein Mitglied des T-Mobile-Teams mit seinem Ausweis Zugang zur gesicherten Anlage, fand den betroffenen Router und holte eine Schere hervor", heißt es im Bericht.

Statt einfach den Netzwerkstecker vom Router zu lösen, zerstörte das Team das Kabel damit physisch. Simon gestand im Interview, dass T-Mobile den Router auch auf anderem Wege hätte vom Netz trennen können. Manchmal sei eine "Low-Tech-Sicherheitslösung" aber schneller und zuverlässiger. "Nichts geht über das Durchtrennen des Kabels", erklärte er.

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