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Spionage: Auf über 50.000 Computern läuft NSA-Überwachungssoftware

Der US-Geheimdienst NSA hat mittels Schadsoftware Zugriff auf mehr als 50.000 Computer. Die Schadsoftware kann von den NSA-Agenten nach Belieben ein- und ausgeschaltet werden. Die Schadsoftware tarnt sich so, dass sie jahrelang nicht bemerkt wird.
/ Ingo Pakalski
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Eines der neuen Rechenzentren der NSA in Bluffdale, Utah (Bild: George Frey/Getty Images)
Eines der neuen Rechenzentren der NSA in Bluffdale, Utah Bild: George Frey/Getty Images

Die vom US-Geheimdienst NSA (National Security Agency) eingesetzte Schadsoftware dient dazu, vertrauliche Daten aus fremden Computernetzen zu sammeln. Mehr als 50.000 Computernetzwerke sollen weltweit von der NSA gehackt worden sein, berichtet die niederländische Zeitung NRC Handelsblad(öffnet im neuen Fenster) . Sie hatte Einblick in Geheimdokumente, die der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden der Zeitung zur Verfügung gestellt hat.

Der Zeitung liegt eine Präsentation unter Führungskräften aus dem Jahr 2012 vor, die erläutert, wie die NSA weltweit Informationen sammelt. In dieser Präsentation heißt es außerdem, dass der US-Geheimdienst Computer Network Exploitation an mehr als 50.000 Orten einsetzt. Computer Network Exploitation bezeichnet die Einschleusung von Schadsoftware auf fremde Systeme. Die NSA habe dies getan, um an vertrauliche Daten zu gelangen.

Cyber-Hacking ist kostengünstige Spionage

Die Snowden-Dokumente sollen beweisen, dass Cyberattacken für die NSA immer wichtiger geworden sind. Solche Computerattacken seien mit vergleichsweise geringen Kosten verbunden und würden dem US-Geheimdienst Zugriff auf Daten erlauben, an die sie sonst nicht ohne weiteres gelangen würden. Die Schadsoftware sei so konzipiert, dass sie über Jahre hinweg aktiv sein könne, ohne jemals entdeckt zu werden. Dazu kann die Schadsoftware beliebig aktiviert oder wieder abgeschaltet werden. Entsprechende Angriffe sollen seit 1998 durchgeführt werden.

Die Cyber-Attacken wurden von der NSA-Einheit TAO (Tailored Access Operations) durchgeführt. Der Name ist Programm: Büro für Operationen mit maßgeschneidertem Zugang. Die TAO ist streng geheim – so geheim, dass selbst die meisten NSA-Mitarbeiter nichts davon wissen. Über 1.000 Mitarbeiter hat das TAO – zivile und militärische Hacker, Analysten, Hardware- und Softwaredesigner, Ingenieure. Die Einheit gilt in ihrem Metier als überaus erfolgreich. Bis 2008 hatte die Abteilung geschätzte 20.000 Computer mit Schadsoftware versehen, bis Mitte 2012 soll sich die Menge auf 50.000 erhöht haben.

Die NSA verweigerte jeden Kommentar zu der Angelegenheit. Ein US-Regierungssprecher betonte, dass jede Veröffentlichung geheimer Dokumente die nationale Sicherheit der USA gefähren würde.


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