Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Spionage: Apple verschickt Spyware-Warnungen an Nutzer in 110 Ländern

Zahlreiche Apple-Nutzer sind über mögliche Spyware-Attacken auf ihren iPhones, iPads und Macs gewarnt worden. Betroffene sollten das ernst nehmen.
/ Marc Stöckel
1 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Zahlreiche iPhone-Nutzer haben kürzlich Spyware-Warnungen erhalten. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)
Zahlreiche iPhone-Nutzer haben kürzlich Spyware-Warnungen erhalten. Bild: Justin Sullivan/Getty Images

Apple hat wieder einmal zahlreiche Nutzer auf ihren iPhones, iPads und Macs vor möglichen Spyware-Infektionen gewarnt. Der Konzern verschickt solche Warnungen in Wellen, wenn der Verdacht besteht, dass die Geräte Betroffener mit einer Spionagesoftware infiltriert wurden. In der Regel werden solche Attacken von staatlichen Akteuren gesteuert und sind auf den Einsatz von Staatstrojanern zurückzuführen.

Meldungen betroffener Nutzer sind unter anderem auf Reddit(öffnet im neuen Fenster) zu finden. Einem Bericht von Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) zufolge spielte Apple die jüngste Welle an Warnungen an Nutzer aus insgesamt 110 Ländern aus. Insgesamt erhielten seit 2021 bereits Nutzer aus über 150 Ländern derartige Warnmeldungen von Apple.

Gezielte Attacken auf bestimmte Personen

Die Hintergründe zu den Warnungen erläutert Apple in einem Supportartikel(öffnet im neuen Fenster). Demnach warnt der Konzern damit vor sogenannter Söldner-Spyware, zu denen etwa die von der NSO Group entwickelte Spionagesoftware Pegasus zählt, die von einigen Regierungsbehörden als Staatstrojaner eingesetzt wird.

Wie viele Nutzer mit der jüngsten Warnwelle genau über Spyware-Infektionen informiert wurden, ist unklar. Die allermeisten Apple-Nutzer werden solche Meldungen allerdings nie erhalten. Da der Einsatz von Staatstrojanern sehr teuer ist, werden damit in der Regel nur ausgewählte Zielpersonen in bestimmten Positionen attackiert, darunter Journalisten, Aktivisten, Politiker und Diplomaten.

"Angriffe durch Söldner-Spyware kosten Millionen von Dollar und sind oft nur von kurzer Dauer, was die Erkennung und Verhinderung viel schwieriger macht", erklärt Apple.

Nutzer sollten Warnungen ernst nehmen

Wie Apples Spyware-Warnungen genau aussehen, lässt sich dem Supportbeitrag des Konzerns(öffnet im neuen Fenster) entnehmen. Demnach erscheinen die Meldungen auf dem iPhone etwa als Benachrichtigung, die auch auf dem Sperrbildschirm sowie in den Geräteeinstellungen zu sehen ist. Zudem werden Betroffene zusätzlich per E-Mail sowie durch ein Banner auf der Apple-Account-Seite gewarnt.

Laut Apple erhalten die Warnmeldungen keine Details zum jeweils erkannten Angriff. Zu genaue Angaben könnten die Angreifer dazu bewegen, ihr Verhalten zu ändern, um in Zukunft nicht mehr erkannt zu werden, argumentiert der Konzern diesbezüglich.

Wer auf seinen Apple-Geräten eine Spyware-Warnung erhält, sollte sie allerdings ernst nehmen und zügig einen Security-Experten aufsuchen, um sich über weitere Schritte beraten zu lassen. Diese Empfehlung teilte auch der Citizenlab-Forscher John Scott-Railton auf X(öffnet im neuen Fenster). Er rät zudem all jenen, die sich als potenzielles Angriffsziel für staatliche Spionage sehen, vorbeugend den Blockierungsmodus(öffnet im neuen Fenster) zu aktivieren.


Wir öffnen unsere neue Community für weitere Mitglieder! Möchtest du in konstruktiver und respektvoller Atmosphäre mit anderen IT-Experten über deine Themen sprechen? Sei dabei und melde dich an!


Relevante Themen