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Spielzeug: Lego forscht bisher erfolglos nach Bio-Klötzchen

Der dänische Spielwarenhersteller Lego will weniger Erdöl für seine Klötzchen und Steinchen verwenden. Die Suche nach Alternativen erweist sich allerdings als schwierig und war bisher erfolglos.

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Lego forscht nach dem Bio-Klötzchen.
Lego forscht nach dem Bio-Klötzchen. (Bild: Johannes Eisele/AFP/Getty Images)

Legosteine bestehen weiterhin aus Kunststoff und dafür wird Erdöl benötigt. Davon will sich der dänische Spielwarenhersteller eigentlich lösen - aber nach einem Bericht des Wall Street Journal sind alle bisherigen Versuche gescheitert, einen alternativen Werkstoff zu finden. Lego habe bisher über 200 Materialkombinationen erprobt, die zum Großteil auf Pflanzenbasis erstellt wurden. Lediglich zwei Prozent der Produkte des Herstellers bestehen bisher aus pflanzlichem Kunststoff.

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Diesen Anteil will Lego nach einem selbst auferlegten Zeitplan deutlich erhöhen. 2012 hatte sich der weltgrößte Spielzeughersteller dazu verpflichtet, bis 2030 nachhaltige Alternativen zu seinen Rohstoffen zu finden und zu nutzen. Dafür wurden bislang etwa 150 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung investiert. Das Unternehmen selbst räumt ein, dass es sich als schwierig erwiesen hat, dieses Ziel umzusetzen. Lego verkauft nach eigener Aussage pro Jahr 50 Milliarden Steinchen.

Im Rahmen der Forschung wurden Legosteine aus Mais hergestellt, aber die waren zu weich. Klötzchen auf Weizenbasis absorbierten die Farbe nicht gleichmäßig und es fehlte den Steinchen am nötigen Glanz. Beim Einsatz anderer Materialien brachen die Lego-Klötzchen durch oder waren nach dem Zusammenbauen so fest verbunden, dass sie sich nicht mehr gut lösen ließen. Es gab auch Materialien, mit denen die Bausteine so instabil waren, dass sie sich einfach auflösten. Zudem erwiesen sich manche Materialien als problematisch, wenn sie in den vom Hersteller genutzten Maschinen gefertigt wurden.

Lego sieht sich vor erster Mondlandung

"Es ist ein bisschen so wie bei der ersten Mondlandung", sagt Tim Guy Brooks, Legos Leiter für Umweltverantwortung zu den Plänen über das Bestreben des Spielzeugherstellers, Ziegel aus Pflanzen herzustellen. "Als Kennedy sagte, er wolle einen Mann auf den Mond schicken, existierte ein Großteil der dafür nötigen Technologien noch nicht. Wir müssen rausgehen und das entwickeln."

Es ist derzeit unklar, ob Lego es noch in den verbleibenden elf Jahren schafft, die Spielzeugbausteine ganz ohne Erdöl herzustellen. Prinzipiell sei zwar auch recycelter Kunststoff eine Option, aber der Hersteller benötige dafür große Mengen - in Lebensmittelqualität mit Herkunfts- und Qualitätsgarantie.

Lego sieht sich hier selbst in der Verantwortung: "Wir können nicht sagen, dass wir die Bauherren von morgen inspirieren, wenn wir den Planeten ruinieren", sagte Brooks. Vorerst kommt der Druck vom Hersteller selbst. Verbraucher- und regulatorische Bedenken in Bezug auf Kunststoffe haben sich bisher auf Einwegprodukte wie Strohhalme und Plastiktüten konzentriert. Lego-Bausteine gelten als langlebig und werden vielfach nach Jahren noch verwendet, während eine Plastiktüte oder ein Strohhalm schon bald als Abfall im Müll landet.

Lego hegt einen großen Anspruch an die Bausteine. Sie müssen bequem zusammengesteckt werden können und sich auch leicht wieder lösen lassen. Zudem sollen sie ihre Farbe und Form auch unter großen Temperaturschwankungen behalten. Und falls ein zusammengebautes Lego-Produkt herunterfällt, sollen die Steine selbst dabei nicht kaputtgehen. Sie sind für einen Einsatz über mehrere Jahrzehnte ausgelegt und sollen auch keine giftigen Chemikalien enthalten, da dies für Kinder schädlich sein könne.

Legosteine müssen stabil sein

"Wenn Sie eine Burg bauen, wollen Sie, dass diese Burg in fünf Jahren oder zehn Jahren noch steht. Sie wollen nicht, dass die Steinchen ihre Form ändern und die Türme der Burg zusammenfallen", erklärt Brooks das Ziel. Im vergangenen Jahr begann Lego mit dem Verkauf von Spielzeugbäumen, Sträuchern und Blättern aus Kunststoffen, die aus Zuckerrohr aus Brasilien stammen. Diese imitieren Polyethylen auf Ölbasis, aus dem weichere Stücke wie Laub, Drachenflügel und Angelruten hergestellt werden. Aber für einen Großteil der Steinchen ist dieser Werkstoff keine Alternative.

Nach den Angaben des Wall Street Journal arbeiten auch andere Großunternehmen wie Ikea, Coca-Cola, McDonald's, Nestlé oder Procter and Gamble daran, Kunststoff auf pflanzlicher Basis zu entwickeln. Die großen Erfolge blieben bislang aus. Nach Angaben der Zeitung haben sich die Unternehmen mit Lego zusammengeschlossen, um gemeinsam daran zu forschen.

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ptepic 17. Jun 2019

Außerdem ist es nur BIO, wenn die Tiere dementsprechend gehalten und gefüttert wurden...

Dwalinn 17. Jun 2019

Ich dachte eher an sowas wie die Ikeatasche aber ich habe auch immer für den kleinen...

Tommy-L 16. Jun 2019

Brio gehört Ravensburger, nicht Lego ;¬)

smabalambajamba 16. Jun 2019

Das Problem ist doch viel mehr das man nicht recyelt und das tut man nicht weil neues...

2ge 16. Jun 2019

Hier in China sind Lego Nachahmungen weit verbreitet, und die sind voll kompatibel mit...


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