Spielewertungen: Metascore bei Amazon.com

Ohne große Ankündigung gibt Amazon in den USA auf den Produktseiten von Spielen jetzt auch den Metascore des Wertungsaggregators Metacritic(öffnet im neuen Fenster) an. Bei GTA 5 ist etwa zu lesen(öffnet im neuen Fenster) , dass auf Basis von 58 Kritiken und Tests eine durchschnittliche Wertung von 97 von 100 Punkten errechnet wurde. Etwas kleiner steht daneben, dass 2.856 Kunden dem Spiel durchschnittlich 8,1 von 10 Punkten gegeben haben. Weder Amazon noch Metacritic haben sich bislang offiziell zur Einbettung des Logos geäußert. Im deutschen Angebot des Versandhändlers sind die Wertungen noch nicht zu finden.
Das Metascore-Logo mit den beiden Zahlen ist sehr gut sichtbar im obersten Teil der US-Produktseite abgebildet. Es dürfte die Bedeutung von Metacritic weiter erhöhen. Bereits jetzt wird der Site ein großer Einfluss auf die Kaufentscheidungen von Endkunden nachgesagt. Bislang ist Steam(öffnet im neuen Fenster) das einzige größere Verkaufsportal für Spiele, das den Metascore im Rahmen einer Kooperation angibt.
Bei Spielentwicklern sind die von Metacritic errechneten Durchschnittswerte auch deswegen gefürchtet, weil bei vielen Projekten die Zahlung von Boni an den Metascore gekoppelt ist. Wenn ein Spiel etwa unterhalb der vorab vertraglich mit dem Publisher vereinbarten 85 oder 90 Punkte bleibt, entgehen den Mitarbeitern der Studios oft sehr hohe, durchaus auch mal fünf- oder sechsstellige Beträge.
Zwar könnte man das System auch schlicht andersherum sehen und sagen, dass es oberhalb bestimmter Werte eben zusätzliches Geld gibt. In der Praxis wird Metacritic aber eher als Bedrohung wahrgenommen, ohne die das Leben früher einfacher war.