Spielestudio im Test: Schöner Einstieg in die Spielelogik

Das Programmieren von Gameplay steht im Mittelpunkt von Spielestudio für die Nintendo Switch. Es gibt gute Erklärungen und Design-Tipps.

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Spielestudio auf der Nintendo Switch
Spielestudio auf der Nintendo Switch (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)

Es fängt mit einem Bug an: Wir sollen zu einem Apfel hüpfen - aber beim Druck auf die Springen-Taste (B) passiert nichts. In Spielestudio auf Nintendo Switch ist der Bug jedoch kein echter Fehler, sondern der originelle Einstieg in interaktives Lernen: Nach ein paar Sekunden erklärt uns das Spiel, wie wir der B-Taste die gewünschte Funktion im Editor zuweisen, so dass wir zum Apfel gelangen.

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Mit Spielestudio können wir ähnlich wie mit Super Mario Maker 2, mit Dreams von Sony oder mit Roblox eigene Games erstellen. Allerdings liegt der Fokus in Spielestudio stärker darin, uns die grundlegenden Funktionsweisen eines Logik-Editors zu erklären.

Ähnlich wie in Profiwerkzeugen, etwa der Unreal Engine, gibt es zwei Ebenen: Das eine ist der Editor, das andere die Spieleansicht; der Wechsel erfolgt über eine kleine Schaltfläche am rechten Bildschirmrand.

Spielestudio zeigt uns anhand von sieben Games, wie ein Spiel entsteht. Dabei geht es nicht um spektakuläre Grafik: Weder das simple Verfolgungsspiel Wilde Jagd noch der Ballerspaß Alien-Attacke sehen besonders gut aus.

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Dafür bekommen wir in interaktiven Tutorials umfassend erklärt, wie die Spielelogik funktioniert. Wir platzieren die benötigten Elemente - etwa ein Männchen - als unseren Stellvertreter, legen Eigenschaften wie sichtbar oder zerstörbar fest und bestimmen, was bei unseren Eingaben passiert.

Die Tutorials sind sehr ausführlich, allein für das erste sollte man eine oder eher zwei Stunden einplanen - Nintendo selbst nennt 40 Minuten im Menü. Teils sind die Anleitungen langatmig bis langweilig, außerdem können wir selbst bei der Auswahl von Farben oder ähnlich unwichtigen Details nur selten selbst entscheiden.

Aber dafür wird wirklich alles sehr gründlich erklärt. Als Lehrer fungiert ein kleiner, über den Bildschirm sausender Punkt namens Bob - der uns an die 80er-Jahre TV-Figur Zini erinnert (Ältere wissen Bescheid). Zwischendurch gibt es von einer weiteren Punkt-Figur namens Alice immer wieder Kontrollaufgaben, bei denen Wissensvertiefung mit gut gemachtem Denksport kombiniert wird.

  • Den "Bug" mit der nicht funktionierenden Taste fixen wir in Spielestudio selbst. (Bild: Nintendo / Screenshot: Golem.de)
  • In sieben Tutorials erklärt uns das Programm die Spieleentwicklung. (Bild: Nintendo / Screenshot: Golem.de)
  • Die Knotixe finden: Wir haben unseren Job gut gemacht. (Bild: Nintendo / Screenshot: Golem.de)
  • Der Knotix der B-Taste ist ein echt harter Kerl! (Bild: Nintendo / Screenshot: Golem.de)
  • Für jedes Objekt können wir Eigenschaften festlegen. (Bild: Nintendo / Screenshot: Golem.de)
  • Sehr viel schöner als dieses Labyrinth wird die Grafik nicht. (Bild: Nintendo / Screenshot: Golem.de)
Den "Bug" mit der nicht funktionierenden Taste fixen wir in Spielestudio selbst. (Bild: Nintendo / Screenshot: Golem.de)

Die Spiele werden durch das Platzieren von Objekten gebaut sowie über das Festlegen von Eigenschaften über sogenannte Knotixe. Diesen Elementen haben die Macher von Spielestudio ein bisschen Persönlichkeit verliehen. Der B-Taste-Knotix etwa fordert per Sprechblase, dass schön fest auf ihm herumgedrückt werde, ohne Rücksicht auf Verluste.

Eigenen Code schreiben wir in Spielestudio nicht. Schön: In den Tutorials gibt es immer wieder kleine Tipps für gutes Design, etwa im Hinblick auf bestimmte Wartezeiten und Ähnliches. Nach dem ersten Tutorial können wir im Hauptmodus Freies Programmieren von Grund auf eigene Games entwickeln.

Diese können wir auch mit anderen teilen, was in Spielestudio aber umständlich ist. Wir raten mal: Vermutlich, weil auch Nintendo klar ist, dass man mit dem Programm zwar viel lernen kann, aber kaum vorzeigbare Spiele entstehen können.

Spielestudio gibt es nur als Download für die Nintendo Switch, der Preis liegt bei rund 30 Euro. Das Programm ist vollständig lokalisiert, die Texte sind liebevoll übersetzt - uns erinnert der Tonfall angenehm an Animal Crossing: New Horizons. Echte Sprachausgabe gibt es nicht, sondern nur ein dezent an Japanisch erinnerndes Gesäusel. Die USK hat eine Freigabe ab 6 Jahre erteilt.

Spielestudio Standard - [Pre-Load]| Nintendo Switch - Download Code

Fazit

Das Spielestudio auf der Nintendo Switch hat uns positiv überrascht: Statt uns mit Massen an schicken Assets zu überschütten und uns beim Programmieren von Gameplay doof dastehen zu lassen, steht tatsächlich die Spielelogik im Mittelpunkt.

Die Tutorials sind stellenweise zwar trotz der toll geschriebenen, witzigen Texte langatmig. Dafür versteht man jedoch, was wie funktioniert und welche Möglichkeiten es gibt. Die Kontrollaufgaben erinnern zwar an Schule, vertiefen das Wissen aber sinnvoll.

Wir finden: Spielestudio ist weniger für die Erstellung von schick aussehenden Games geeignet. Mit Super Mario Maker 2 und vor allem Dreams (Playstation) bekommt man mit der nötigen Einarbeitung sehr viel schönere Spiele hin. Aber um Einsteigern die Grundprinzipien der Programmierung von Gameplay zu erklären, ist Spielestudio nahezu ungeschlagen.

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