• IT-Karriere:
  • Services:

Spielestreaming: Wie archiviert man Games ohne Datenträger?

Falls sich Stadia und das Streaming von Games durchsetzen, gibt es eine Herausforderung für die Bewahrer des digitalen Erbes: Wie kann man etwas sammeln, wenn man nichts mehr hat, das man ins Regal stellen oder auf einer Festplatte speichern kann?

Artikel von Andreas Lange veröffentlicht am
Google Stadia auf der GDC 2019 in San Francisco
Google Stadia auf der GDC 2019 in San Francisco (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Das Streamen interaktiver und zeitkritischer Spieleanwendungen ist die anspruchsvollste Art des Streamings und hängt von vielen externen Faktoren ab. Games werden daher nach wie vor überwiegend entweder auf Datenträgern oder als digitaler Download vertrieben. Doch mit der Eröffnung seines Cloudgaming-Services Stadia will Google eine Zeitenwende anstoßen.

Auch im Gamesbereich dürfte Streaming das Geschäftsmodell der Zukunft sein. Zu stark sind die Argumente dafür, während die Probleme nicht unlösbar scheinen. Bandbreite und Geschwindigkeit des Netzes werden weiter zunehmen und Preismodelle wie Zielgruppen sind grundsätzlich flexibel. Insofern befindet sich Google in guter Gesellschaft. Sony hat bereits Playstation Now, andere haben Streamingangebote für Games angekündigt, unter anderem Microsoft mit xCloud oder der Techkonzern Verizon mit Verizon Gaming.

Für die Bewahrer des digitalen Erbes heißt das: Sie müssen endlich ein Problem lösen, mit dem sie sich schon länger herumschlagen. Wie kann ein Kulturerbe, das nicht auf physischen Datenträgern existiert, sinnvoll für nachfolgende Generationen gespeichert werden?

Das Problem bahnt sich seit den 90ern an

Tatsächlich sind nur online verfügbare Spiele für Sammler und Bewahrer keine neue Herausforderung. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre gibt es Browserspiele, die über Free-to-Play-Modelle in den 2000er Jahren populär wurden. Auch Multiplayer Games teilen ein paar Eigenschaften der Streamingangebote, weil ein Teil der Action ebenfalls auf Servern berechnet wird.

Stellenmarkt
  1. BSH Hausgeräte GmbH, Traunreut
  2. über duerenhoff GmbH, Münster

Allerdings werden Multiplayer Games meist mit einem lokalen Client betrieben, der die vergleichsweise schlanken Internetdatenströme lokal verarbeitet. Das geht mit einer ebenfalls eher lokalen Serverstruktur einher, die in der Vergangenheit immer wieder von privaten Games-Bewahrern nachgebaut werden konnte, falls der Rechteinhaber den Service einstellte.

Bis auf diese wenigen privaten Ansätze wurden in der Games-Bewahrer-Community noch keine Antworten auf die Herausforderungen gefunden. Zu groß ist die Notwendigkeit, die schmalen Ressourcen auf die Erschließung und Bewahrung des auf lokalen Datenträgern gespeicherten Spieleerbes zu konzentrieren. Denn diese verlieren jeden Tag einen Teil ihrer Speicherfähigkeit, so dass die Rettung der bestehenden Sammlungen oberste Priorität hat. Auch andere Grundlagen einer zukünftigen Games-Kulturerbelandschaft wie ein standardisiertes Erschließungssystem sind erst im Entstehen.

Zusätzlich gefährden Streams bestehende Retrogaming-Angebote wie GOG.com, die unterschiedliche Plattformen und Zielgruppen bedienen. Denn durch ihre prinzipiell universelle Zugänglichkeit tendieren Streamingplattformen zur Monopolbildung.

Eine einmal an einen Streamingdienst vergebene Lizenz geriete mit allen anderen für andere Plattformen vergebenen Lizenzen in Konflikt. Die Vielfalt der Retrogame-Anbieter könnte verringert und die Markteintrittsbarrieren für neue Anbieter könnten erhöht werden. Ein Umstand, der der Etablierung eines gemeinnützigen Sektors im Bereich des spielerischen digitalen Kulturerbes weiteren Auftrieb geben könnte.

Trotz aller Widrigkeiten wurden jedoch bereits wichtige Bausteine zukünftiger Bewahrungsstrategien für gestreamte Games erarbeitet.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Games dokumentieren und spielbar halten 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 15,49€
  2. (-53%) 27,99€
  3. 10,99€

Harry_Hurtig 07. Dez 2019

Die Meißten denken nicht einmal darüber nach, daß von MMORPGs die meißten Angriffe auf...

Harry_Hurtig 07. Dez 2019

Und nicht zu vergessen: oftmals werden alte Titel wie Day of the Tentacle auch noch...

ap (Golem.de) 28. Nov 2019

Bevor der Thread erneut abrutscht, wurde er geschlossen.

heikom36 27. Nov 2019

Naja... wenn man als Hobby oder beruflich sehr viel fotografiert und um die 200-300.000...

heikom36 27. Nov 2019

Einen Stream ausdrucken? Die Software dahinter kann man ja sichern - wie jede andere auch.


Folgen Sie uns
       


Doom Eternal - Test

Doom Eternal ist in den richtigen Momenten wieder eine sehr spaßige Ballerorgie, wird aber an einigen Stellen durch Hüpfpassagen ausgebremst.

Doom Eternal - Test Video aufrufen
Star Wars The Clone Wars: Das beste Star Wars seit der Ur-Trilogie
Star Wars The Clone Wars
Das beste Star Wars seit der Ur-Trilogie

Die Animationsserie Star Wars: The Clone Wars schafft es, selbst größte Prequel-Hasser zu berühren - mit tollen neuen Charakteren.
Eine Rezension von Oliver Nickel

  1. Star Wars Darth Vader und mehr Machtspiele
  2. Star Wars Taika Waititi für nächsten Star-Wars-Film verantwortlich
  3. Star Wars Disney erntet veritablen Shitstorm mit Star-Wars-Hashtag

Realme 6 und 6 Pro im Test: Starke Konkurrenz für Xiaomi
Realme 6 und 6 Pro im Test
Starke Konkurrenz für Xiaomi

Das Realme 6 und 6 Pro bieten eine starke Ausstattung für relativ wenig Geld - und gehören damit aktuell zu den interessantesten Mittelklasse-Smartphones.
Ein Test von Tobias Költzsch


    FAQ: Was man über die Corona-App der Regierung wissen muss
    FAQ
    Was man über die Corona-App der Regierung wissen muss

    Golem.de beantwortet die wichtigsten Fragen zu Technik, Nutzen und Datenschutz der Tracing-App der Bundesregierung.
    Eine Analyse von Friedhelm Greis

    1. Gegen Zwangsinstallation Grüne Justizminister fordern Gesetz für Corona-App
    2. Auf Github Telekom und SAP veröffentlichen Quellcode der Corona-App
    3. Github Entwickler veröffentlichen Screenshots der Corona-Warn-App

      •  /