Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Spielepublisher: Ubisoft stellt sich mit Kreativhäusern für Anno & Co neu auf

Ein tiefgreifender Umbau soll Ubisoft aus der Krise führen: Der Publisher trennt sich von mehreren Projekten und ordnet seine Marken neu.
/ Peter Steinlechner
12 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ubisoft auf der China Joy 2024 (Bild: STR/AFP via Getty Images)
Ubisoft auf der China Joy 2024 Bild: STR/AFP via Getty Images

Ubisoft hat am 21. Januar 2026 einen weitreichenden Umbau von Organisation, Portfolio und Kostenstruktur angekündigt(öffnet im neuen Fenster) . Gleichzeitig machte der Publisher eine konkrete Einsparmaßnahme öffentlich: Das seit Jahren in Entwicklung befindliche Remake von Prince of Persia – The Sands of Time wird endgültig gestoppt.

Insgesamt streicht Ubisoft sechs Projekte, darunter vier bislang nicht angekündigte Games – drei neue Marken und ein Mobile-Spiel.

Weitere sieben Spiele erhalten zusätzliche Entwicklungszeit und werden verschoben, um höhere Qualitätsziele zu erreichen. Abgesehen von The Sands of Time wurden keine Titel genannt.

Zentraler Bestandteil des Neustarts ist ein neues Geschäftsmodell mit fünf sogenannten Creative Houses. Diese Einheiten vereinen Entwicklung und Publishing, sind nach Genres ausgerichtet und tragen jeweils die volle kreative und wirtschaftliche Verantwortung für ihre Marken.

Ubisoft will damit Entscheidungswege verkürzen und die Nähe zu den Spielerinnen und Spielern erhöhen. Gründer und Chef Yves Guillemot spricht von einer "radikalen Veränderung" und erklärte, man schaffe "die Bedingungen für eine Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum" .

Splinter Cell und Anno mit neuer Heimat

Das erste Creative House trägt den Namen Vantage Studios; es wurde bereits 2025 aufgebaut . Es konzentriert sich auf Assassin's Creed, Far Cry und Rainbow Six, die allesamt langfristig zu besonders ertragsstarken Kernfranchises ausgebaut werden sollen.

Ein zweites Creative House übernimmt kompetitive und kooperative Shooter, darunter The Division, Ghost Recon und Splinter Cell.

Das dritte Creative House ist auf Live- und Service-Spiele ausgerichtet. Dazu zählen For Honor, The Crew, Riders Republic, Brawlhalla und Skull & Bones. Ein viertes Creative House bündelt immersive Fantasy-Welten und narrative Universen wie Anno, Might & Magic, Rayman, Prince of Persia und Beyond Good & Evil.

Das fünfte Creative House fokussiert sich auf Casual- und familienfreundliche Spiele, darunter Just Dance, Uno, Hungry Shark sowie Mobile- und Ketchapp-Titel. Zusätzlich befinden sich mehrere neue Marken in Entwicklung, namentlich genannt wird lediglich das Projekt March of Giants.

Wohl auch weitere Entlassungen geplant

Unterstützt werden die fünf Gruppen durch ein konzernweites Kreativnetzwerk aus Studios sowie eine neu zugeschnittene Zentrale mit Schwerpunkt auf Strategie, Kapitalallokation und Governance.

Guillemot betonte, dass "außergewöhnliche AAA-Spiele mehr finanzielles Potenzial haben als je zuvor" , zugleich seien die aktuellen Entscheidungen "schwierig, aber notwendig" , um Ubisoft langfristig fokussierter und effizienter aufzustellen.

Prince of Persia – Trailer (The Sands of Time Remake)
Prince of Persia – Trailer (The Sands of Time Remake) (02:04)

Kurzfristig belastet der Umbau die Geschäftszahlen deutlich, langfristig soll er jedoch die kreative Führungsrolle des Unternehmens sichern.

Bis März 2028 will Ubisoft seine Fixkostenbasis um insgesamt rund 500 Millionen Euro gegenüber dem Geschäftsjahr 2022/23 senken. Allein für die kommenden zwei Jahre sind zusätzliche Einsparungen von 200 Millionen Euro geplant.

In der Pressemitteilung kündigte Ubisoft keine konkrete Zahl von Entlassungen an, bestätigte aber weitere Personalmaßnahmen. Neueinstellungen sollen konzernweit stark begrenzt werden, dazu kommt deutlich weniger Home Office für die Beschäftigen.


Relevante Themen