Spielemarkt: BIU fordert Sofortmaßnahmen zu Entwicklerförderung
Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) schlägt der deutschen Politik ein Bündel von Sofortmaßnahmen vor, damit deutsche Entwickler und Publisher nicht den Anschluss an den Weltmarkt verlieren – und auch hierzulande nicht immer weiter ins Hintertreffen geraten. Deutschland drohe, "international den Anschluss zu verlieren. Es bleibt nur noch wenig Zeit, um zu verhindern, dass Deutschland als Standort für die Entwicklung digitaler Spiele abgehängt wird und stattdessen vor allem als Absatzmarkt für eine der am dynamischsten wachsenden Medienbranchen weltweit dient" , warnt Maximilian Schenk, Geschäftsführer des BIU.
Besonderen Handlungsbedarf durch die Politik auf EU-, Bundes- und Landesebene sieht der BIU laut einem Positionspapier(öffnet im neuen Fenster) in einer ganzen Reihe von Feldern: So müssten zur Behebung des Fachkräftemangels die Absolventenzahlen von Studiengängen, die auf Computerspiele ausgerichtet sind, an Universitäten und Hochschulen erhöht werden. Gleichzeitig müsste aber auch die Anwerbung ausländischer Fachkräfte erleichtert werden.
Der BIU fordert auch die Politik auf, sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene eine verantwortliche Stelle zur Koordinierung und Bündelung laufender Maßnahmen der verschiedenen Ressorts und zur Koordinierung zwischen dem Bund und den Ländern zu schaffen. Bislang sind für Förderprogramme vor allem die Länder zuständig, die ihre Maßnahmen aber so gut wie gar nicht untereinander absprechen; lediglich der als Förderpreis angelegte Deutsche Computerspielpreis wird vom Bund verliehen.
Daneben schlägt der BIU eine Reihe steuerlicher Erleichterungen vor, etwa Maßnahmen zur Vermeidung einer doppelten Umsatzbesteuerung, Verfahrenserleichterungen bei der Erhebung der Quellensteuer auf Lizenzgebühren und einen dreijährigen Aufschub zur Abgabe der Einkommenssteuererklärung für Gründer.
Der BIU verweist darauf, dass Länder wie Kanada, Großbritannien und Frankreich bereits seit Jahren ihre heimische Computerspielbranche fördern. Entwickler und Publisher aus diesen Ländern seien deshalb "auf dem weltweit wachsenden Markt der digitalen Spiele in der Breite erfolgreicher" , so der BIU.
Weltweit werde laut Daten von PricewaterhouseCoopers (PWC) der Umsatz der Computerspielbranche bis zum Jahr 2018 jährlich um 5,8 Prozent auf dann 89 Milliarden US-Dollar wachsen. Für Deutschland prognostiziert PWC bis 2018 hingegen lediglich ein jährliches Umsatzwachstum von 3,8 Prozent. In den vergangenen Jahren sei laut BIU der Anteil von Spieleproduktionen aus Deutschland am hiesigen Markt für Computerspiele sogar weiter gesunken: Im Jahr 2014 betrug er nur noch rund sieben Prozent, im Marktsegment für Konsolen- und PC-Spiele sogar nur noch 0,5 Prozent.



