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Spielejahr 2013: Zwei Konsolen und drei Kriminelle

Aus Next- wurde Current-Gen, aus einem Großprojekt bei Rockstar Games wurde GTA 5 – und aus Titan von Blizzard erst mal nichts. Golem.de fasst die wichtigsten Ereignisse des Spielejahres 2013 zusammen.
/ Peter Steinlechner
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GTA 5 (Bild: Rockstar Games)
GTA 5 Bild: Rockstar Games

Die Xbox One sollte 720 oder Durango heißen und in zwei Versionen erscheinen, und die Playstation 4 sollte auf keinen Fall die 4 im Namen haben, weil die Zahl in Asien für Unglück steht: Anfang 2013 war das der Stand der Dinge über die kommenden Konsolen. Viele Gerüchte und Spekulationen haben sich als falsch herausgestellt – aber längst nicht alle.

Playstation 4 – Test
Playstation 4 – Test (04:04)

So hat eine Meldung von Mitte Januar 2013 ziemlich ins Schwarze getroffen. Darin hieß es, dass die nächste Playstation eine Rechengeschwindigkeit von 1,84 Teraflops, die nächste Xbox dagegen 1,23 Teraflops erreichen sollte. Die tatsächlichen Werte wurden damit fast auf den Punkt getroffen, wobei der Prozessor der Xbox One nach der ersten Ankündigung noch etwas höher getaktet wurde.

Natürlich war 2013 aus Sicht vieler Spieler das Jahr der Next-Gen-Konsolen, die mit ihrer Veröffentlichung im November 2013 dann zur Current-Gen wurden. Vermutlich geht das Playstation-4-Team von Sony entspannter in die Weihnachtsferien als die Xbox-One-Kollegen bei Microsoft. Während sich Sony mit der PS4 nach der Ankündigung keine groben Kommunikationspatzer erlaubte, ging bei Microsoft so ziemlich alles schief, was schiefgehen konnte.

Xbox One – Test
Xbox One – Test (04:54)

Die Community fand die Pläne für ein Verbot des Gebrauchtspielhandels und eine permanente Zwangsonlineverbindung zum Microsoft-Server gar nicht gut. Erst mehrere Kehrtwenden brachten die Xbox One wieder einigermaßen in die Spur. An Details wie dem 100 Euro höheren Preis gegenüber der PS4 aufgrund der von vielen Spielern nicht gewünschten Kinect hat sich bis heute allerdings nichts geändert.

Angesichts der medialen Konzentration auf Xbox One und Playstation 4 hatte es andere Gamer-Hardware sehr schwer, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Mit einer Ausnahme: Das VR-Headset Oculus Rift, dessen Entwicklerversion im Frühjahr 2013 erschienen ist, beschäftigte die Szene intensiv und büßt offenbar nichts von seiner Faszination ein. Die Macher des Geräts haben seit kurzem sogar Programmiererlegende John Carmack als Vollzeitangestellten in ihren Reihen – der hat dafür seinen Posten bei id Software endgültig aufgegeben.

Sehr ruhig ist es dagegen um die Android-Konsole Ouya geworden. Obwohl sie seit November 2013 auch in Deutschland offiziell im Handel verfügbar ist, tut sich kaum noch etwas bei dem Gerät. Die meisten Käufer verwenden es für das Ausführen von Emulatoren oder für das Streamen von Videofilmen. Auch die Ende 2012 noch hoffnungsvoll gestartete Wii U kommt nicht recht voran: Nach wie vor gibt es abgesehen von einigen Nintendo-Spielen wie Super Mario 3D World kaum spannende Spiele für die Konsole.

Gruß aus Los Santos

Vor allem ein Titel ist nicht für Nintendos Tablet-System erhältlich, das die Abverkaufszahlen der Xbox 360 und Playstation 3 spürbar in die Höhe getrieben hat: GTA 5. Das am 17. September 2013 veröffentlichte Actionspiel von Rockstar Games hat es geschafft, die über gut fünf Jahre hinweg immer weiter gewachsenen Erwartungen zu erfüllen. Es dürfte kaum eine "Game of the Year"-Liste geben, auf der die Abenteuer der Hauptfiguren Trevor, Franklin und Michael nicht ganz oben stehen.

GTA 5 – Test
GTA 5 – Test (04:50)

Deutlich schlechter lief es 2013 für Elitesoldaten-Serien wie Call of Duty und Battlefield. Während CoD: Ghosts einfach zu wenig Neues bot, gab es bei Battlefield 4 zusätzlich größere Probleme vor allem mit dem Multiplayermodus. Die Verkaufszahlen sind wohl bei beiden unter den Erwartungen geblieben.

Insbesondere Ghosts hat sich deutlich schwächer verkauft als Black Ops 2 im Jahr zuvor – unter der Hand ist in einigen Ländern von Rückgängen um bis zu 50 Prozent die Rede. Laut Activision liegt das übrigens in erster Linie am Generationenwechsel der Konsolen, der viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und damit den Marketingplan stark beeinträchtigt hat.

Tomb Raider – Test
Tomb Raider – Test (02:06)

Abgesehen von GTA 5 gab es 2013 weitere interessante Spiele: Im Frühjahr 2013 hatte Lara Croft in Tomb Raider einen starken Neuauftritt, während Bioshock Infinite die Messlatte für anspruchsvolle Shooter höher gesetzt hat. Nicht ganz so gut lief es bei Sim City – zwar dürfte Electronic Arts mit den Verkaufszahlen zufrieden sein, aber die Community ist etwa mit der Größe der Städte und der Onlinepflicht nach wie vor unglücklich.

Der Siegeszug von Free-to-Play ging vor allem auf Smartphones und Tablets weiter: Dort haben sich Spiele wie Clash of Clans und Candy Crush Saga mittlerweile riesige globale Fangemeinden aufgebaut. Nur mit dem Pionier der Kostenlos-Spielekultur ging es 2013 stetig bergab: Um den Browsergames-Spezialisten Zynga ist es sehr ruhig geworden, spannende neue Spiele fehlten ebenso wie eine nachhaltige Erholung des Aktienkurses – trotz der Verpflichtung von Microsoft-Manager Don Mattrick.

Titan und virtuelle Raumschiffe

Ein Übergangsjahr war 2013 wohl auch für ein Entwicklerstudio, das sonst für Blockbuster bekannt ist. Blizzard hat neben der Fortsetzung von Starcraft 2 lediglich die Betaversion des kleinen, aber feinen Sammelkartenspiels Hearthstone – Heroes of Warcraft und die Konsolenumsetzung von Diablo 3 veröffentlicht.

Hearthstone Heroes of Warcraft – Gameplay-Demo
Hearthstone Heroes of Warcraft – Gameplay-Demo (13:24)

Bei seinem nächsten MMORPG Titan jedoch ging wohl doch zu viel schief: Mitten im Sommer gab Blizzard bekannt, dass es noch einmal neu anfange – die von vielen Spielern erhoffte Veröffentlichung erster Details lässt also ein paar weitere Jahre auf sich warten. Das bedeutet: Das derzeit größte offiziell angekündigte Projekt ist kein Spiel, sondern der für Anfang 2016 geplante Warcraft-Film.

Deutlich besser lief es in den vergangenen Monaten wohl bei Valve. Das Entwicklerstudio ist nicht nur mit Steam weiter erfolgreich, auch die Vorbereitungen für die Steam Box und das Steam OS laufen auf Hochtouren. Jedenfalls unterstützen Portal und Software mittlerweile neben Windows-PC und Mac OS auch Linux. Dazu kamen erste Präsentationen des Steam Controllers – es wird interessant sein zu sehen, was damit im kommenden Jahr passiert.

Star Citizen – Interview und Gameplay (Gamescom 2013)
Star Citizen – Interview und Gameplay (Gamescom 2013) (05:48)

Ebenfalls gut gelaufen ist es 2013 für Chris Roberts und sein Star Citizen. Das Weltraumspiel konnte Ende 2012 eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne feiern – aber im Grunde ging es danach erst richtig los: Das von der Community bereitgestellte Budget ist von rund 10 Millionen US-Dollar innerhalb weniger Monate auf inzwischen über 35 Millionen US-Dollar gestiegen. Insbesondere auf den Verkauf von virtuellen Raumschiffen springt die Community an, dazu kommen immer wieder neue Stretch Goals.

Andere Sternenkrieger haben es dagegen nicht übers Jahr geschafft: Das legendäre Entwicklerstudio Lucas Arts wurde im April 2013 von Disney geschlossen – rund 200 Mitarbeiter haben ihren Job verloren, vielversprechende Projekte wurden gestoppt. In den letzten Jahren hatte Lucas Arts zwar längst keine derart hochklassigen Titel mehr veröffentlicht wie zu Jedi-Knight- und Monkey-Island-Zeiten. Trotzdem hätten die neuen Star-Wars-Filme ja möglicherweise auch Lucas Arts zu frischem Schwung verholfen. Stattdessen verfügt nun Electronic Arts über eine Lizenz an der Marke, erste Spiele befinden sich bereits in der Entwicklung.


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