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Spieleentwickler: "Habe eine Idee und brauche zwei Millionen Euro"

Aus guten Ideen werden längst nicht immer gute Spiele. Was künftigen, aber auch erfahrenen Entwicklern bei der Vorstellung von Projekten passiert und wie es besser geht, davon berichtet der in der Branche erfahrene Spieleentwickler Michael Hengst.

Artikel veröffentlicht am , Michael Hengst
Besucher der E3 2013
Besucher der E3 2013 (Bild: David McNew/Reuters)

Der Autor Michael Hengst hat bei einer Reihe von Publishern und Studios gearbeitet, derzeit ist er als selbstständiger Spieleentwickler tätig und berät große und kleine Entwicklerteams. Am Anfang seiner Karriere hat er als Chefredakteur der Zeitschrift Power Play erste Erfahrungen in der Branche gesammelt.

"Was ist die beste Methode, eine grandiose Spielidee vorzustellen"?, werde ich immer wieder gefragt. "Sollte man das Projekt bei einer Crowdfunding-Plattform wie Kickstarter oder Indiegogo unterbringen?" Aber das ist die falsche Frage. Ich stelle dann die richtige: "Was ist an dem Projekt, der Idee oder dem Team denn so grandios, dass irgendjemand Geld investieren sollte?" Die Antworten sind oft erschütternd. "Unser Spiel basiert auf einer hausgemachten Technologie, die fünf Frames die Sekunde schneller ist als die der Cryengine" oder "Unser Spiel ist wie World of Warcraft, nur mit mehr Features". In solchen Momenten zweifle ich an der Spieleindustrie.

Nach rund 35 Jahren der erfolgreichen Kommerzialisierung sollte man meinen, der Grad der Professionalität fiele etwas höher aus. Kurioserweise werden aber - und das auf allen Seiten - viele Fehler ständig wiederholt. Sogar der handgekritzelte Zettel "Ich habe da mal eine Idee und brauche zwei Millionen Euro" als ernst gemeinter Pitch bei einem Publisher ist keine urbane Legende, sondern Realität.

Aber wie sieht denn nun ein guter Pitch aus? Und sollte das Projekt fanfinanziert werden oder doch lieber von einem Publisher? Muss es ein fertiges Spiel sein? Reicht die Idee?

Ideen haben die Halbwertzeit eines zypriotischen Sparkontos

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Ich fange mit der letzten Frage an, denn sie ist am leichtesten zu beantworten: nein. Ideen haben die Halbwertzeit eines zypriotischen Sparkontos. Ich persönlich habe drei (Spiele-) Ideen beim morgendlichen Duschen und sie schon wieder vergessen, wenn ich zum Kaffeeautomaten gehe. Was anderes ist es, wenn diese Ideen auch sinnvoll zu Papier gebracht werden. Die Betonung liegt auf "sinnvoll", denn die Anforderungen an einen Spielepitch sind sehr hoch - und hier teilt sich schon zum ersten Mal die Spreu vom Weizen.

Da wäre zum einen das sogenannte "Vision Summary", eine Zusammenfassung von maximal zehn Seiten, in der auf einen Blick wichtige Fragen beantwortet werden sollten: Was ist das Tolle an dem Spiel? Wer ist das Team? Wie lange wird die Entwicklung voraussichtlich dauern? Wie viel soll die Entwicklung kosten? Welche Besonderheiten gibt es? Welche Plattform? Wie soll mit dem Titel Geld verdient werden? Wie sieht der Wettbewerb aus? Auch wenn es sich dabei "nur" um eine Zusammenfassung handelt, schleichen sich hier oft Fehler ein, von Rechtschreibfehlern über Formfehler wie fehlende Kopf- und Fußzeilen, bis hin zu Formatfehlern (nur verhältnismäßig wenige Leute können ein ODT-Dokument ohne Probleme lesen).

Dann sollte eine Vorkonzeption erstellt werden. Diese kann durchaus umfangreicher sein, zum Beispiel 50 bis 60 Seiten, und sollte detaillierter beschreiben, wie die Kern-Features des Spiels aussehen, wie sich das Spiel am Anfang spielt, was der Spieler in der Mitte macht und wie das Endgame aus der Sicht des Protagonisten aussieht. Mockups, Scribbles, Artwork, ein eventuell vorhandener Prototyp dürfen hier ebenso wenig fehlen wie eine Beschreibung des Qualitätszieles (und wie man gedenkt, dorthin zu kommen). Eine ausführliche Beschreibung der Technik gehört hinein, auch der potenzielle Einsatz von Middleware und ein etwaiges Datenbank-Backend.

Free-to-Play und das Geschäftsmodell 
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zZz 24. Sep 2013

schön, dass es dich noch gibt. ein alter powerplay leser

EqPO 16. Aug 2013

Das lernt man schon bei der ersten Projektarbeit in der Schule. Was war da jetzt einen...

Hotohori 14. Aug 2013

Ja, perfekt war es nicht, aber das Gameplay war sehr solide, die Atmosphäre und...

herzmeister 14. Aug 2013

Für die Entwickler schon. ;)

Dumpfbacke 13. Aug 2013

Dann musst du eben Politiker oder Schauspieler werden. Nichts leisten, aber Geld wie Sau...


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