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Spielebranche: Vivendi versucht feindliche Übernahme von Gameloft

Der französische Medienkonzern Vivendi will Gameloft kaufen – gegen den Willen des Managements. Indirekt betroffen von den Manövern ist auch der größere Spielepublisher Ubisoft.
/ Peter Steinlechner
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Artwork des Gameloft-Spiels Wild West Guns (Bild: Gameloft)
Artwork des Gameloft-Spiels Wild West Guns Bild: Gameloft

In den vergangenen Monaten hat der französische Medienkonzern Vivendi bereits Aktien von Gameloft gekauft, nun will er sich eine Mehrheit an der auf Mobilegames spezialisierten Firma sichern – und hat den Anteilseigern das Angebot gemacht, ihre Aktien für 6 Euro zu kaufen. Das war ein Aufschlag von rund zehn Prozent gegenüber dem Wert zum Zeitpunkt der Ankündigung. Seitdem ist der Kurs in Erwartung eines noch höheren Angebots durch Vivendi weiter gestiegen.

Das Management von Gameloft hat das Angebot von Vivendi laut Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) als "feindlich" bezeichnet. Ein Sprecher von Vivendi hat dieser Einschätzung widersprochen und von einer "nicht verabredeten" Übernahme gesprochen. Seit Wochen gibt es Spekulationen darüber, dass Vivendi auch Ubisoft kaufen möchte. Die Firma – die deutlich größer ist als Gameloft – hat angekündigt, eine stark auf Wachstum ausgerichtete Unternehmenspolitik einzuschlagen, um zu teuer für eine feindliche Übernahme zu werden.

Vivendi ist seit den Zeiten von Sierra in der Spielebranche unterwegs und besaß eine Zeit lang etwa Sierra Online. Zuletzt sorgte Vivendi für die Fusion von Activision und Blizzard, verkaufte die Anteile dann aber bis auf 5,8 Prozent. In der Spielebranche hat die Firma traditionell keinen guten Ruf, sie gilt als innovationsfeindlich und träge.

Sowohl Ubisoft als auch Gameloft haben ihren Sitz ebenfalls in Frankreich. Die Firmen sind eigentlich nicht miteinander verbunden, wurden aber von Brüdern gegründet und werden von ihnen immer noch geführt. Bei Ubisoft hat Yves Guillemot das Sagen, bei Gameloft Michel Guillemot.

Während Ubisoft auf allen Plattformen aktiv ist, hat sich Gameloft auf Mobilegames spezialisiert. Vor gut zehn Jahren startete Electronic Arts einen halbherzigen Versuch einer feindlichen Übernahme, stoppte diesen aber nach deutlichem Widerstand wieder.


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