Spielebranche: US-Synchronsprecher bekommen mehr Geld und Transparenz

75 US-Dollar für die erste Sprachaufnahme, Vorabinfos über sexuelle oder gewalthaltige Inhalte: Nach gut einem Jahr hat sich die nordamerikanische Spielebranche mit der wichtigsten Gewerkschaft der Synchronsprecher geeinigt.

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Streikaufruf von 2016 der Gewerkschaft Sag-Aftra
Streikaufruf von 2016 der Gewerkschaft Sag-Aftra (Bild: Sag-Aftra)

Fast ein Jahr nach den ersten Streikaufrufen haben sich große Firmen der US-Spielebranche und Sag-Aftra - die wichtigste Gewerkschaft für Synchronsprecher - geeinigt. Die Profis bekommen ab sofort ein Antrittsgeld von mindestens 75 US-Dollar pro Stunde, nach zehn Aufnahmesessions stehen ihnen mindestens 2.100 US-Dollar zu, dazu kommen diverse Boni. Vor dieser Einigung gab es lediglich einen Stundenlohn von 100 US-Dollar.

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Diese Regelungen sind natürlich für die Stars der Branche, etwa Nolan North (u. a. Nathan Drake in Uncharted) nicht relevant - sie dürften ein Vielfaches kassieren. Die ausgehandelten Konditionen gelten in erster Linie für das Heer der Sprecher, die etwa Standardsätze bei kleinen Titeln vertonen, sowie zum Teil auch für Schauspieler bei Motion-capture-Aufnahmen.

Sie bekommen nach der Einigung neben mehr Geld auch mehr Rechte. So erhalten sie vorab Informationen, ob sie Sätze mit gewalthaltigem, sexuellem oder sehr technischem Inhalt einsprechen müssen. Außerdem haben sie einen Anspruch darauf, den Projektnamen und das Genre zu erfahren.

Damit soll es unter anderem einfacher werden zu überprüfen, ob die Arbeit von den Entwicklern und Publishern korrekt abgerechnet wurde. Eine konkrete Einigung bei der eigentlich eher wichtigen Frage, wie die Erholung der Stimmbänder sichergestellt wird, gibt es noch nicht - die Parteien haben sich nun schlicht darauf verständigt, darüber weiter im Gespräch zu bleiben.

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Auf Initiative der Sag-Aftra wurden seit einem Jahr eine Reihe von großen Firmen bestreikt, darunter Activision (inklusive Blizzard), Electronic Arts, Take 2 und Warner Bros. Games. In der Öffentlichkeit war von den Folgen des Streiks so gut wie nichts zu spüren, weil die Studios etwa mit teureren unabhängigen Sprechern oder Profis in Niederlassungen in anderen Ländern gearbeitet haben. Bei Tagungen wie der Game Developers Conference (GDC) war der damit verbundene Zusatzaufwand aber durchaus ein Thema innerhalb der Branche.

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