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Wie wichtig wird der Epic Games Store?

Viele Entwickler sehen Epic auch deshalb als Chance, weil sich Quasimonopolist Steam in den vergangenen Jahren im Umgang mit Indies nicht durch besondere Unterstützung hervorgetan hat. Im Gegenteil: Mit dem Senken der Zugangsbeschränkungen zum größten Marktplatz für PC-Spiele habe Valve der Flut an Müll erst Tür und Tor geöffnet. "Steam ist leider ein unübersichtlicher Ramschmarkt geworden, auf dem nur noch sehr wenige Indies sicher Gewinn machen können", urteilt Jana Reinhardt.

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"Steam ist heutzutage nur noch ein starker Multiplier, wenn man eine gewisse Bekanntheit überschritten hat. Ohne die hat man keine Chance", sagen auch Georg Hobmaier, Ben Wahl und Christian Knapp vom Wiener Studio Causa Creations. "Epic ist eine echte Alternative, da hiermit auch die Monopolstellung von Steam infrage gestellt wird." Nachsatz: "Leider sind die Reaktionen der 'Core Gamer' wie üblich eher auf der entbehrlichen Seite."

Martin Nerurkar bleibt gegenüber dem Epic Games Store dennoch skeptisch. "Ob Epic eine Alternative ist, bleibt abzuwarten. Die Hoffnung vieler Indies ist, dass eine erfolgreiche Konkurrenz zu Steam die finanziellen Bedingungen für die Entwickler nachhaltig verbessert. Die Frage bleibt aber, ob der Store das leisten kann. Ist die Fortnite-Kundschaft bereit, auch andere Spiele zu kaufen? Lässt der, für mich kaum nachvollziehbare, Widerstand der Gamer nach? Alles noch unklar", sagt Nerurkar. "Aber selbst wenn der Epic Games Store angenommen wird und einen signifikanten Marktanteil abbekommt, sind die Indies wieder von einer großen Firma abhängig."

Mit Experimenten in Sachen Abomodell, dem aggressiven Auftritt des Epic Games Store und der Dynamik eines sich rasant entwickelnden Marktes bleibt der Spielmarkt spannend. Die Epoche, in der auch kleine, unabhängige Entwickler mit qualitätsvollen Produkten realistisch zumindest auf die Deckung moderater Unterhaltskosten vertrauen konnten, scheint allerdings Geschichte zu sein.

"Schlimmer kann es im Moment kaum werden, da das Existenzminimum für viele bereits unterschritten wurde", sagt Georg Hobmaier. "Und der Druck für junge Developer wird auch nicht verschwinden, dafür sorgen diverse enthusiastische Ausbildungsstätten, die sicher noch das nächste Jahrzehnt für Nachwuchs sorgen werden."

Auch Martin Nerurkar sieht eher schwarz. "Ich befürchte tatsächlich, dass sich da auf die Schnelle nichts verbessern wird. Steam wird weiter den Markt dominieren und die Herausforderung der Sichtbarkeit für Indies und Plattformhalter wird sich zuspitzen. Die Schere zwischen erfolgreichen und damit sichtbaren Indies und denen, die eben keinen Erfolg haben, wird zunehmends auseinandergehen."

Jana Reinhardt will hoffnungsfrohen zukünftigen Indie-Entwicklern nicht ganz den Optimismus nehmen: "Ich glaube, einfach ein Spielestudio zu eröffnen, wäre heutzutage ein Fehler. Junge Entwickler sollten sich Nischen suchen, die nicht allzu überfüllt sind, Nischen, in denen es noch möglich ist, Fehler zu machen und zu experimentieren."

Für kleine Studios hate es sich nach Auffassung von Reinhardt als sinnvoll erwiesen, auf der einen Seite klare Alleinstellungsmerkmale zu entwickeln und auf der anderen vielleicht sogar noch ein zweites Standbein neben der Entwicklung von Games zu haben.

Ist das das Ende einer blühenden, in letzter Konsequenz an ihrem unbeschränkten Wachstum erstickten Indie-Kultur? So düster sieht Reinhardt die Zukunft nicht. "Unabhängige Entwickler wird es immer geben, aber sie müssen sich besser aufstellen." Georg Hobmaier fügt hinzu: "Auf keinen Fall sollte man sich als junger Entwickler für zwei Jahre in den Keller verziehen, um das eine große Ding zu bauen. Selbst ein perfektes Indie-Spiel kann ganz leicht untergehen."

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Eheran 14. Okt 2019

Wie schützt das vor einer Überflutung? Die Macher würde innerhalb kürzester Zeit wieder...

Subsessor 14. Okt 2019

Bin ich der einzige, der es überaus lächerlich findet, bei einem Überangebot an Spielen...

Skeltek 14. Okt 2019

Ich verfolge die Spieleszene seit nun über 30 Jahren und bin mit 'Zocken' groß geworden...

Crass Spektakel 10. Okt 2019

Ich habe viele Entwickler kennengelernt die sich selbst von Null auf Top20 hochgearbeitet...

cpt.dirk 10. Okt 2019

Das erinnert irgendwie an die Szene auf dem Dorfplatz in Asterix, mit 30 Antiquitäten...


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