Spielebranche: "So haben wir uns die Zukunft der Xbox nicht vorgestellt"

Xbox-Erfinder Seamus Blackley reagiert entsetzt auf toxische Sprüche im Multiplayer von Halo - und fordert Microsoft zum Handeln auf.

Artikel veröffentlicht am ,
Artwork von Halo Infinite Multiplayer
Artwork von Halo Infinite Multiplayer (Bild: Microsoft)

In der Spielebranche kommen neue Diskussionen über toxisches Verhalten in Multiplayerpartien auf. Hintergrund: Die australische Streamerin Grenade Queen - die offenbar nicht zu den Profis gehört, sondern einfach Fan ist - war in Halo Infinite von zwei männlichen Gamern mit Machosprüchen beleidigt worden.

Ein kurzer Videomitschnitt ist Seamus Blackley aufgefallen - der frühere Mitarbeiter von Microsoft gilt unter anderem als Erfinder der Xbox. "So haben wir uns die Zukunft der Xbox nicht vorgestellt", schreibt Blackley auf Twitter. "Als Community müssen wir uns mit der Hilfe von Microsoft um das Problem kümmern und es stoppen."

Etwas später hat Blackley im Gespräch mit dem Magazin Axios gesagt, dass es "überfällig" sei, dass die Branche sich um toxisches Verhalten in den Spielenetzwerken kümmere. "Es hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten vom Schlechten zu purer Bösartigkeit entwickelt."

Konkrete Vorschläge, wie das Thema langfristig angegangen werden sollte, hat Blackley nicht. Er hält es für nötig, dass Firmen wie Microsoft und Steam sich klarer dazu bekennen, dass es Probleme gibt und dass diese gelöst werden müssten.

Eine Schwierigkeit sei, dass es in der Branche die Befürchtung gebe, dass durch harte Maßnahme "die Zielgruppe der Core-Gamer" vertrieben werde. Das sei aber "lächerlich", weil Massen an "zahlenden Kunden" die Plattformen wegen des toxischen Umgangstons vollständig mieden.

Microsoft hat sich noch nicht zum konkreten Fall geäußert. Das Unternehmen kündigt immer wieder an, sich im Kampf gegen Hass in der Community zu engagieren - wirkliche Verbesserungen gibt es aber nicht.

Spielebranche spielt Entschlossenheit

Ende 2020 hatte Microsoft zusammen mit Sony und Nintendo ein entsprechendes Bündnis geschlossen, aber schon bei der Ankündigung blieb alles auffällig vage. Außerdem gehört Microsoft zu den Gründungsmitgliedern der Fair Play Alliance, aber auch dieser 2018 vorgestellte Verband ist seitdem nicht weiter aufgefallen.

Immerhin: Die beiden Spieler, die Grenade Queen herabwürdigt haben, haben sich inzwischen entschuldigt. Die Streamerin hat die entsprechende Nachricht selbst veröffentlicht.

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Golg 27. Dez 2021

Nach rund 20 Jahren Internet muss ich eigentlich feststellen, dass Zensur kaum jemals...

Golg 27. Dez 2021

Absolut richtig. Wenn ich engere Freunde ärgere, dann WISSEN sie, dass ich das nicht...

yumiko 27. Dez 2021

Äh doch. Der Button auf de PS5 Controller leuchtet zwar rot, wenn es stumm ist (wie bei...

C00k1e 27. Dez 2021

Viel eher sehen die Leute sich genötigt das politische Fass auf zu machen um Publicity zu...



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