Spielebranche: Nur Sportspiele sollen E-Sport werden

Die Computerspieleverbände sind empört: Statt E-Sport vollständig zu fördern, zeichnet sich eine andere Regelung ab und nur Wettkämpfe in Fifa 19 oder ähnlichen Titeln würden profitieren. Im Koalitionsvertrag war das eigentlich anders vereinbart.

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Artwork von Fifa 19
Artwork von Fifa 19 (Bild: EA Sports)

Der organisierte Vereinssport kann sich in den Diskussionen rund um E-Sport wohl mit seinen Vorstellungen durchsetzen. Jedenfalls zeichnet sich nach einer Anhörung im Bundestag am 20. Februar 2019 ab, dass es eine - in der Szene bislang nicht übliche - Trennung E-Sport und E-Gaming geben wird: Umsetzungen von Sportarten, etwa in Spielen wie Fifa 19 oder NBA 2K19 können auf Förderung hoffen, während es für den Bereich E-Gaming (League of Legends, Counter-Strike) wohl kein Geld geben wird. Erstmals hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) diese Unterteilung im Oktober 2018 nach langen Beratungen vorgenommen.

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Im Bundestag haben sich am 20. Februar Vertreter des DOSB und aus der Spieleszene sowie Politiker mehrerer Parteien getroffen, um über das Thema zu beraten. Eigentlich gibt schon Pläne, was die Bundesregierung mit dem E-Sport vorhat: Er soll "vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht" anerkannt werden - so steht es im Koalitionsvertrag, den CDU/CSU und SPD vereinbart haben.

Vermutlich kommt es anders. Maßgeblich für die neue Linie der CDU ist der Abgeordnete Johannes Steiniger. Er fordert eine "konsequente Unterscheidung zwischen virtuellen Sportsimulationen, Echtzeit-Strategiespielen und Shooter-Spielen". Um nicht willkürlich zu entscheiden, welches Spiel nun E-Sport ist und welches E-Gaming, möchte er die USK-Altersangaben verwenden: Förderungswürdig sollen nur Titel mit einer Freigabe bis zu 12 Jahre sein - so gut wie alle Sportspiele haben ein Freigabe ab 0 Jahre, weshalb "keine Verstöße gegen die ethischen Grundwerte des Sports" zu erwarten seien, findet Steininger.

Aus den anderen Parteien sind ähnliche Töne zu vernehmen. Die SPD etwa will Sportvereine auch dann weiter offiziell unterstützen, wenn diese E-Sport in ihr Programm mit aufnehmen. "Die Förderung von Gewaltspielen lehnen wir hingegen aus sportlichen Gründen heraus grundsätzlich ab", schreibt Detlev Pilger, sportpolitischer Sprecher der Fraktion.

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Die Vertreter der Spielebranche sind mit diesen Einschätzungen nicht einverstanden. Die Diskussion sei "größtenteils enttäuschend" verlaufen, findet Felix Falk vom Branchenverband Game. "Selbst Vertreter von CDU/CSU und SPD sind hinter die vereinbarten Ziele des Koalitionsvertrages zurückgefallen" - und das, obwohl "E-Sports große gesellschaftspolitische Chancen" biete.

Auch Hans Jagnow vom E-Sport-Bund Deutschland (ESBD) ist mit den Plänen der Politik nicht einverstanden: "Wir sind der Überzeugung, dass E-Sport vom Menschen her gedacht werden muss und ein übergreifendes sportliches Profil hat", kommentiert Jagnow. Für ihn ist klar: "Eine vollständige Anerkennung des E-Sports bedeutet, den E-Sport in allen Facetten anzuerkennen."

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dasfrd 25. Feb 2019

Naja im Schach macht man ja durchgehend 9001 IQ Plays, deswegen gilt das bestimmt auch...

dummzeuch 23. Feb 2019

Das mit den Ü50-Entscheidern ist aber jetzt unfair. Wir knapp über 50-jährigen sind mit...

aLpenbog 23. Feb 2019

Klar spielt körperliche Fitness rein. Schon alleine Sauerstoffversorgung des Hirns usw...

EifX 23. Feb 2019

Boxen ist da ja noch "harmlos"... Kickboxen, Kampfsport im allgemeinen, Fechten...



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