Spielebranche: Microsoft verliert angeblich 150 Dollar pro Xbox
Microsoft soll mit jeder verkauften Xbox Series X/S derzeit rund 150 US-Dollar Verlust machen. Das berichtet Windows Central(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf informierte Quellen. Hauptgrund seien die zuletzt stark gestiegenen Kosten für Speicherbausteine, die die Herstellung moderner Spielkonsolen deutlich verteuert haben.
Das Magazin schreibt zudem, dass Microsoft auch nach den für August 2026 in zahlreichen Märkten angekündigten Preiserhöhungen voraussichtlich weiter Geld mit jeder verkauften Konsole verlieren dürfte. Eine konkrete Verlustsumme nach den Preiserhöhungen nennt der Bericht allerdings nicht.
Dass Konsolen zunächst mit Verlust verkauft werden, ist in der Spielebranche nichts Ungewöhnliches. Hersteller gleichen diesen Nachteil üblicherweise über den Verkauf von Spielen, Zubehör und Diensten wie Xbox Game Pass aus. Laut Windows Central ist die Situation derzeit jedoch besonders angespannt.
Nächste Xbox: kostengünstige Spiele per Steam?
Die Entwicklung könnte laut Windows Central auch Auswirkungen auf Microsofts künftige Konsolenstrategie haben. Nach bisherigen Berichten arbeitet das Unternehmen an einer nächsten Xbox-Generation (Projektname Helix), die sich stärker an einem offenen Gaming-PC orientieren soll.
Damit steige aber die Wahrscheinlichkeit, dass Käufer ihre Spiele häufiger über Plattformen wie Steam statt über den Xbox Store erwerben. Dadurch entfielen genau jene Einnahmen, mit denen Microsoft die Verluste beim Hardwareverkauf bislang zumindest teilweise ausgleicht.
Die Meldung fällt mit den aktuellen Geschäftszahlen zusammen, die den Druck auf die Xbox-Sparte unterstreichen. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sank der Xbox-Umsatz um 10 Prozent. Die Erlöse mit Inhalten und Diensten gingen ebenfalls um 10 Prozent zurück, die Hardwareeinnahmen sogar um 13 Prozent.
Xbox-Chefin erwartet Wachstum ab 2027
Microsoft führt dies unter anderem auf niedrigere Umsätze mit First-Party-Spielen und Xbox Game Pass zurück, die nur teilweise durch höhere Einnahmen aus Call of Duty ausgeglichen wurden. Der Konzernumsatz insgesamt stieg dagegen um 18 Prozent auf 82,7 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn legte um 24 Prozent auf 27,2 Milliarden US-Dollar zu.
Xbox-Chefin Asha Sharma räumte die schwierige Entwicklung auf X offen ein(öffnet im neuen Fenster). Obwohl Xbox und Microsofts Spiele im Geschäftsjahr 2026 mehr als 200 Millionen neue Spieler hinzugewonnen hätten, sei das Geschäft nicht im gleichen Maß gewachsen wie die Nutzerbasis.
Microsoft müsse diese Lücke schließen, indem es stärker in die Bereiche investiere, die Spielern wichtig seien. Einen nachhaltigen Wachstumskurs erwartet Sharma bis Ende des Geschäftsjahres 2027.
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